Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95264
Momentan online:
550 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wahrheit oder Traum
Eingestellt am 21. 04. 2015 22:53


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Fliegengitter
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2015

Werke: 5
Kommentare: 10
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fliegengitter eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wirklichkeit und Traum vermischten sich ganz unerwartet und ich konnte nicht realistisch beurteilen, ob ich tats├Ąchlich auf dieser weichen Unterlage lag oder doch vor den Stufen stand, die in diese andere, fremde Welt hinab f├╝hrten. Nat├╝rlich wusste ich, dass ich zu diesem Traumreisen-Wochenende gefahren war und ich sah auch den Seminarleiter vor mir. Als Erkennungszeichen hatte er diverse Luftballons an den Zaun seines H├Ąuschens gebunden. Vernarrt in mein Navi war ich trotzdem erst einmal vorbeigefahren, und musste am Rand der kleinen Ortschaft umkehren. Mir war auch noch bewusst, dass ich als erstes ein Foto von dem mystischen Geb├Ąude gemacht habe. Daheim besitze ich einen riesigen Bilderrahmen, hinter dessen Glas die Fotos aller Orte verewigt werden, in denen ich besondere Erlebnisse hatte. Noch wusste ich zu der Zeit nicht, was mich erwarten w├╝rde, aber das Foto war mir sicher. All das erkannte ich ganz genau. Glasklar sah ich alles vor Augen und dennoch r├╝ckte die Wirklichkeit urpl├Âtzlich in weite Ferne, verschwamm zu einer klebrigen Ungewissheit, als ich die k├╝hlen Steinstufen unter meinen F├╝ssen sp├╝rte. Es waren viele Stufen, so dass ich zu Beginn das Ende nicht erahnen konnte. Da ich keine Furcht kenne, setzte ich mich in Bewegung, f├╝hlte mich magisch angezogen von dem warmen Schimmer dort unten und schaffte es ohne Bedenken, alles hinter mir zur├╝ckzulassen. Nach einer gef├╝hlten Ewigkeit hatte ich das Ende der Steintreppe erreicht. Die H├Ąrchen auf meiner Haut richteten sich auf, als ich sah, was vor mir lag. Ich befand mich in einer ganz eigenen, wundersch├Ânen Welt. Es war dunkel aber nicht finster, viele Wege zweigten in ungewisse G├Ąnge, mehrerer Feuer brannten und tauchten das Ganze in ein magisch flackerndes Licht. Unheimlich sch├Ân, oder unheimlich und dennoch sch├Ân - mein erster Gedanke. Ehrfurchtsvoll verharrte ich in meiner Position, sp├╝rte ich doch ganz genau, dass ich ein St├Ârenfried in dieser Welt war und man mich aus dem Verborgenen beobachtete. Nachdem geraume Zeit nichts passierte, wagte ich mich einige Schritte vorw├Ąrts. Ich schob das Netz zur Seite, welches vor dem Eingang hing und augenblicklich h├Ârte ich sie. Es war ein eigenartiger und noch nie geh├Ârter Singsang, ein flatterhaftes Wispern fremder Stimmen, das sich auf all meine Sinne legte. V├Âllig davon eingelullt setzte ich meine F├╝├če bed├Ąchtig voreinander. Sehnsucht, Neugier und Wohlbefinden trieben mich voran. Und dann - dann gaben sie sich zu erkennen. Ich sah sie, die Wesen dieser fremden Welt. Nur f├╝r meine Augen zeigten sie sich und ich f├╝hlte eine tiefe Dankbarkeit in meiner Brust. Noch nie in meinem Leben habe ich derartige Wesen wahrgenommen. F├╝r manch einen wahrscheinlich f├╝rchterlich, h├Ąsslich und gruselig anzusehen, f├╝hlte ich mich wohl bei ihnen. Sie strahlten eine Sanftheit und Freundlichkeit aus, die eine tiefe Zuneigung und ein Zugeh├Ârigkeitsgef├╝hl in mir weckten. Besonders die vielen Hexen hatten es mir angetan. Zwei ergriffen meine H├Ąnde und f├╝hrten mich zu einem lodernden Feuer, forderten mich dort zu einem Tanz auf und jubelten auf ihre Weise, als ich mich darauf einlie├č. Sp├Ąter nahmen sie mich mit in eine kleine H├╝tte. Auch dort schimmerte dieses wohlige Licht und weitere Hexenwesen sa├čen im Kreis. Als sie mich erblickten, rutschten sie zusammen und machten mir Platz, gaben mir das Gef├╝hl, ein willkommener Gast zu sein. Eine von ihnen, mit vielen Wucherungen auf der Haut, die sie ganz besonders aussehen lie├čen, legte mir einen gl├Ąnzenden Schl├╝ssel in die Hand und strich mir mit ihren knochigen Fingern ├╝ber das Haar. Ich stellte Fragen, konnte meine Stimme jedoch selbst nicht h├Âren. Wurde ich von ihnen erh├Ârt? Ich wei├č es nicht. Ganz sicher wei├č ich dagegen, dass ich eine von ihnen bin. Seitdem ich nach dem Wochenende wieder zur├╝ck in meine reale Welt gefahren bin, in die Bucht der Sicherheit wissenschaftlichen Realit├Ąt, trage ich einen kleinen silbernen Schl├╝ssel an einer Kette, um meinen Hals.
__________________
Jede Begegnung die unsere Seele ber├╝hrt, hinterl├Ąsst in uns eine Spur, die niemals verweht.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


herziblatti
???
Registriert: Jan 2007

Werke: 41
Kommentare: 434
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um herziblatti eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Fliegengitter, eine Initiationsgeschichte, die Du uns hier vorstellst, gern gelesen Die Rahmenhandlung ist am Anfang etwas lang, im Mittelteil sind ein paar schr├Ąge Bilder, z.B.

quote:
ein flatterhaftes Wispern
flatterhaft passt f├╝r Wispern nicht, manchmal ist es besser, kein Attribut zu verwenden als eines, das nicht sitzt
quote:
Ich befand mich in einer ganz eigenen, wundersch├Ânen Welt.
der Satz ist ├╝berfl├╝ssig, Du beschreibst diese Welt, das ist f├╝r mich als Leser wichtiger als eine wertende Zusammenfassung. Es sind weitere S├Ątze im Text, die die Geschichte nicht ben├Âtigt, weniger ist oft mehr. Beim ├ťberarbeiten, achte auf Pr├Ązision und Knappheit. Ansonsten, wie bereits gesagt, danke f├╝r die Einf├╝hrung in eine "geheime Welt". LG - herziblatti
__________________
Warten, was der Fluss so bringt - Fritz Popp

Bearbeiten/Löschen    


Fliegengitter
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2015

Werke: 5
Kommentare: 10
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fliegengitter eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Dankesch├Ân herziblatti, das ist ein Kommentar, mit dem ich etwas anfangen kann.
Ich werde noch ein wenig an der Geschichte "feilen". Interessant ist f├╝r mich, dass du mir einige K├╝rzungen empfiehlst. In der Regel h├Âre ich von meinen Kritikern oft, dass ich mich zu kurz fasse und manchmal sogar dr├Âge wenig beschreibe.
Also noch einmal danke und liebe Gr├╝├če
Sabine


__________________
Jede Begegnung die unsere Seele ber├╝hrt, hinterl├Ąsst in uns eine Spur, die niemals verweht.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Werbung