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Leselupe.de > Gereimtes
Walther Vogel Trilogie
Eingestellt am 04. 08. 2005 20:01


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huwawa
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Walther Vogel will dichten

Walther Vogel plant im Urlaub heuer: Dichten!
Walther findet sonst zum Dichten selten Zeit.
Er sucht auf des stillen Waldes Einsamkeit
Fern von Alltagssorgen und von seinen Pflichten.

Walther Vogel sitzt im Wald auf einem Steine.
Er sinniert, philosophiert, vom Lauf der Welt.
Und er hofft, dass sich sein Geist im Tann erhellt.
Eine Eingebung ihm zuflög, eine kleine.

Doch es fĂŒllen seines Buches Seiten weder
Sich mit Verslein noch mit (sanft gebognem) Reim
Kein Sonett entquillt der widerborstÂŽgen Feder.

So erstickt des Dichters Laufbahn schon im Keim.
Er erkennt bald, sich verdichten kann nicht jeder
Walther Vogel steigt ins Auto und fÀhrt heim.


***

Walther Vogel kann das Dichten nicht lassen

Walther Vogel kann das Dichten doch nicht lassen.
Überwindet seine schöpferische Krise.
Statt im Wald will er nun auf der grĂŒnen Wiese
Was er denkt und was er fĂŒhlt in Worte fassen.

Walther Vogel sitzt im Gras auf einem Steine.
Sieht die Blumen, hört der Bienen ihr Gesumm.
Dort im GrĂŒnen bleibt sein Herz nicht lĂ€nger stumm
Und es kommt mit des Poeten Geist ins Reine.

Aus der Feder fließt nun bald schon Spruch um Spruch
Quellen Verse, und des Schreibers Sinn wird lichter
Es fĂŒllt Seite rasch um Seite sich zum Buch.

Walther Vogel ist zufrieden und so spricht er:
Dieser zweite war ein lohnender Versuch.
Bin kein Wald- wohl, doch gewiss ein Wiesendichter!


***

Walther Vogel will noch mehr dichten

Walther Vogel will dem Anspruch voll genĂŒgen
Die gestrenge Literatenschaft ihm stellt.
Will ein Fixstern werden in der Dichterwelt -
Der Poet bricht auf zu neuen HöhenflĂŒgen.

Walther Vogel sitzt am Berg auf einem Steine.
Er blickt weit ĂŒber das Land der Dichter hin.
„Wie begnadet ich als Lyriker doch bin!“
„Auf dem Gipfel“, trĂ€umt er, „steh ich bald alleine.“

Doch dem Aufstieg istŽs als PhÀnomen zu Eigen:
Immer dĂŒnner wird in lichten HöhÂŽn die Luft.
Walther Vogel bringt die Atemnot zum Schweigen.

All zu schnell ist so der Gipfeltraum verpufft
Doch der Dichter tröstet sich im Niedersteigen:
„Ach, viel mehr lieb ich der grĂŒnen Wiese Duft!“

__________________
manchmal sind die anderen klĂŒger als man(n) selbst...denkt

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dan
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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ich find's witzig, nur beim versmaß holpert es teilweise.

(und noch ne bemerkung: 'dilettant' schreibt man mit EINEM L und ZWEI T! )

__________________
(c) by dan

ein gutes buch genĂŒgt

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huwawa
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hallo dan

danke fĂŒr den hinweis - peinlich, peinlich, peinlich...aber letztendlich doch nur der wahrheitsbeweis...

freut mich, dass dir mein gedicht gefÀllt. ja, es liest sich vielleicht ein wenig unrhythmisch, aber wenn man jede zeile konsequent im anapÀst (2 senkungen, 1 hebung) zu lesen beginnt, passt es eigentlich.

liebe grĂŒĂŸe
huwawa
__________________
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Walther
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Guten Tag, huwawa,

zuerst: großes Kompliment. Schönes Sonett-Tryptichon. Wie angedroht per Email ein paar kleinere Ver(s)besserungsvorschlĂ€ge.

quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von huwawa
Walther Vogel will dichten

Walther Vogel plant im Urlaub heut zu Dichten!
Er findet sonst zum Dichten selten Zeit.
Er sucht auf des stillen Waldes Einsamkeit
Fern von den Alltagssorgen und den Pflichten.

Walther Vogel sitzt im Wald auf einem Steine,
Sinniert, philosophiert, vom Lauf der Welt.
Er hofft, dass sich sein Geist im Tann erhellt,
Eine Eingebung ihm dabei zuflög, eine kleine.

Doch sich fĂŒllen seines Buches Seiten weder
Mit Verslein noch mit (sanft gebognem) Reim
Kein Sonett entquillt der widerborstÂŽgen Feder.

Des Dichters Laufbahn erstickt so schon im Keim.
Und er erkennt, daß sich verdichten kann nicht jeder:
Frustriert steigt er ins Auto und fÀhrt heim.


***

Walther Vogel kann das Dichten nicht lassen

Walther Vogel kann das Dichten doch nicht lassen.
Und ĂŒberwindet seine schöpferische Krise.
Statt tief im Wald will er nun auf der Wiese
Das, was er denkt und fĂŒhlt, in Worte fassen.

Walther Vogel sitzt im Gras auf einem Steine.
Und sieht und hört der Bienen laut Gesumm.
Im GrĂŒnen bleibt sein Herz nicht lĂ€nger stumm
Und des Poeten Geist, er kommt mit sich ins Reine.


Es fließt schon reich bald nun Spruch um Spruch,
Es quellen Verse und des Schreibers Sinn wird lichter
Es fĂŒllt sich Seit um Seite rasch zum vollen Buch.


Walther Vogel, tief zufrieden, sitzt und spricht er:
Ja, dieser zweite, war ein lohnender Versuch.
Bin zwar kein Wald-, jedoch gewiss ein Wiesendichter!


***

Walther Vogel will noch mehr dichten

Walther Vogel will dem Anspruch voll genĂŒgen
Den Literatenschaft gestreng ihm stellt.

Er will ein Fixstern werden in der Dichterwelt -
Unser Poet bricht auf zu neuen HöhenflĂŒgen.

Walther Vogel sitzt am Berg auf einem Steine.
Weit blickt er ĂŒbers Land der Dichter hin.
„Wie hochbegabt ich doch als Dichter bin!“
„Und auf dem Gipfel“, trĂ€umt er, „steh ich bald alleine.“


Dem Aufstieg istŽs als PhÀnomen zu eigen:
Daß immer dĂŒnner wird in lichten HöhÂŽn die Luft.

Walther Vogel bringt die Atemnot zum Schweigen.

Und all zu schnell ist so der Gipfeltraum verpufft
Der Dichter tröstet sich im Niedersteigen:
„Ach, so viel mehr lieb ich der grĂŒnen Wiese Duft!“

Das ist jetzt eine Version nach meinem inneren Sonettmetrum. Ich bitte vielmals um Entschuldigung fĂŒr eventuelle Verschlimmbesserungen. Denn eines ist klar: Die Originalversion ist und bleibt die Originalversion. Und alles, was danach kommt, ist Anregung zum Weiterarbeiten oder Verwerfen, nicht mehr und nicht weniger.

Ich wĂŒnsche Dir viel Spaß beim weiteren Sonetten und danke Dir nochmals fĂŒr Deinen humorigen und sinnigen Eintrag. Aber, wie ich Dir schon schrieb, was gut ist, kann man immer noch besser machen wollen. Und dieser Eintrag ist ein Versuch, genau das zu unternehmen.

Liebe GrĂŒĂŸe und schönen Abend!

W.

PS.: Ich habe Dir bewußt ein Sonett gewidmet, das mit Form und Inhalt und dem ewigen Dichterleid, dem Zweifel am eigenen Vermögen, spielt.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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huwawa
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Hallo lieber Walther

Danke, dass du dich so intensiv mit meinem Gedicht befasst hast. Das Problem ist, dass ich dem Anfangsschema
"Walther Vogel" _ _ - _ (= AnapÀst, ich versuchs mal so darzustellen) durchgÀngig treu bleiben möchte, es ist durch den Namen einfach so vorgegeben. Leider ist es mir "hinten hinaus" manchmal nicht so richtig zusammengegangen, du hast das ganz richtig erkannt z. B. bei:
Walther Vogel will den AnsprĂŒchen genĂŒgen
....
Der Poet bricht auf zu neuen HöhenflĂŒgen.


Aber jemand hat ja schon geschrieben, dass Sonette keine so ganz einfache Sache sind und so muss ich mich wohl mit meiner Unvollkommenheit abfinden.

Dennoch vielen Dank fĂŒr deine Hilfe und Anteilnahme
und eine gute Nacht wĂŒnscht dir
huwawa


__________________
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Walther
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Lieber huwawa,

daß ich an Deinen Sonette mich versucht habe, hat nichts damit zu zun, ob sie mir gefallen oder nicht. Ich finde das Thema interessant und von der Beschreibung wunderbar humorvoll angegangen.

Die Form des Sonetts ist nicht so ganz einfach. Ich versuche mich an meiner Lieblingsgedichtform - neben dem Haiku - schon seit Jahren. Meine Fortschritte sind nur allmĂ€hlich spĂŒrbar. FĂŒr das Sonett und alle strengeren Gedichtformen gilt: Die Übung macht's.

Du bist schon, so meine ich, auf einem guten Weg schon weit vorangekommen. Einfach weiterĂŒben, mit der Zeit geht es leichter von der Hand.

Liebe GrĂŒĂŸe

W.
__________________
Walther
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Rudolfus
Manchmal gelesener Autor
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Hallo lieber Huwawa,
keine falsche Bescheidenheit: Die Verse sind Dir vorzĂŒglich gelungen! Die Tatsache, dass man neben dem fĂŒnffĂŒĂŸigen AnapĂ€st auch den sechshebigen TrochĂ€us metrisch antreffen könnte, unterstreicht das Schwerelose und Elegante der so schlicht-beilĂ€ufig auftretenden Sonette. Deinen Walther zieht es von der Vogelweide, auf der er denkend und mit gekreuzten Beinen sitzt, empor zu den Sternen, zu den Gipfeln der Höhenkammliteratur, wo er in Luftnot gerĂ€t. WĂ€re er doch nur auf seiner Heide geblieben, auf der ihm sein Liebchen ein Rosenbettchen bereitet hat. Aber die Kleine muss wohl einen anderen Liebsten erkiesen.

Poesie und ironischer Anspielungsreichtum verbinden sich auf eine schöne Weise.

Weiterhin so schöne poetische EinfĂ€lle wĂŒnscht
Rudolfus
__________________
Sieh auf zu den Sternen, hab' acht auf die Gassen...

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