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Leselupe.de > Humor und Satire
WTH
Eingestellt am 20. 03. 2006 11:42


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schreibfuchs
Wird mal Schriftsteller
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Der Wunschtraum- Haarschnitt


Seit langem schon lag ich meiner Freundin Ines in den Ohren, da├č sie sich ihr Haar so schneiden lassen m├Âge, wie ich es gern h├Ątte.
Ihr Haar n├Ąmlich, da├č in seinen Grundzug und Farbe eigentlich nicht schlecht ist, sollte (nach meinen Vorstellungen) ein klein wenig anders geschnitten und gestylt werden.
Ein klein wenig k├╝rzer also, aber daf├╝r (wie ich glaubte) um ein vielfaches attraktiver.
Kurz und gut:
Ich hatte mir (in einem meiner Wunschtr├Ąume) eingebildet, da├č sie sich ihr Haar, etwa auf Igelschnittl├Ąnge, schneiden lassen w├╝rde. Mir schwebte dabei der klassische Rundschnitt vor, dessen vorderer Abschlu├č eine kleine Spitze (wie bei einem gleichschenkligen Dreieck) bilden sollte.
Eine Spitze also, die sich, und (davon war ich felsenfest ├╝berzeugt) auf ihrer Stirn geradezu spitzb├╝bisch ├╝ber ihren braunen Rehaugen ausnehmen w├╝rde.
Dabei k├Ąme ihr herrliches und ├╝ber die Ma├čen dichtes Haar, das sie dann nicht mehr zur Seite zu k├Ąmmen br├Ąuchte, soweit zur Geltung, da├č neben der unfehlbaren Wirkung der beiden winzig, verschmitzten Geheimratsecken eine unheimlich erotische Ausstrahlung entst├╝nde...
Grad so, wie bei Till Eulenspiegel der Hauptfigur meiner Lieblingsgeschichte, oder wie bei Gabriele Krone Schmalz meiner ehemaligen Lieblingskorrespondentin aus dem Fernsehen.
Aber was solls:
Alle Argumente die ich auf h├Âchst sachlicher Ebene vorgebracht, und ihr plastisch vor Augen gef├╝hrt hatte, waren von ihr abgeglitten, wie besagter Eulenspiegel beim Versuch eines Seiltanzes.
Das wohl trefflichste und schon mal aufgef├╝hrte Argument, n├Ąmlich da├č sie au├čerordentlich dichtes Haupthaar bes├Ą├če, und zu dem ein Gesicht, das nach so einem Schnitt geradezu verlangen w├╝rde, lie├č sie einfach nicht zu...
Sie lie├č keines dieser vern├╝ftigen Argumente zu, und beharrte permanent auf ihren, ich gebe es ja zu, modisch aktuell und gek├Ąmmten Schnitt ihres braunen, leicht gewellten Haares.
Wenn sie jedoch morgens, mit Besenstielen (wie sie ihre vom Schlafen verwirrten Haare selbst nannte) auf dem Kopf aufstand, mu├čte ich mir immer sehr gro├če M├╝he geben, meinem, zugegeben nicht gerade traurig wirkenden Gesichtsausdruck zu widerstehen, und ihn nicht noch mit sinnf├Ąlligen Bemerkung praktisch zu unterstreichen.
Aber das gelang mir leider nicht immer.
Wenn sie dann, getrieben von meiner, auf sie wohl frech wirkenden Fr├Âhlichkeit ins Bad preschte, um ihre Besenstiele mittels Haargel und F├Ânkamm zu bek├Ąmpfen, schlug in aller Regel meine gro├če Stunde...!
Neulich schlug sie wieder, diese Stunde.
Doch kurze Zeit sp├Ąter w├╝nschte ich sie h├Ątte es nicht getan. Denn als ich mit dem unschultigsten Gesicht aller Zeiten wieder auf ihren Haarschnitt zu sprechen kam, blitzte es in ihren Augen kampfeslustig auf und sie sagte in einem mir unbekannten, fast zornigem Ton:
ÔÇ×Wenn ich dann die Eulenspiegelfrisur habe, h├Ąngst Du mir sicherlich Schellen und Gl├Âckchen um, und ich darf auf einem Seil ├╝ber die Saale gehen, oder aber Eulen und Meerkatzen backen!ÔÇť
Volltreffer - hart und gnadenlos.
Mehr noch als die eben verklungenen Worte st├Ârte mich die Tatsache, da├č sie von nun an schmollte.
F├╝r mich bot sich, neben einer leisen Demut die ich versp├╝rte, Raum und Gelegenheit, um n├╝chtern ├╝ber ihre Argumente nachzudenken...
Und was soll ich sagen:
Es fruchtete. Schon nach einer kurzen Zeit hatte ich genug nachgedacht und schwor ich mir, sie k├╝nftig nie wieder mit einer Frisur zu bedr├Ąngen, die auch nur den Anschein eines Till Eulenspiegel in sich tr├Ągt.
Von meiner Nachsicht, die jedoch m├Ąchtig an meinem Ego knapperte, einigerma├čen beruhigt, ├Âffnete ich mir eine Flasche Bier, setzte mich auf die Couch und schaltete unseren Fernseher ein.

Gl├╝cklicherweise lief gerade mein Lieblingskrimi mit Kojak, diesem kahlk├Âpfigen Amerikaner, der heute noch mein Lieblingsschauspieler ist...



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┬ę2006 by Andreas A.F. Tr├Âbs
Alles bleibt anders!
Herbert Gr├Ânemeyer

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Walther
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Gr├╝├če W.
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Walther
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Marius Speermann
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Marius
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Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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flammarion
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die

pointe sitzt! f├╝r alle, die sie etwa nicht gesehen haben: der prot spielt mit dem gedanken, dass seine freundin sich eine glatze scheren lassen k├Ânnte.
zwei kleine tippfehler: unschultigst - unschuldigst, knapperte - knabberte.
lg
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Old Icke

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sabiko
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Hallo Schreibfuchs,

Deine Pointe ist zwar an mir vor├╝bergegangen, aber dennoch fand ich den Text leicht lesbar. Bin auf jeden Fall bis zum Ende dabeigeblieben, auch wenn ich an Stellen wie "Neulich schlug sie wieder, diese Stunde" doch eher einen spritzigen Disput zwischen Dir und Deiner Angebeteten erwartet h├Ątte.

Auf jeden Fall werde ich den n├Ąchsten Kojak nicht mehr wegzappen sondern ansehen!

Viele Gr├╝├če
Sabiko

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