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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
WahnSinn
Eingestellt am 28. 07. 2010 19:03


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wirena
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Registriert: Sep 2009

Werke: 123
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Schneepisten in der WĂĽste
Frauen tragen Wasser

wunde FĂĽsse

Schwarzes Gold quillt
Öl fliesst durch Peibeleines – exploitiert

das Meer gekillt

Flossen, FlĂĽgel lahm
verstummt der Song -

Bosse jubeln, haben Abschiedslohn.

Zukunftsmusik tönt in den Ohren
„Dunkel ward’s der Mond schien helle“
Menschen werden wohl geboren
„schaffe schaffe Häusle baue“
und viel später folgen neue Auen...

__________________
__________________
__________________
__________________

schaffe, schaffe,
häusle baue und
nöd nach de Lyrik
schaue...........
__________________
Das Innere oder Innerliche ist um so wirklicher, als ich es mir immer wieder erobern muss.
"Was ich selbst erlebt habe, ist nur dann wahr, wenn es als verwandelter Vorgang wiederkehrt. Hans Bender, geb. 01.07.1919

Version vom 28. 07. 2010 19:03
Version vom 05. 08. 2010 09:24

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2246
Kommentare: 11062
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Es ist eine sonderbare Mischform, die wohl bei vielen kaum Anklang findet. Und doch hat das Gedicht was.

* Es wehrt sich gegen Anglizismen und fĂĽgt sie ins deutsche Lautsystem.

* Es behandelt ein aktuelles Problem und fĂĽhrt es ins Absurde

* Es bildet ein neues Wort aus "explodieren" und "exploitieren" (ausbeuten) - explotieren

* Es schlieĂźt in absurder Weise Kinderreime ein - Dunkel war's - hier ein Symbol fĂĽr Doppelte Sprache, die Verlogenheit des Umgangs

* und plötzlich alte, traditionelle Wörter als Gegensatz zum neu erfundenen: "justament", "Häusle baue"

Es hat eine echt dadaistische Philosophie und Poetik.

Es ist erfolgreich im Misserfolg, es erschreckt Poeten und tanzt auf der Nase des Lesers, dicht vor den Augen.

Man muss sich entfernen, um zu sehen.

So sieht man Platons Schatten.

Das Gedicht endet dann in fast lakonischer Sprache:

„schaffe schaffe Häusle baue“
und viel später folgen neue Auen ...

* Konsequenz des Neoliberalismus, der seine Wurzeln wie Quecken verbreitet.

Nur Dada schafft es, sich zu wehren. Der Köder ist ausgelegt.

Die Verbindung zwischen den Jahrhunderten. Dada bedarf keines Neo.

Und es gibt Hoffnung.
Es gibt einen Sieger.
Die Natur.
Wie auch immer.


Gereimt und nicht gereimt
Alt und nicht alt
Streng und nicht streng
Korrekt und nicht korrekt
Zitat und kein Zitat.
Einfach Dada
---
Weiter so. Du hast eigene Gedanken, einen eigenen Stil.



__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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wirena
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Registriert: Sep 2009

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Lb Bernd

Ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Analyse und ermutigenden Bemerkungen – werde wie bereits in einem andern Kommentar bereits erwähnt dranbleiben... .-)
Liebä Gruess
wirena

__________________
Das Innere oder Innerliche ist um so wirklicher, als ich es mir immer wieder erobern muss.
"Was ich selbst erlebt habe, ist nur dann wahr, wenn es als verwandelter Vorgang wiederkehrt. Hans Bender, geb. 01.07.1919

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JackoF
???
Registriert: Jun 2010

Werke: 35
Kommentare: 313
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Hallo wirena,

ein sehr interessantes Erzählen von unserer gewordenen Bruchstück-Welt - Spiegelbilder in Sequenzen, was von einem humanoiden Fluss noch geblieben ist.

"Egomane Strukturen", die, in dieser Kategorie bleibend, tatsächlich eine gebrochene Linie eines neuen Ganzen abbilden.

Wie es Bernd so schön sagte :
Dada erzählt den Ist-Film der Jetzt-Zeit - sichtbar an der Plato-Höhlenwand,
als Spiegel|legeipS-Leinwand.
Diejenigen, die mit dem Rücken zu dieser Wand verbleiben, und diejenigen, die einen Blick auf diese Höhlenseite werfen.

Und jeder dieser "so oder so" Seher bekommt seine eigene Lebensfunktion/Lebens-Aktion in diesem Bruch-Ganzen.

Zur Sprache : interessante Neogolismen / z.B.:

quote:
Öl fliesst durch Peibeleines – explotiert
Hier könnte ich mir anstelle von "explotiert" sogar tatsächlich "exploitiert" vorstellen :-))),

und bei "Peibeleines" auch "rauchende Pipes"

wirena,
echt was zum nachdenklichen GenieĂźen fĂĽr auch Ecken-Sammler

und wieder ein TschĂĽss, Jacko

--

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