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Leselupe.de > Gereimtes
Wanderungen
Eingestellt am 23. 08. 2010 11:02


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Walther
Routinierter Autor
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Wanderungen


Ich ging auf H├╝geln, Bergen, Fl├Ąchen,
Entlang von Fl├╝ssen, Seen, B├Ąchen.
Ich war stets unterwegs zu mir.
Erst war ich da. Dann war ich hier.

Die Wege, steinig, manchmal steil,
Ich ├╝berstand sie, m├╝de, heil,
Und lernte viel ├╝ber das Leben.
Ich sa├č im Wald und unter Reben,

Auf leerem Platz, in Licht und Schatten,
Ich traf die Katzen, Marder, Ratten,
Die Igel und den kleinen Hund:
Die Wahrheit tat sich mir nie kund,

Und mich, ich hab mich nie getroffen.
Ich wandre weiter, weil das Hoffen,
Zu mir zu kommen, niemals geht.
Ich habe oft danach gefleht,

Doch heute w├Ąchst in mir die Angst:
Wenn du erreichst, was du verlangst,
Dann istÔÇÖs dein letzter Augenblick.
Und dieser Blick geht nur zur├╝ck.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Lieber Walther,

inhaltlich kann ich Dir nicht zustimmen. Es w├Ąre auch zu traurig, wenn die Suche nach dem Selbst, wie es schon die alten Griechen forderten:"Erkenne dich selbst" erst im letzten Augenblick des Lebens m├Âglich w├Ąre.

Du kennst ja meine Signatur: "Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis..."ja, ganz gewiss ist das so, aber er durchl├Ąuft viele Abschnitte im Laufe seines Lebens und kommt auch seinem Selbst, sei es in der Ekstase, sei es im Leid, st├Ąndig etwas n├Ąher. Wenn er auf seine letzten vergangenen 20 Jahre zur├╝ckblickt, wird er sehen, dass er sich ver├Ąndert, sich weiterentwickelt hat und die Hoffnung aufrecht erhalten, dass er in dieser Sache noch ein wenig mehr von der Ernte einfahren wird. Wozu g├Ąbe es sonst alte wirklich weise Menschen, die von den jungen, suchenden ja auch gebraucht werden, wenn die Weisheit, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger, erst in den letzten Augenblicken auftauchen w├╝rde?

Vielleicht deute ich die letzte Strophe aber auch zu ├╝berspitzt, das kann ja sein.

Ansonsten gef├Ąllt es mir gut, wie Du diesen Weg des Suchenden beschreibst.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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Lieber Walther,

ich schon wieder

quote:
Die Wahrheit tat sich mir nie kund,


Inhaltlich wahrscheinlich genau das Passende. Sprachlich f├Ąllt - f├╝r mich als Nichtschwaben - diese Zeile etwas ab gegen die wundersch├Ânen anderen.

quote:
Die Wahrheit war ein seltner Fund,

passt wahrscheinlich inhaltlich nicht ganz. Aber vielleicht verleitet Dich dieser Vorschlag, ├╝ber diese Zeile noch mal nachzudenken.

Es ist ├╝brigens auch eine etwas mehr in die optimistische Richtung gehende Deutung m├Âglich:

Wenn ich mich irgendwann erkenne, bin ich auf jeden Fall nicht mehr derselbe, werde neu und lasse meine alte Identit├Ąt hinter mir. So gesehen ist das auch Grund f├╝r die Hoffnung und muss auch nicht erst dann geschehen, wenn wir alt und grau sind.

Die gef├Ąllt mir eigentlich ganz gut

Das Ich als dynamische Ver├Ąnderliche: Das ist bestimmt schon mal thematisiert worden.

Danke f├╝r das wirklich anregende Gedicht.

lG

Herbert
__________________
┬ę herberth - all rights reserved

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
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Lb. Thomas,

f├╝r Deinen Eintrag ganz herzlichen Dank. Da mu├č man aufpassen, da├č man als Autor nicht abhebt. Zum Gl├╝ck erdet einen die Lupe immer schnell wieder, und das ist gut so.

Viel Spa├č beim Lesen meiner Lyrikversuche. F├╝r Feedback bin ich immer dankbar, Lob darf es auch manchmal sein.

Frohes Dichten und Werken.

LG W.

Lb. Estrella,

auch Dir lieben Dank f├╝r Lob und Wertung!

LG W.

Lb. Vera-Lena,

LyrIch und Dichter sind durchaus nicht immer identisch, das voraus. Aber in der Tat ist wohl so, da├č den Menschen, zumindest zeigen mir das viele Gespr├Ąche ├╝ber diesen Themenkreis, dieses Gef├╝hl des sich Suchens und nie Findens haben.

Ich habe das am Ende ├╝berspitzt, indem ich auf die Gefahr hinwies, da├č am Ende das sich Finden genau dieses Ende bedeutet k├Ânnte. Das Leben als Suchen und Finden ist ein bekanntes Bild, das ich hier in einer besonderen Weise versucht habe aufzugreifen. Mir ging es nicht um eine letzte Aussage zum Thema, einzig das Gef├╝hl des Inviduums, das dieses doch immer wieder ├╝berf├Ąllt, wollte ich in Worte kleiden.

Danke f├╝r Deine tiefsinningen ├ťberlegungen dazu.

LG W.

Lieber Herbert,

in der Tat erfindet sich der Mensch nach Br├╝cher in der Biographie manchmal ├╝berraschend neu. Nicht selten ├Ąndert sich Richtung und Schwerpunkt seiner Reise.

Letztlich ist mein Gedicht eines, das anregen soll zum Nachdenken, zum Sinnieren, wie das im S├╝den so treffend formuliert wird. Es ist sch├Ân, da├č dieses Konzept bei Dir auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Nun zu dem von Dir hervorgehobenen Vers. Die Formulierung "kund tun" - als Synonym der Verbs verk├╝nden - ist eher eine weniger gebr├Ąuchliche. So "tat" der Stadtschreiber oder Herold "kund und zu wissen", wenn er eine ├Âffentkliche Verk├╝ndigung auf dem Marktplatz oder bei Hofe zu machen hatte. Das ist nicht mehr "modern". Aber, wenn Du die Diktion des Gedichts einmal Revue passieren l├Ą├čt, dann sind Ton und Wortwahl durchaus stimmig und eben nicht reimgeschuldet.

Ich werde dennoch Deinen Hinweis aufgreifen f├╝r sp├Ątere Versionen, die dieses wie alle unsere Gedichte sicherlich einmal erhalten wird.

LG W.

Lb. Marie-Luise,

Du hast in der Tat die kleine Unreinheit im Metrum aufgespie├čt, das ist richtig und korrekt. Ich habe sie in diesem Falle aus inhaltlichen Gr├╝nden stehen lassen, eben weil auch Dein Vorschlag den Inhalt, wie ich wollte, eben nicht komplett trifft.

Daher lebe ich an dieser Stelle mit Deiner berechtigten Kritik und danke Dir f├╝r Deinen Hinweis.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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