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Leselupe.de > Gereimtes
Vorsicht: Ingenieur!
Eingestellt am 31. 07. 2001 17:09


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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

Werke: 51
Kommentare: 134
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VORSICHT: TECHNOKRATEN

Dem diplomierten Ingenieur
fällt bekanntlich nichts zu schwör.

Er plant, berechnet, führt auch aus:
Fabriken, Autos, Deich und Haus,
Kanäle, Dämme, Bergwerksschächte,
Beleuchtungskörper für die Nächte,
Raketen, die zum Monde fliegen,
Waffen auch, sich zu bekriegen.

Der Ingenieur scheut kein Problem
und sei es noch so unbequem.
Er tüftelt, rechnet und probiert,
baut sich Modelle, rationiert,
verfolgt Konzepte, Strategien,
verwirft dieselben, wenn sie ihm
gewünschtes Resultat nicht bringen.
Die Arbeit ist ein förmlich’ Ringen
um das ersehnte Endprodukt,
was immer dies an Geld verschluckt.

Nicht selten sind dies Steuermittel;
das interessiert die weißen Kittel
nun allerdings die Bohne nicht,
hat Technik doch aus ihrer Sicht
vor allen ander’n Geistesgaben,
den Vorrang absolut zu haben.
Der diplomierte Ingenieur
hat kein Gespür und kein Gehör
für jene, die da warnend sprechen:
Passt auf, die Sache wird sich rächen!

Er lebt zumeist auf sich gestellt,
in höchst abstrakter Formelwelt.
Mit mathematischen Potenzen
durchstößt er enge Wissensgrenzen.
Führt ein Vektoren, Integrale
auch variabele Fraktale,
Konstanten wie auch Parameter,
so dass sich früher oder später
genau die Resultate zeigen,
die er erhoffte, ganz zu schweigen
von jenen reziprogen Werten,
die immer schon die Werte kehrten,
bis das die Resultate stimmen.
Oft kann er sich nicht recht besinnen,
durch welchen Fakt sie sich ergaben,
nun ja, die Ingenieure haben,
obwohl im Grunde sehr gescheit,
ein Selbstkonstrukt an Wirklichkeit.

Durch ihre rosaroten Brillen
scheint Technik um der Technik Willen,
das einzig Wahre noch zu sein.
So stimmt man in das Credo ein:
Was immer machbar ist, das mache,
die Folgen sind nicht uns’re Sache.
Uns aber kommt der Geist im Corps
der Ingenieure dümmlich vor,
wenn sie kritiklos-unempfänglich
nicht einmal das als höchst bedenklich
erfassen können, was mit Recht
der Durchschnittsmensch begreift als schlecht.

Nur einiges will ich erwähnen:
Die Manipulation bei Genen,
das Klonen eines Embryos.
Sie werden nie den Geist mehr los,
den aus der Flasche sie entließen,
und den jetzt weltweit wir „genießen“.
Der Techniker, nach seinem Wesen,
ist arg beschränkt, war hier zu lesen.

PS (bin selbst Dipl.-Ing. - nur als Wink -

__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fühl'ich mich, das reicht, genug!

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Prinz_und_Gloeckner
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

Werke: 5
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ingenieur?

nun, ich denke,
der ingenieur denkt sich ja meist
die theorien nicht selber aus, die
er da anwendet, das sind ja meist
naturwissenschaftler.
und wie ich die ausbildung an der
uni so kenne, ist vielen wohl
auch nicht so ganz klar, was wie
genau angewendet werden kann,
was die notwendigen oder hinreichenden
bedingungen sind.

immerhin - die verantwortung fuer
sein tun traegt man natuerlich
allemal selber, denn zwingen tut
einen ja niemand dazu ;o)

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Kommentare: 11067
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Wissenschaftsfragment

Ferdinand ersinnt mit großer Kraft
eine Wissenschaft
und bringt
alles mit, damit sie auch gelingt.

Was wär der Rechner ohne Wanze,
die Biene ohne Blütenpflanze,
das Auto ohne das Mobil?
Was wäre wohl ein Würfelspiel,
dem alle Schachfiguren fehlen?

Und Ferdinand sitzt da und sägt,
wobei er kräftig überlegt.
Er überlegt und überlegt
und überlegt und überlegt.

usw.






__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 87
Kommentare: 1122
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Lieber Dietmar,
Wissen ist Macht
und Macht ist Geld
und Geld regiert die Welt.
Folglich wird es immer Menschen geben, die Neues austüfteln. Ob zum Guten oder zum Bösen lässt sich oft nicht vorhersehen.

Ein schönes Gedicht. Gefällt mir gut.
Mit den besten Grüßen
Willi

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