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Leselupe.de > Humor und Satire
Warum Rentner langsam Auto fahren
Eingestellt am 18. 08. 2011 14:00


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P├╝rierstab
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2011

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Erwin, 75 Jahre alt, wohlhabender Retner, dreifacher Gro├čvater, seit 45 Jahren mit Gertrud verheiratet und seine gro├če Leidenschaft: schnelle,teure Autos.
Erwin legt gro├čen Wert auf das Optische seines Gef├Ąhrts, doch noch mehr , auf dessen Pferdest├Ąrken. 180 sollten es bei seiner neuesten Errungenschaft, einem Mercedes E 220, sein.
Jede Fahrt genie├čt er. Er achtet penibel auf die visuelle Unversehrtheit seines PKW und l├Ąsst ihn regelm├Ą├čig Warten.
Er liebt die Blicke der anderen Rentner in seiner Umgebung, wenn er gem├Ąchlich durch die Ortschaft f├Ąhrt.
Erwin l├Ąsst sich durch nichts aufhalten, wenn er bei erlaubten 50 km/h konstant mit 35 km/h den gesamten Verkehr aufh├Ąlt. Schlie├člich hat Erwin jede Menge Zeit und kann es sich nicht leisten, das neue teure Auto unn├Âtigen Gefahren auszusetzen.

Erwin geht, wie man auch an seinem fahrbaren Untersatz erkennen kann, mit der Zeit und hat sich darum ein tragbaren Telefon zugelegt. Selbstverst├Ąndlich auch, um jederzeit von seinen Seniorenfreunden aus dem Kegelclub \" Senioren an die Macht\" erreichbar zu sein, mit dem er sich regelm├Ą├čig 6 mal die Woche trifft. Er tritt stets daf├╝r ein, die Treffen um das doppelte anzuheben. Dies mag sich viel anh├Âren, ist aber noch zu selten wenn seit einem knappen halben Jahrhundert der Ehemann von Gertrud ist.
Erwin legte ein Verhalten eines Geheimbeauftragten der GEZ an den Tag um sein Handy vor Gertrud zu verbergen. Trotz aller Bem├╝hungen konnte Erwin nicht verhindern das Gertrud sein Handy eines Tages zuf├Ąllig festgeklebt unter dem Deckel des Toiletten-Wasserkastens beim putzen entdeckte.
Von da an befand sich seine Handynummer auf Platz 1 des Kurzwahlspeichers ihres gemeinsamen Haustelefons, damit Gertrud jederzeit zugriff auf das Geh├Âr ihres Mannes hatte.

Seitdem machen die gem├╝tlichen Autofahrten nur noch halb so viel Spa├č. Denn Gertrud nutzt oft und gerne die Gunst der Stunde, um ihren Mann anzurufen und ihn diverse Kleinigkeiten besorgen zu schicken.

An diesem Abend, Erwin cruiste grade an der Gastst├Ątte \"Zum irren Hirsch\" vorbei, klingelt zum 13. mal an diesem Tag sein Handy. Es ist Gertrud und Gertrud braucht dringend Calcium-Brausetabletten. Erh├Ąltlich in jeder Drogerie.
Es d├Ąmmert bereits und Erwin wird blass. Er schaut auf die Uhr. 5 Minuten vor 20.00 Uhr. Alle Alarmglocken in seinem Kopf fangen an zu schrillen. Seine Augen sind weit aufgerissen und sein Gesicht naht einem Farbton, der an Kreide erinnert.
Das letzte Mal als Gertrud die Calcium-Tabletten ausgingen, konnte er die ganze Nacht nicht schlafen, weil Gertrud Nachts um 3.00 Uhr kreischend und heulend am K├╝chentisch sa├č und dachte, ihr w├╝rden nun s├Ąmtliche Haare ausfallen, weil sie dies einmal in einer bekannten Frauenzeitschrift gelesen hatte.
Selbst als er ihr dann selbstlos eines seiner Toupets anbot, falls dieser Fall eintreten w├╝rde, lehnte sie fauchend ab und zwang ihn, umgehend loszufahren um die n├Ąchste Notfall-Apotheke aufzusuchen und ihre Brausetabletten zu besorgen.

Nun ist es also 5 Minuten vor 20.00 Uhr und somit gleich Gesch├Ąftsschluss und die n├Ąchste Drogerie ist mindestens 10 Strassen entfernt.
Mit Panik in den Augen klammert Erwin sich ans Lenkrad und tritt aufs Gas. Jetzt machen sich auch die 180 PS endlich mal bemerkbar. In Nullkomanichts beschleunigt er auf 120 Sachen und rast durch die Ortschaft. ├ťberall in den Strassen die Erwin durchquert, schmei├čen sich die Passanten in B├╝sche, Hecken und Hauseing├Ąnge, alarmiert von den quietschenden Reifen. Auf der Windschutzscheibe befanden sich mittlerweile eine tote Katze udn verschiedene M├╝llreste, die h├Ąngenblieben, als er es nicht schaffte einem M├╝llcontainer auszuweichen. Nach einer letzen Kollisionmit einer Bushaltestelle, an der ein Hund sein Leben lie├č, kommt Erwin mit kreischenden Reifen vor der Drogerie zum stehen. Mit Angstschwei├č auf der Stirn und immernoch kreidebleich sieht er, wie ein Mitarbeiter die Eingangst├╝r des Gesch├Ąfts schlie├čen will.
Erwin springt todesmutig aus dem Wagen, rennt zur T├╝r und tritt sie dem Mitarbeiter vor\'s Gesicht, wobei dessen Nase bricht. Das verschafft Erwin Zeit in die Abteilung mit den Brausetabletten zu rennen. Nach kurzem Umsehen entdeckt Erwin die Dose mit der Aufschrift: \"Calzium-Brausetabletten, zum t├Ąglichen Verzehr geeignet\", im Regal stehen und nimmt sie liebevoll mit einem L├Ącheln auf den Lippen in beide H├Ąnde und marschiert stolz in Richtung Kasse. Schlie├člich schreitet er zum Ausgang wo draussen sein optisch stark mitgenommener Benz auf ihn wartet.

Und die Moral von der Geschicht\':
Auch wenn ihr mal mit 20 km/h hinter einem 18 PS starkem Neuwagen herkriechen m├╝├čt oder mal 2 rote Phasen an \'ner Ampel hinter einem Renter abwarten m├╝├čt, denkt daran:
Dieser alte Mann hat sicher eine Gertrud zuhause. Also g├Ânnt ihm das Vergn├╝gen.

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