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Leselupe.de > Gereimtes
Warten
Eingestellt am 01. 12. 2004 23:28


Autor
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Thomas Gro├č
???
Registriert: Aug 2004

Werke: 96
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-Warten-

ein nebliger Tag
die Sonne vermag nicht
dies Wolkengrau wegzuwischen

wo bleibt nur der Schnee
das Land trist und nackt
am Acker streiten die Raben

mein Blick schweift umher
im Flu├č tauchen Enten
ein Schwan zieht k├Âniglich weiter

egal was ich frag
der Himmel verh├╝llt sich
in N├Ąhe und endloses Schweigen

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dasZottel
???
Registriert: Nov 2004

Werke: 23
Kommentare: 28
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Hey Thomas!

Muss schon sagen, gef├Ąllt mir. Manchmal ist es eben doch ganz sch├Ân Naturbetrachtungen zu genie├čen, ohne gro├če Umscheife und verst├Ąndlich.
Mir ist nur nicht ganz klar, auf was der prot. nun wartet. Auf die Sonne? Oder doch den Winter? Denn einerseits vermag die Sonne die WOlken nicht beiseite zu schieben und andererseits fragst du, wo denn der Schnee bleibt.
Aber sonst super


Liebe gr├╝├če
Claudi
__________________
Wer sagt, er lese Gedichte, um sich daran zu erfreuen, l├╝gt. Wer sagt, er lese Gedichte, ohne sich daran zu erfreuen, l├╝gt ebenfalls.

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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

Werke: 73
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Hallo Thomas!

Zuerst einmal m├Âchte ich dir sagen,
dass ich dein Gedicht sehr gern
gelesen habe. Es hat f├╝r mich mehrere
Ebenen (was auch ├╝ber den Titel sehr
sch├Ân herauskommt - er gibt dem Gedicht
Richtung).

Einerseits eine sehr bildhafte
Naturbeschreibung - ich konnte
mir die Szenerie richtig
vorstellen - andererseits dieses
"Warten", das auf einer tieferen Ebene
Ausdruck findet; das sich die Frage
nach dem "Worauf" gefallen lassen
muss, auch wenn es darauf nicht
unbedingt antworten kann.

├ťber zwei Stellen bin ich allerdings
gestolpert und m├Âchte dich bitten,
mir da ein wenig weiterzuhelfen:

Zum einen habe ich direkt beim ersten
Lesen vermeint, einen Bruch zu sp├╝ren
in der dritten Strophe, habe dann
verschiedene ├ťberlegungen angestellt,
so auch, ob man sie vielleicht
weglassen sollte, komplett, doch damit
war ich auch nicht zufrieden.
Dann hab ich ├╝berlegt, ob man sie
vielleicht umformulieren sollte, aber
so richtig der z├╝ndende Gedanke kam
mir dabei auch nicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe
f├╝r mich dann herausgefunden, dass
es im wesentlichen nur der letzte
Vers der dritten Strophe ist, an
dem ich mich sto├če:

ein Schwan zieht k├Âniglich weiter

Hierbei vor allem daran, dass Schwan
nur eine Silbe hat als zweites Wort im Vers,
im Gegensatz zu den dritten Versen der
anderen Strophen:

Str. 1 Wolken(grau) (2-3 Silben)
Str. 2 Acker (2 Silben)
Str. 3 Schwan (1 Silbe)
Str. 4 N├Ąhe (2 Silben)

Das w├Ąr vermutlich f├╝r mein Empfinden v├Âllig
egal, h├Ątte nicht zieht als drittes
Wort auch nur eine Silbe. In meinem Gef├╝hl
entsteht dadurch ein Ungleichgewicht - das
aber vielleicht durch dich sogar absolut
beabsichtigt war... Was meinst du?

Auch das k├Âniglich l├Ąsst mich aufmerken,
weil es ansonsten in diesem Gedicht nichts
k├Ânigliches gibt... k├Ânnte aber auch ein
willkommener Kontrast sein - du siehst, ich
bin mir da mit mir selbst nicht einig...

Und jetzt noch eine Stelle in der vierten
Strophe, bei der ich einfach nicht genau
wei├č, was ich davon halten und wie ich sie
evt. verstehen soll:

der Himmel verh├╝llt sich
in N├Ąhe und...

"verh├╝llt sich in" ist f├╝r mich eine Art
Dopplung, und ich muss zugeben, ich
verstehe ihre Bedeutung hier nicht wirklich.
Wenn ich mir dein Gedicht aber durchlese,
kann ich mir nicht vorstellen, dass es nur
um die Silbenzahl ging (denn es w├Ąre zwar
nur noch eine Silbe, wenn du nur "h├╝llt"
geschrieben h├Ąttest, an der Stelle h├Ątte
das meiner Meinung nach aber nicht Flu├č
und Ausgewogenheit des Textes gest├Ârt).

W├╝rdest du mir bitte helfen, das zu
verstehen? Danke dir! :-)

Ganz liebe Gr├╝├če,
cara
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Thomas,

ein sehr stimmungsvolles Bild, welches du hier beschreibst. Ich hatte hier keine Probleme bez├╝gl. des Leseflusses.
Anlehnend an deine Haiku f├Ąllt mir immer wieder auf, welch feines Gesp├╝r du gerade bei Naturbeschreibungen hast.

LG
Sandra

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Thomas Gro├č
???
Registriert: Aug 2004

Werke: 96
Kommentare: 129
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Hallo dasZottel,

vielen Dank f├╝r Deine Gedanken zu mein "Warten".

"Mir ist nur nicht ganz klar, auf was der prot. nun wartet. Auf die Sonne? Oder doch den Winter? Denn einerseits vermag die Sonne die Wolken nicht beiseite zu schieben und andererseits fragst du, wo denn der Schnee bleibt."

Stimmt, es klingt wie ein Widerspruch...
Meine Gedanken (beim Spaziergang) waren: 'Wenn das Wetter schon trist und sonnenscheinarm ist (also sp├Ątherbstlich oder vorwinterlich), dann k├Ânnte es auch endlich schneien!'

Hallo cara,

Deine Textausarbeitung ist ja l├Ąnger als das Werk selbst. Vielen Dank f├╝r die kritische Betrachtung.

├ťber zwei Stellen bin ich allerdings
gestolpert...
Zum einen habe ich direkt beim ersten
Lesen vermeint, einen Bruch zu sp├╝ren
in der dritten Strophe...


Oft merke ich in meinen Texten (beim Lesen) gar keine 'Br├╝che'. Das Gedicht flie├čt und holpert scheinbar nicht. Deine Beobachtung mit den zwei Silben (au├čer in Strophe 3) bringt mich nun ins Gr├╝beln. Ich k├Ânnte aus Schwan, die Schw├Ąne machen (doch dann w├Ąre das Wort "die" zweimal vorhanden und die Strophe "die Schw├Ąne ziehen k├Âniglich weiter" h├Ątte somit 10 Silben- statt 8).

Das k├Âniglich wurde von mir gew├Ąhlt, weil (f├╝r mich) die Schw├Ąne etwas "Adliges" haben. Aufgefallen ist mir, da├č z.B. die Enten auf'n Flu├č oder im Teich immer gleich "betteln" kommen; Schw├Ąne dagegen eher nicht. Wirft man dann Brotkrumen ins Wasser, dann sind die Schw├Ąne meist "verfressener" als die Enten...

Jetzt zu Deiner Frage in Strophe 4:

"der Himmel verh├╝llt sich
in N├Ąhe und endloses Schweigen"

Hier ging es mir um das Verh├╝llen durch tiefe Bew├Âlkung (z.B. Hochnebel) und daraus resultierend die scheinbare Ann├Ąherung an den Himmel, schaue ich hinauf. Gleichzeitig ist das endlose Schweigen einmal bezogen auf Religi├Âses; andererseits wirken die tiefen Wolken wie ein "D├Ąmmschutz", d.h. selbst der Klang von Flugzeugen ist kaum mehr h├Ârbar und wenn dann nur ganz dumpf.


Hallo Sandra,

ja ich schreibe sehr gerne ├╝ber die Natur. Oft flie├čt dann auch viel von meinem "Innenleben" mit hinein.


Ganz liebe Gr├╝├če
sendet euch Thomas
und nochmals
danke f├╝rs Lesen und f├╝r die Eintr├Ąge hier...

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