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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wahre Liebe
Eingestellt am 26. 03. 2001 21:30


Autor
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Fee
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2000

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Ich liebe Schuhe!
Meine G├╝te, ich k├Ânnte ein ganzes Monatsgehalt f├╝r Schuhe ausgeben. K├╝rzlich h├Ârte ich, dass eine Nachbarin von mir ein extra Zimmer f├╝r ihre Schuhe hat. Man stelle sich vor, ├╝berall Schuhe, wo man auch hinschaut. Ich wurde, glaube ich, ganz gr├╝n vor Neid.
Meine Freundin sieht das eher ein wenig kritisch, spricht von Raumverschwendung, Kaufsucht, Schuhfetischistischer Veranlagung, usw. usw.
Mir ist das egal, ich w├╝nschte, ich h├Ątte auch ein Schuhzimmer!

F├╝r mich sind Schuhe eben etwas ganz besonderes. Diese unendlich Vielfalt von Formen und Arten! Da gibt es: Sandalen, Sandaletten, Pumps, Halbschuhe, Turnschuhe, Pantoffeln, H├╝ttenschuhe, Boots, Cowboystiefel, Gummistiefel, Stiefeletten und Ballerinas. Schuhe mit Blockabsatz in beliebiger Millimeterh├Âhe. Schuhe mit Klett- Schn├╝r- oder Reissverschluss - ach, da kribbelts mir direkt in den F├╝├čen bei der Aufz├Ąhlung.
Schuhe hinterlassen zudem immer Spuren. Sei es der angenehme Ledergeruch, der schwitzige Strumpf im fellgef├╝tterten Winterschuh, die kalten, schmerzenden Zehen in eigentlich zu engen Pumps (aber sie sind doch so chic), oder der allseits unbeliebte Schweissfu├č.
Ebenso beeinflussen Schuhe die Art der Bewegung des Menschen.
Dieser tippelnde Gang der Frauen in ihren Pumps, nat├╝rlich mit Pfennigabsatz und mindestens 7 cm hoch. Jeder hat sie schon in der Fussg├Ąngerzone beobachtet, und heimlich auf diesen fiesen Umknicker gewartet um dann schadenfroh zu kichern. Das Sahneh├Ąubchen ist dann der evtl. abgebrochene Absatz. Besonders heimt├╝ckisch ist da das Kopfsteinpflaster.
Eine weitere Variante ist der federnde, lockere, ja , fast schwebende Turnschuhgang. Ach, da m├Âchte man doch auf der Stelle losjoggen.
Ganz anders dagegen dieser schleppende Springerstiefelgang, kein Wunder, bei dem Gewicht an den F├╝├čen.
Und nicht zu vergessen der energische Halbschuhmanagergang.
Unheimlich wichtig diese Menschen, die mit ihren schwarzen Ledermappen unterm Arm forschen Schrittes durch die Gegend eilen.
Spannend ist es auch in der U-Bahn. Was man da an Schuhen zu sehen bekommt ist fast schon einen Roman wert.
Von ausgetretenen ├ľko-Latschen ├╝ber 70-er Jahre Korkabsatzschuhen, mindestens 10 cm hoch, bis hin zum brandneuestem italienischen Schuhmodell.
Neulich sah ich sogar einen misshandelten Schuh, wirklich!
Es war ein sogenannter Riemchenschuh. Also eine zierliche Sandale mit schmalen B├Ąndchen, welche um die Fesseln gelegt und dann seitlich am Schuh geschlossen werden.
Er hatte einen schlanken, halbhohen Absatz, die Farbe war Schneeballweiss. Aber - was musste dieser unschuldige Riemchenschuh ertragen!
Einen Fuss, der doppelt so breit war als er selber! Zehen und Fussr├╝cken sprengten fast die seitlichen N├Ąhte. Die schmalen B├Ąndchen waren zwischen den hervorquellenden Massen nur zu erahnen. Die Verschl├╝sse standen derart auf Spannung, dass ich automatisch die Luft anhielt.
Um diese eleganten, formvollendeten Abs├Ątze zu erkennen, musste man an den breiten, rotfleckigen, mit Hornhaut ├╝bers├Ąten Fersen vorbeiblicken. Was nur mit seitlich geneigtem Kopf m├Âglich war.
Dieser arme Riemchenschuh hatte mein ganzes Mitgef├╝hl!
Er erstickte vor lauter Fuss. Fast traten mir die Tr├Ąnen in die Augen. An der n├Ąchsten Haltestelle wurde ich von diesem traurigen Anblick erl├Âst, da der Schuh aussteigen musste. Ich h├Ârte f├Ârmlich sein ├ächzen, als die Frau sich erhob und wackelnd zum Ausgang strebte. Mein Mitgef├╝hl begleitet ihn.

Zum Schluss noch eine erfreuliche Geschichte. Da las ich doch letzte Woche in der "Bild der Schuhe" diesen interessanten Artikel, mit der ├ťberschrift: "Wahrer Wert von Schuhen jahrhundertelang verkannt!"
In diesem Artikel ging es um die bekannten gl├Ąsernen Schuhe der "Aschenputtel". Ein Schuhhistoriker hat nun herausgefunden, dass sie nicht aus einfachem Glas, sondern aus echtem Kristall waren. Und der damalige Prinz nur deshalb nach Aschenputtel suchen lie├č, um den zweiten Kristallschuh zu finden. Damit er sie als vollst├Ąndiges Paar seiner ausgefallenen Schuhsammlung beisteuern konnte.
Es war also die Liebe zum Schuh, und nicht etwa, wie erz├Ąhlt wurde, die Liebe zu Aschenputtel.
Und wer weiss? Vielleicht hat er sie ja auch gar nicht geheiratet, sondern ihr den Schuh einfach abgekauft. So konnte sie, pl├Âtzlich finanziell unabh├Ąngig, ihre b├Âse Stiefmutter und ihre geh├Ąssigen Stiefschwestern verlassen.
Schuhe gut, alles gut.

Man stelle sich mal vor.....Schuhe aus echtem Kristall, wow!

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Ole
Manchmal gelesener Autor
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wow

Hallo Fee,

ich sollte wohl doch ├Âfter mit der U-Bahn fahren!
(oder besser ├╝berhaupt einmal..)
Ist ja echt irre, was Du dort alles gesehen hast.
Also ich mag mir nicht so oft Schuhe kaufen.
Die Blasen halten oft l├Ąnger als die Schuhe selbst..

Diese kristallinen Schuhe von "Aschenputtel" w├╝rden auch
mir gut gefallen...(bin ich daher auch ein Prinz?)

Durch Deine Beschreibungen konnte ich die Schuhe f├Ârmlich
sehen / riehen...!

Liebe Gr├╝├če
Ole.
__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gef├╝hlen
meistens zwischen zwei St├╝hlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

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flammarion
Foren-Redakteur
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k├Âstlich!

kommt in meine sammlung. danke f├╝r die unterhaltsame geschichte. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Fee
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2000

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Hallo Ole,
danke f├╝r Deinen Kommentar :-)
Klar bist Du ein Prinz *gg*
Tja, ich kann und will es nicht verleugnen, ich liebe Schuhe wirklich!
Steppende Gr├╝├če von
Fee


Hallo flammarion,
sch├Ân, wenn Dir die Geschichte gefallen hat :-)
Liebe Gr├╝├če auch an Dich!
Fee

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kira
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

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Die arme, arme wei├če Sandale!
Das ist wahrhaftig das allererste Mal, dass ich mit einem Schuh f├╝hle!
(Wie hast du das denn gemacht?)
Wei├čt du, was mir gefalle w├╝rde?
Mehr Geschichten von anderen Schuhen!
Wie steht der Springerstiefel zu den eventuell verbohrten Ansichten seines Herrn?
Wie f├╝hlt sich der Hippie-Korkschuh, der vielleicht schmutzige F├╝├če beherbergt?
Was sagt der Winterstiefel zu der verschwitzten Socke?
Und wie verteidigt die sich?

Fragt eine, die auch mehr Schuhe hat, als sie ben├Âtigt.
(Meine neueste Errungenschaft: ein schwarzer Riemchenschuh aus samtweichem Leder, mit einem etwas h├Âherem Absatz als gewohnt - lauf damit durch die Stra├čen und du erkennst sofort alle Schuhfetischisten! :-)

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Fee
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2000

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Hallo Kira,
herzlichen Gl├╝ckwunsch zu Deinen neuen Riemchensandalen

Was genau meinst Du mit: "Wie hast du denn das gemacht"?

Ja, beim schreiben ist mir auch der Gedanke gekommen, mehrere Schuhe "zu Wort kommen zu lassen", aber sp├Ąter hat sich nicht mehr das passende Feeling dazu eingestellt.
Die Geschichte ist auch schon ├Ąlter. Trotzdem hatte ich nochmal meinen Spass, als ich sie hiereinstellte.
Schreib Du doch mal eine, scheinst meinen Schuhtick ja nachvollziehen zu k├Ânnen

Liebe Gr├╝├če von
Fee

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