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Leselupe.de > Kurzprosa
Waldspaziergang
Eingestellt am 02. 06. 2002 11:54


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rabexa
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2002

Werke: 5
Kommentare: 4
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Schon beim ersten Schritt in den Wald merkt man, dass sich etwas verĂ€ndert. Die GerĂ€usche von draußen klingen gedĂ€mpft; man lauscht unbewußt den neuen, ungewohnten, aber doch irgendwie vertrauten Lauten des Waldes. Die Sinne sind geschĂ€rft, ,man saugt alles um sich herum auf wie ein Schwamm, den man nach langer Trockenheit wieder mit Wasser betrĂ€ufelt. Mit jedem Schritt versinkt man mehr im Reich des Waldes, man lĂ€ĂŸt seinen Gedanken freien Lauf und fĂŒhlt sich irgendwie befreit. Langsam beginnt man, sich umzusehen. Die moosbewachsenen BĂ€ume stehen dicht an dicht, unsymmetrisch , verkrĂŒppelt, hochgewachsen, wie sie die Natur geschaffen hat. Mal leiser und mal lauter rauschen die Baumwipfel hoch oben im Himmel, vom sachten Wind bewegt. Das Knarren der uralten StĂ€mme vermischt sich mit dem unbeschwerten Vogelgezwitscher. Man fĂŒhlt sich als Eindringling in dieser vollkommenen Welt. Die Schönheit und der Reichtum der Natur, die sich einem offenbart, lĂ€sst einen verstummen.
Das Rascheln des trockenen Laubs begleitet in stetigem Rhythmus die Schritte. Hin und wieder wagt sich ein Sonnenstrahl durch das dichte GewĂ€chs; winzige Körnchen von Staub schweben durch den goldenen Glanz. Der einzigartige Duft des Waldes lĂ€ĂŸt einen tief einatmen; es ist ein seltenen Genuß , reine NatĂŒrlichkeit in die Lungen zu fĂŒllen. Ein schwacher Hauch von Moos, gepaart mit verrotteten BlĂ€ttern und Tannennadeln, dazu noch eine Idee von Harz ergeben die wohlriechende Mischung. Immer lauter wird ein PlĂ€tschern und Glucksen. Ein kleines BĂ€chlein kreuzt den Weg, es fließt fröhlich in einem winzigen Flußbett. Das Wasser ist frisch und klar, und einen Moment bliebt man erstaunt stehen, dass es so etwas Reines gibt. Am Grund liegen moosbedeckte Steine; in langen Jahren hat das perlende Wasser sie abgeschliffen. Hin und wider glitzern einzelne Tropfen in der warmen Sonne; man hat das BedĂŒrfnis, nie wieder von hier fortzugehen. Es ist wohlig warm, die Strahlen kribbeln auf der Haut und verursachen eine wohlige GĂ€nsehaut. Mit einem leisen LĂ€cheln schließt man die Augen und lĂ€ĂŸt sich von diesem wunderbaren GefĂŒhl gefangennehmen. Alles wirkt auf einen ein: das PlĂ€tschern, die warmen Strahlen, das leise Vogelgezwitscher, der Wind und das Rauschen der Baumkronen, man selbst ist nicht mehr wichtig, man genießt die reine Natur und lĂ€ĂŸt sich zu seinen UrsprĂŒngen zurĂŒckfĂŒhren.

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