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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Vorwärts und Rückwärts treffen sich im Jetzt
Eingestellt am 30. 08. 2005 16:36


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regenbogenpony
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2005

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Teil I: Einigkeit ist selten und doch kommt sie vor

Leila: Langsam, ganz langsam gehe ich die Stufen zu seiner Wohnung hinauf. Ich mag seine Wohnung nicht weil ich den Geruch nicht ertrage die sie verströmt. Es ist so als könnte ich seine Vergangenheit riechen, fühlen, greifen. Nichts schmerzt mich mehr als diese Nähe die ich nicht abwehren kann. Doch ich kann es ihm nicht sagen weil er denkt es macht mir nichts aus. Lieber lüge ich ihn an als dass er meine wahren Gefühle kennt. Denn er würde ohnehin nicht darauf eingehen. Das ist eine Lüge. Er würde sofort darauf eingehen, verständnisvoll wie immer sein und alles versuchen damit ich mich besser fühle. Ich hasse ihn jedes Mal aufs Neue dafür. Wieso kann er nicht einfach so sein wie alle sagen? Wieso muss er uns alle enttäuschen indem er sich plötzlich als guter Mensch herausstellt? Niemand denkt so über ihn wie ich es tue und manchmal wünsche ich mir, ich könnte ihn wieder mit den Augen der anderen sehen. Ich will ihn hassen, kann es aber nicht weil er mir keinen Grund dazu gibt. Lieben will ich ihn nicht denn ich weiß wohin das führen würde. Doch vielleicht kann ich mir das alles gar nicht aussuchen.

Pierre: Fast 2 Wochen habe ich Leila nun nicht mehr gesehen und sie fehlt mir schon. Zugeben würde ich das allerdings nie. Es reicht ja schon, dass ich sie überhaupt so gerne mag. Das war nicht geplant. Natürlich kann man es nicht planen für eine Person Gefühle zu empfinden oder nicht aber na ja, ich hab es mir dennoch vorgenommen. Leila war eine gute Bekannte, eine Freundin, eine Fremde. Dann änderte ein Kuss alles. Für sie, für mich und für uns. Plötzlich gab es ein “uns”, ich wollte das alles nicht, will es noch immer nicht. Doch was kann ich dagegen tun? Ich könnte ihr sagen, dass ich mir das alles anders vorgestellt habe aber damit würde ich sie ja nur unnötig verletzen, das möchte ich auch nicht. Sie ist jemand Besonderes und ich frage mich, wieso sie das selbst nicht sehen kann.

Teil II: Verwirrungen, Hass, Rationalismus

Pierre: Es klingelt. Leila. Als ich die Tür öffne, sieht sie mich an und ich grinse. Ihre grünen Augen strahlen mich an und mir wird ganz warm ums Herz. Gott, wie ich solche Formulierungen hasse. Doch ich kann nichts dagegen tun, Leila hat eine Wirkung auf mich die ich nur hilflos mitansehen kann. Ich muss alles geschehen lassen denn ich kann nicht eingreifen. Irgendwie kommt mir das recht, andererseits mag ich es nicht dass ich nichts ändern kann. Oder kann ich etwas ändern und ich will es nicht? Leila verwirrt mich. Mit allem was sie sagt, tut, denkt. Manchmal sehe ich sie an und bilde mir ein ihre Gedanken lesen zu können denn oftmals hat sie einen Ausdruck auf ihrem Gesicht der mir nur zu bekannt vorkommt. Ich habe oft das Gefühl, dass sie die Erste ist die mich wirklich jemals verstanden hat und das macht mir mehr Angst als alles andere. Selbst der pure Gedanke daran jagt mir eine derartige Angst ein, dass ich Leila nun am liebsten nach Hause schicken würde. Doch ich kann nicht.

Leila: Wenn ich seine Lippen auf meinen spüre, sind alle Zweifel plötzlich verschwunden. Ich hasse es. Wieso lässt er mich in mein Unglück rennen wenn er selbst am besten weiß wie alles enden wird? Er weiß doch genau, dass es keine Liebe ist. Nie war, niemals werden kann. Dafür ist er zu verkorkst, ich zu naiv. Nichts passt zusammen wenn ich länger darüber nachdenke. Vielleicht sollte ich das Denken ihm überlassen, er ist der Rationale. Oder vielmehr der Emotionslose. Manchmal glaube ich er hat sich vorgenommen nichts zu empfinden, das macht ja ohnehin alles einfacher. Er plant die Liebe damit er sie kontrollieren kann. Ich wünschte ich könnte das auch.

Teil III: Alles und Nichts

Pierre: Leila. Leila. Leila. Ahhhh!! Der Name geht mir nicht aus dem Kopf, genauso wenig wie der Duft ihrer Haare und der Klang ihrer Stimme. Oh mein Gott, was für ein Kitsch. Ich falle zurück in alte Muster von denen ich glaubte sie vor langer Zeit abgelegt zu haben. Offenbar kehrt alles irgendwann wieder, auch die schlechten Angewohnheiten. Nun ja, selbst Schuld kann ich da wohl nur sagen. Ich darf mich nicht verlieben, das wäre falsch. Und doch wäre es nur logisch in der derzeitigen Situation. Logik kann ich erfassen, Gefühle nicht und das ist mein Problem. Vermutlich war es schon immer mein Problem. Irgendwie verändert Leila mich ohne dass sie es mitbekommt. Für sie will ich ein besserer Mensch werden. Noch ein Klischée, hurra. Vielleicht sollte ich gar kein besserer Mensch werden, sie einfach nach Hause schicken und ins Bordell gehen um mich zu amüsieren. Ist ja nichts Verwerfliches. Oder? Liebe bringt nur Unannehmlichkeiten.

Leila: Wenn ich bei ihm bin, möchte ich direkt wieder gehen. Wenn ich nicht bei ihm bin, will ich hingegen zu ihm. Das passt alles nicht zusammen aber das macht ja auch nichts weil es ohnehin ohne Bedeutung ist. Ich werde nicht mehr wiederkommen in seine mit Erinnerungen behangene Wohnung, die eine Vergangenheit verströmt die ich einfach nicht ertrage. Zögernd setze ich an, etwas zu sagen doch er durchschaut mich ehe ich überhaupt den Mund öffnen kann. „Was denkst du?“, fragt er provokativ und ich drehe mich von ihm weg. Wie ich es doch hasse. Am liebsten würde ich aufstehen und gehen. Was hält mich zurück? Vielleicht nichts. Vielleicht aber auch alles.

Teil IV: Dreh dich um und du siehst dem Wendepunkt ins Auge

Leila: Tja, ich bin nach Hause gegangen und bin in mein Bett zurück gekehrt. Geht es mir dort besser als bei ihm? Ganz sicher nicht doch man kann nicht alles haben. Manchmal frage ich mich was mich dazu bewegt, ihn zu mögen. In anderen Momenten ist mir alles bewusst und ich wünsche mir weiterhin ahnungslos sein zu können. Was ihn betrifft, ändere ich ständig meine Meinung doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Es amüsiert mich sogar ab und an. Und ihn amüsiert es auch wenn er es mitbekommt. Eigentlich bekommt er es ziemlich häufig mit, wir amüsieren uns zusammen darüber.

Pierre: Ich sehe auf die Uhr. 145 Minuten sind vergangen seit ich sie zuletzt in meinen Armen gehalten habe. Leila. Dieser Name macht mich noch verrückt. So langsam wird es irgendwie unangenehm, dieses Gefühl von Leere wenn sie nicht da ist. Aber ich wollte es ja so. Will es so. Oder? Vielleicht ist es genau das was ich nicht will und vermutlich niemals wollte. Und selbst wenn, es spielt doch keine Rolle. Irgendwie spielt vieles keine Rolle mehr. Natürlich verschieben sich die Prioritäten wenn man sich vorher solch eine Mühe macht sie zu ordnen. Irgendwie kommt ja doch immer alles anders. Im Leben, in der Liebe und überhaupt.

Teil V: Der Moment ist gekommen...

Leila: Nun reicht es mir, ich halte es nicht mehr aus. Ich werde jetzt zu ihm gehen, ihm sagen dass ich so nicht weiter machen kann denn irgendwann ist einfach mal genug. Soll er zurückkehren in seine Vergangenheit die ohnehin noch in der Wohnung schwebt. Ich kann mich nicht für ihn aufgeben und das tue ich immer mehr wenn ich bei ihm bin. Doch das wird nun sein Ende finden. Ich blicke nicht zurück, nur nach vorne. Rückwärts gehen ist nicht erlaubt. Meine Füße wollen allerdings keinen Schritt vorwärts tätigen. Und jetzt? Ich gehe das bevorstehende Szenario in meinem Kopf durch und schließlich bewegen sich meine Füße. Entschlossen, alles zu beenden mache ich mich auf den Weg zu ihm.

Pierre: Nun reicht es mir, ich halte es nicht mehr aus. Wenn ich sie jetzt anrufe, kann ich sie bald wiedersehen. Das ist alles, was ich will. Sie wiedersehen um den Moment mit ihr zu genießen. Ich will keine andere Frau, sie ist alles was Perfektion für mich ausmacht und ich will es nicht einsehen. Wenn ich meine Freiheit verliere, ist für mich alles aus und sie kann mir meine Freiheit nicht nehmen. Doch ich würde sie mir selbst nehmen, um mit ihr zusammen sein zu können. Ich wähle schließlich ihre Nummer, sie geht nicht ran. Verdammt und nun? Ich werde einfach zu ihr gehen. Ihr sagen, was ich empfinde und hoffen dass sich alles irgendwie zusammenfügt. Rückwärts gehe ich aus der Tür, muss in Gedanken mit allem abschließen was mir bisher im Weg stand. Doch ich werde bei ihr ankommen und wir werden beide vorwärts laufen.

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Ich habe so tief von Gefühlen geträumt, dass ich ihrer müde bin.

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herb
???
Registriert: Jul 2002

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hallo,

du schilderst Gefühle. Ich lese heraus, die beiden haben es schwer miteinander.
Aber irgendwie fehlt mir die Geschichte dazu.

herzlich

herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Kästner

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knychen
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2002

Werke: 51
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hallo regenbogenpony,
bist du nicht auch der meinung, in einem literaturforum sollte man satzzeichen nicht dem zufall überlassen? ich habe nach dem ersten absatz abgebrochen, weil es mir zu kompliziert ist, kommata in gedanken dazu zu setzen und so den sinn des textes zu ergründen. gruß knychen
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kny

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