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Leselupe.de > Humor und Satire
Walterchen, geh du voran!
Eingestellt am 18. 05. 2001 10:45


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Karl Reichert
BlĂŒmchendichter
Registriert: Dec 2000

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*Walterchen, geh du voran!


Alle wissen es, auch Gerd weiß, dass er sich vor Monaten zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, als er vollmundig und ohne Not, wie es nun mal seine Art ist, die Wirtschaftdaten falsch einschĂ€tzte, sich einen Dreck um die „Wirtschafts-Weisen“ kĂŒmmerte und lauthals herausplĂ€rrte, dass er sich an der Arbeitslosenzahl von 3,5 Millionen, zur Wahl im Jahre 2002, messen lassen werde, und er musste es dann auch noch prĂ€ziser formulieren: „Wenn wir das nicht schaffen, doch ich glaube fest daran, haben wir eine 2. Legislaturperiode nicht verdient!“
Doch schon Tage spÀter war es mit den optimistischen Konjunkturdaten der Wirtschaftsinstitute, allen voran, das Kieler IFO Institut, (die NÀhe zum amerikanischen Wirtschaftliberalismus ist bekannt) auch schon wieder vorbei.
Und jetzt soll ausgerechnet unser ehemaliger Fliesenleger und GewerkschaftsfunktionĂ€r, Walterchen, quasi, als eine Art Stellvertreter, nein viel schlimmer, als offensichtlicher LĂŒgner und BetrĂŒger der Nation, an einem langen Wochenende, im dunklen HinterstĂŒbchen, mit abgedeckter Lampe, die ĂŒber 58-jĂ€hrigen Arbeitslosen, weil sie ja sowieso nicht mehr zu vermitteln sind, aus der Statistik streichen? Das macht immerhin 500 000 weniger aus, und sein Boss, der Gerhard, wĂ€re aus dem Schneider und hĂ€tte, so kurz vor der Bundestagswahl dann doch noch recht behalten, mit seiner, wie er dann sicher formulieren wĂŒrde: „... zwar gegen besseres Wissen gehandelt, aber halt mutig; weil er an sich glaube; gesunder Optimismus eben die halbe Miete sei; er lieber auf der Sonnenseite spazieren geht, als sich im Dunklen den SchĂ€del anzuschlagen.“
Doch Walterchen wollte nicht so schnell aufgeben, SolidaritĂ€t galt bei ihm was, und so suchte er nach der bekannten Nadel im Heuhaufen und fand sie, aber mehr zufĂ€llig. Beim rigorosen streichen viel ihm nĂ€mlich auf, dass viele Namen doch sehr bekannt klangen, manchmal war sogar ein Ehemaliger, ein Schulkamerad drunter. Ohne zu zögern griff er zum Hörer und lies sich mit dem Chef verbinden: „Sag Gerd, ist dir eigentlich klar, dass wir unsere eigene Generation, ich habe auch ehemalige Freunde von dir gestrichen, auf den MĂŒll werfen?“ Nach kurzem Zögern bellte Gerd zurĂŒck: „ Du weißt doch sicher, Walter, wo gehobelt wird, fallen SpĂ€ne! So ist das nun mal, wenn man im GeschĂ€ft bleiben will!“


*Walterchen: Arbeits- und Sozialminister, Walter Riester, (SPD), Ex-IG-Metall-Vorsitzender und von Beruf: Fliesenleger.








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