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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Waffenstillstand
Eingestellt am 18. 05. 2006 20:57


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zarah
???
Registriert: Mar 2006

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Sie hatten sich gestritten. Nicht das erste Mal, aber diesmal so garstig, dass sie sich tagelang nicht mehr nahe kommen wollten. Kein leichtes Unterfangen in ihrem kleinem Haus.
Die unvermeidlichen Begegnungen endeten im günstigsten Fall mit bösen Blicken, im ungünstigsten mit verbalen Scharmützeln von unterirdischer Qualität.
Sie hatten bisher gedacht, dass sie sich grenzenlos lieben würden. Und nun standen sie da und sahen auf einmal den dicken Balken zwischen sich, den sie vorher nicht wahrgenommen hatten – nicht wahrnehmen wollten. Auf einmal standen sie an der Grenze und keiner hatte einen Pass dabei. Hilflos belauerten sie sich, dachten an offenen Krieg, heimliche Partisanen-Aktivitäten oder illegale Grenzüberschreitung. Abwechselnd. Es war zermürbend – für beide.

Nicht nur weil die Frauen zum Nachgeben erzogen sind, war sie es dann, die den ersten Schritt zum friedlichen Grenzübertritt einleitete; sie vermisste seine Nähe schmerzhaft.
Mit feinem Stimmchen fragte sie ihn abends, ob er sie nicht vielleicht doch wieder in seinem Bett haben wollte; schließlich sei er der einzige Mann in ihrem Leben, der sie nicht schon nach einem Jahr gelangweilt hätte; einen besseren als ihn würde sie nie bekommen, das wüßte sie genau.
Sie bot ihm Sex an, wie sie es die letzten Monate nicht mehr getan hatte. Nicht offen schamlos; im Gegenteil, geradezu unterwürfig eigentlich. Sie spielte das ergebene Frauchen und ließ sich von ihrem Mann, der lieber weiter Härte zeigte, klaglos wegschicken; begab sich auf die Terrasse, um dort auf der Liege unter dem Pavillion zu kampieren, doch nicht nur ihre wollüstigen Gedanken hinderten sie am Schlaf; es war dort auch zu warm, zu hell und zu laut. Wirklich schlecht fühlte sie sich jedoch nicht.

Als sie am nächsten Morgen ins Haus zurückkam sah sie, dass die Schlafzimmertür offen stand. Sie hielt das für ein Versehen ihres Mannes, denn der war ein passionierter Morgenmuffel und eigentlich immer darauf bedacht, von niemandem und zu keiner Zeit in seiner Ruhe gestört zu werden. Also schloss sie leise die Tür und widmete sich ihren üblichen morgendlichen Aktivitäten. Als sie nach einer Weile wieder an der Schlafzimmertür vorbeikam, stand diese wieder einen Spalt breit offen. Auch jetzt hielt sie es wieder für ein Versehen. Vielleicht war ihr Mann zwischenzeitlich auf der Toilette gewesen und hatte vergessen, sie zu schließen. Wieder machte sie die Tür leise zu.





Nachdem das letzte Kind das Haus verlassen und sich auf den Schulweg begeben hatte, ging sie ins Badezimmer, um sich noch ein wenig zu schminken, bevor sie zur Arbeit ging. Sie hatte sich gerade die Augenbrauen nachgezogen und zur Wimperntusche gegriffen, als ihr Mann hereinkam und sich wortlos auffällig dicht neben sie stellte.
Jetzt wusste sie, warum er die Tür offen lassen wollte. Trotzdem oder gerade deshalb bot sie ihm ganz ehrerbietig an, sofort das Badezimmer zu verlassen, wenn er dort was zu tun hätte, denn schließlich könne sie sich ja auch im Flur vor dem Spiegel fertig schminken. Doch er rückte noch enger an sie, so eng, dass sie seinen harten Schwanz an ihrem Oberschenkel fühlen konnte. Diese Berührung ließ sie auf angenehme Weise schaudern und sein herber Geruch erfüllte sie vollends mit dem Wunsch, ihn noch viel dichter zu spüren. Sie wandte sich ihm zu, blickte ihm in die Augen und dachte nur “fick mich”. Ein paar Sekunden schauten sie sich an und der Mann, mit dem sie nun schon Jahre zusammen lebte, kam ihr auf einmal anregend fremd vor. Sie überließ ihm die Initiative.

“Was wolltest Du gestern abend von mir? Poppen?” fragte er, zog dabei eine Augenbraue hoch und drückte seinen Schwanz noch fester an ihren Schenkel. Er tat überlegen. Sollte er doch, ihr war es jetzt gerade recht.
“Nein, nicht unbedingt” antwortete sie zart “ich wollte Dir einfach nahe sein, Dich ... küssen, anfassen”.
“So, anfassen...” . Er legte seine Hand auf ihre Hüfte. Sie seufzte ein wenig.
“Ich wollte nicht unbedingt ... poppen” sagte sie mit extra schwacher Stimme.
“ICH will jetzt aber” entgegnete er.
Ein letzter mädchenhafter Einwand von ihr “eigentlich wollte ich jetzt zur Arbeit”, ein letzer bestimmender Satz von ihm “Du kannst später gehen” und die Hosen fielen wortlos.
Sie beugte sich über den Waschtisch und dachte kurz “Gut, dass ich meine hohen Schuhe anhabe”. Das passte dann einfach von der Größe her besser, so im Stehen, von hinten.
Er hatte keine Mühe, in sie einzudringen, denn sie war schon feucht genug. Sie schaute in den Spiegel und sah, dass er sein T-Shirt auszog, wahrscheinlich, damit er einen besseren Ausblick hatte. Sie gönnte es ihm. Immerhin hatte sie noch den Spiegel. Zuerst schämte sie sich ein wenig hinein zu schauen, um die Szene zu betrachten; meinte, die Augen schließen zu müssen. Aber dann siegte die Lust und sie wollte sich nicht die Chance entgehen lassen, das erste Mal und vielleicht nur dieses eine Mal im Leben zu sehen, wie sie aussah, wenn sie einen Orgasmus hatte. Und der kam heftig, schon nach ein paar Minuten, beiden gleichzeitig. Wie im Bilderbuch sozusagen.

Natürlich konnte es kein liebevolles Nachspiel geben; das hätte einfach nicht gepasst, doch stützte er sie unauffällig ein wenig, als sie so auf wackeligen Beinen vor ihm stand, vor lustvoller Aufregung immer noch heftig atmend. Er wartete, bis sie ihre Jeans wieder hochgezogen und zugeknöpft hatte und nahm ihren zärtlichen Abschiedskuss distanziert aber doch willig entgegen.
Sie dachte “Ich liebe Dich” und sagte “Ich geh' dann mal”.

Ein Waffenstillstand mit unbestimmtem Ausgang.
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Lerne alles, und später wirst Du sehen, nichts ist umsonst (J. v. S.)

Version vom 18. 05. 2006 20:57

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Josef Knecht
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Waffenstillstand

Hallo Zarah,
deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Von Anfang an habe ich gehofft, dass noch eine schöne Sexszene kommt, die dann auch gekommen ist. Was ich nicht genau verstanden habe, ist, warum der Mann seine Frau weggeschickt hat. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich meine Frau nie wegschicken würde. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Frau sich beim Sex im Spiegel beobachet.
Eine schöne Arbeit.
Liebe GrĂĽĂźe
Josef
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Glück ist die größte Leistung des Menschen

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Micha v.d. Rosenhöhe
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Hallo Zarah,

also mir gefiel zunächst einmal das es interessant anfing. Realistisch, diese Disharmonien in der Ehe sind mir(natürlich nur vom Hörensagen) sehr geläufig. ich fand auch den Vergleich mit dem Krieg, Scharmützel, unterirdisch, subversiv, partisanenhaft, ohne Reisepässe an der Grenze gut, auch das das Haus mal klein war und nicht so ne Beverly Hills Location.

Dann verstand ich auch, dass es sie Reute und sie nun versuchte, mit neckischen Spielchen Waffenstillstand oder gar neue Prosperität einzuläuten.

Nur was dann kam, verstand ich nicht. Sie hatte ihn Jahre nicht aufgefordert mit ihr Sex zu haben, hat er sie denn aufgefordert?. Wenn er für sie so ein attraktiver Partner war, dann würde sie ihn nicht Jahre schmoren gelassen haben. Wenn sie so ein devotes Mäuschen war, wie in dem Schauspiel nach dem Krach, dann passt das nicht zur ersten Szene wo die Teller oder gar Messer fliegen.

Na ja und das laue Sex Lüftchen wo sie sich dann traut nach Jahren die Burka abzulegen bzw. in den Spiegel zu schauen, na ja, das sieht eher nach bringen wirs hinter uns aus. Sei mir nicht böse ich finde es ist ne schöne Erzählung, wirklich, gefällt mir auch, aber die Nummer besser gesagt das Mininümmerchen dafür brauchte sie wirklich nicht die hochhackigen Schühchen ausziehen was sie auch nicht tat.
Auch sein Poppen ist nicht erotisch, ficken schon aber poppen?
Also von dem Pärchen wollte ich keinen haben sie nicht für mich und den Typen..sorry doch den Typen den gönn ich meiner Frau*lach

LG
Micha

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zarah
???
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Hallo Josef,

schönen Dank für Deinen Kommentar.
Der Mann fühlte sich durch die vorherigen verbalen Angriffe seiner Frau so in seiner Männlichkeit gekränkt, dass er sie einfach wegschicken musste, ungefähr nach dem Motto: “Du willst was von mir? Kriegst Du aber nicht. Ätsch! Hier bestimme nämlich ich, wo es lang geht”. Ihr Angebot sofort anzunehmen, hätte er sich ja womöglich selbst als Nachgibigkeit auslegen müssen.

LG
Zarah
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zarah
???
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Hallo Micha,

wieso sollte ich Dir böse sein? Du hast meine Geschichte gelesen, einen ausführlichen Kommentar dazu geschrieben und ja auch lobende Worte gefunden. Besten Dank dafür.

Und nun zu Deinem Verständnisproblem (3. Absatz Deines Kommentares): Ich schrieb “Sie bot ihm Sex an, wie sie es die letzten Jahren nicht mehr getan hatte”. Die Betonung liegt hier auf “wie”, d.h. die Art und Weise, wie sie es tat, hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben: offensiv zeigen “Ich will Sex – jetzt!”, nicht einfach bequem abwarten, bis er will. Um ihr Ziel zu erreichen, spielte sie das “devote Mäuschen”, sonst hätte er nicht so bald auf ihr Angebot eingehen können, denn sie hatte ihn zuvor tief gekränkt ( “mit verbalen Scharmützeln von unterirdischer Qualität” = verbale Schläge unter die Gürtellinie), musste nun sein männliches Ego wieder ein bisschen aufbauen (“Bester Lover aller Zeiten” und so).

Wenn die Beschreibung der Sexszene bei allen Lesern den Gedanken wecken sollte, dass da zwei einfach nur was “hinter sich bringen” wollen, dann wäre sie tatsächlich rundweg misslungen und eine gründliche Überarbeitung zwingend.

Deine Aussage “Auch sein Poppen ist nicht erotisch, ficken schon aber poppen?” ist im Prinzip zutreffend. Beachte aber, dass das Wort “Poppen” hier in der wörtlichen Rede gebraucht wird (vgl. weiter oben, als sie denkt “Fick mich”). Ich schätze, es gibt ganz viele Menschen, die das reichlich ordinäre Wort “Ficken” nicht aussprechen wollen, wenn es um ihren – trotz allem Streit – geliebten Partner geht. Der Mann ist also garnicht mal sooo übel drauf.
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Madita
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Hallo Zarah

mit Bewunderung lese ich Deine Zeilen, ein sehr guter Ausgang, den Du da gefunden hast. Das Einzige, was ich nicht so gut finde ist, dass die Frau sich so unterwĂĽrfig anbiedert.
Es war doch so, das:

Zitat:
Sie hatten sich gestritten. Nicht das erste Mal, aber diesmal so garstig, dass sie sich tagelang nicht mehr nahe kommen wollten.

Es geht aus Deinem Text nicht draus hervor, dass "sie" besonders garstig war und deshalb kleinbei gibt. Und:

Zitat:
Weil die Frauen zum Nachgeben erzogen sind, war sie es dann, die den ersten Schritt zum friedlichen GrenzĂĽbertritt einleitete.

ist das wirklich so, oder hat sich die ein oder andere Frau dann eben umerzogen?

Was ich an Männern überhaupt nicht leiden mag, ist diese arrogante Ader:

Zitat:
Was wolltest Du gestern abend von mir? Poppen?” fragte er, zog dabei eine Augenbraue hoch und drückte seinen Schwanz noch fester an ihren Schenkel. Er tat überlegen

Aber so sans, die Mannsbilder, gelle!?

LG
Madita

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zarah
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Hallo Madita,

danke fĂĽr Deinen Kommentar.
Bei einer Kurzgeschichte muss man sich auf das Wesentliche beschränken und ich hielt es hier nicht für wichtig, zu klären, wer von beiden sich im Verlauf des Streites schlechter benommen hatte. Wichtig ist die Feststellung, dass sich ein Konflikt so zugespitzt hat, dass vernünftige Gespräche nicht mehr möglich sind. Es ist ja auch nicht so, dass immer derjenige nachgibt, der sich die größere "Schuld" an irgendwas zuspricht.

Ich glaube schon, dass Mädchen immer noch eher zum Bravsein und zur Nachgibigkeit erzogen werden als Jungen, die widerum dürfen sich nicht so gefühlsbetont geben wie die Mädchen. Diese alten Erziehungsmuster kann man auch heute noch häufig im Umgang zischen Eltern und Kindern beobachten, nicht so ausgprägt, wie "anno dazumal", aber immer noch vorhanden.

Das „unterwürfige Anbiedern“ scheint der Frau die beste Methode, dem Konflikt erstmal die Spannung zu nehmen. Sie spielt hier eine Rolle, die ihr nicht wirklich negative Empfindungen bereitet.
Es gibt ja auch Paare, die sich bewusst und gerne solchen Dominanzspielen hingeben, ohne Umweg ĂĽber einen echten Streit.

Und: Manche geben sich arrogant, um ihre Unsicherheit zu verstecken. Dann sollte man gnädig darüber hinweg sehen.



LG
Zarah

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