Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92277
Momentan online:
495 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
WANTED: Rentner! *
Eingestellt am 15. 06. 2003 15:25


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Udogi-Sela

H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: May 2003

Werke: 61
Kommentare: 560
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Udogi-Sela eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Staat braucht Geld in gro├čer Masse
f├╝r die leere Rentenkasse!
T├Ąglich kann man h├Âren, lesen:
„Wir kurier’n das Rentenwesen!“

Staatsminister, Professoren,
Stammtisch oder Arsch mit Ohren,
Esel, Affen, Kakadu,
jeder gibt `nen Senf dazu.

Wundern w├╝rde es mich nicht,
k├Ąm’ einst folgender Bericht:

>Die Regierung ist sich einig:
Langer Weg, war schwer und steinig.
St├╝tze im sozialen Netz
ist das „Rentner-Jagdgesetz“.

Es ist nun f├╝nf Jahre her.
Der Beschluss fiel gar nicht schwer,
dies in ein Gesetz zu fassen:
Runter mit den Rentner-Massen!

Staatsfinanzen wurden enger,
denn die Menschen leben l├Ąnger.
Sollen nicht mehr l├Ąnger leben;
sind zum Abschuss freigegeben.

Wird wer siebzig Jahre alt,
der wird einfach abgeknallt!
Daf├╝r, dass sich’s auch rentiert,
werden Pr├Ąmien kassiert.

Seither sind in gro├čer Zahl
Suchplakate ├╝berall.
Sch├╝tze, der erfolgreich war,
kriegt f├╝nftausend Euro bar.

Krankenh├Ąuser, Altenheime,
alles ist erstickt im Keime,
weil jetzt ├ťberf├Ąlle drohen,
und die Alten alle flohen.

Endlich hei├čt es f├╝r die Jugend:
Sch├╝tze sein ist eine Tugend.
Arbeitslos ist keiner mehr,
jeder hat jetzt ein Gewehr,

streift durch Stra├čen, H├Ąuser, W├Ąlder,
├╝ber H├Âhen, Wiesen, Felder;
selbst durch Tunnel und Kan├Ąle
schleichen Trupps mit Sp├╝rhund-T├Âle.

Doch (das wundert weiter nich!)
Die Gejagten wehren sich!
Wie die Rentnerschar sich br├╝stet:
Ja, wir haben aufger├╝stet!

Manche Greisenseele lacht:
„Wir sind eine Supermacht!
Doch das Beste, wisst ihr was?
Endlich macht das Alter Spa├č!

Endlich sind wir f├╝r was gut!
Zeigen Freude, Trauer, Wut.
Ja sogar Hormone kreisen,
sind nicht l├Ąnger „altes Eisen“.

Mit des Lebens vielen Jahren
sind wir weise und erfahren.
Nein, ihr macht uns nicht zu Leichen,
k├Ânnt uns nicht mal Wasser reichen!

Endlich kommen wir zu Ehren,
denn wir wissen uns zu wehren.
Wir sind listig, kalt und grau,
und f├╝r viele viel zu schlau!“<

Halt! Hier endet die Vision. –
Was? Das gibt es heute schon?
Nur subtiler? Ja, vielleicht. –
Schluss f├╝r heute, denn es reicht.



* Inspiriert durch LuMens Gedicht „Auf zum fr├Âhlichen Sterben“, ver├Âffentlicht in der LL am 6. Juni.
Es gibt sicher Menschen, denen die Forderung des besagten Professors, auf dessen Aussage LuMens Gedicht beruht, noch nicht weit genug geht.

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem h├Âchsten Punkt der Insel. (Kafka)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

brennt

Hallo Udogie,
hast eines meiner Lieblingsthemen aufgegriffen. Es sollte in der LL ein Forum f├╝r Sozialkritisches geben denke ich. Denn in deiner Aussage ist doch viel Bitterkeit und Wahrheit.Jeder nicht zu Ende gedachte Beitrag der Politiker zur Reform der Sozialkassen ist ein weiteres Verh├Ąngnis f├╝r Betroffene.Irgendwann sind dann die Behinderten dran! Die alten Leute kriegen richtig ein schlechtes Gewissen eingebleut, dass sie die Frechheit haben, alt zu werden.Wie w├Ąr es, jedem, der die Rente einreicht gleich eine "ABschiedspille" zu schenken - zu dieser Gro├čz├╝gigkeit k├Ânnte sich der Staat doch ruhig hinrei├čen lassen!
In diesem Sinn
gru├č Sansibar

Bearbeiten/Löschen    


LuMen
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 291
Kommentare: 699
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Anregung

Hallo Udogi,

es freut mich, da├č ich Dich inspirieren konnte.
Noch eine kleine kritische Anmerkung: Du f├Ąngst die Zeilen durchgehend mit der Betonung auf der ersten Silbe an, bis auf die erste Zeile. Vielleicht k├Ânnte man dort formulieren:
"Heute braucht der Staat in Massen
Geld f├╝r leere Rentenkassen.."
Und in der 2. Strophe k├Ânnte man den Senf etwas dicker aufstreichen:
"..Esel, Affen, Kakadu
geben ihren Senf dazu.."

Beste Gr├╝├če
LuMen

Bearbeiten/Löschen    


Udogi-Sela

H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: May 2003

Werke: 61
Kommentare: 560
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Udogi-Sela eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Danke,

Sansibar und LuMen f├╝r Eure Antworten.

Sansibar, Sozialkritik l├Ąsst sich m.E. am besten in ironischen Texten oder Satiren ├╝ben. Deshalb denke ich, sind solche Beitr├Ąge ganz gut unter Humor, Satire, Ironie aufgehoben. Und Du hast sicher recht, es gibt noch eine Menge sozialkritische Themen zu bearbeiten, und ich werde mich sicher nicht zum letzten Mal kritisch ├Ąu├čern...

LuMen, Du scheinst mein Alter Ego zu sein. Mir hat die erste Zeile wegen der L├Ąnge und ihrer Betonung nicht gefallen, doch manchmal hat man einfach keine passende Idee. Dabei ist es so einfach, wie du beweist. Genau richtig, deine Formulierung.
Bei: "Jeder gibt 'nen Senf dazu" meinte ich allerdings wirklich "JEDER".
Du hast ein feines Gesp├╝r f├╝r Reime.

Herzliche Gr├╝├če euch beiden
Udogi-Sela
__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem h├Âchsten Punkt der Insel. (Kafka)

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!