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Leselupe.de > Humor und Satire
Warum bin ich?
Eingestellt am 28. 10. 2005 18:46


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Kalidasha
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2005

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Riiiiiing!...wie ein Eispickel durchdringt dieses schaurige Geräusch meinen Kopf und quält sich langsam, aber unaufhörlich bohrend bis ins Gedächtnis vor, wo es sich penetrant festsetzt.
Riiiiiing!...automatisiert tastet sich mein Arm dem Höllenlärm entgegen und versetzt ihm einen kraftlosen, aber umso mehr hasserfüllten Klaps und lässt ihn endlich verstummen. Ruhe! Glückseligkeit! Geborgenheit! Ich drück mein Gesicht noch tiefer in das Kissen und ziehe die Decke noch höher über den Kopf. Nichts von meinem Körper ist spürbar, alles noch im Tiefschlaf. Wirklich alles? Aua - und was, zum Teufel, ist dann das...?
Na, eh klar! Was bitte, erwacht am frühen Morgen im Körper eines Menschen als Erstes? Ist es vielleicht das Gehirn? Nein! Das befindet sich noch in völliger Schwerelosigkeit irgendwo im Nirvana. Ist es etwa der Arm, der so früh am Morgen schon rohe Gewalt anwenden musste? Nein! Das hat der selbst gar nicht mitbekommen. War ein reiner Reflex im Unterbewusstsein. Hätte ich etwas anderes getroffen, jedes Gericht der Welt müsste mich wegen Unzurechnungsfähigkeit freisprechen.
Nein, ich sag´s euch - es ist die verdammte Blase!!
Dieses elende Brennen, Ziehen und Verkrampfen lässt einem keine Ruhe mehr. Es zwingt dich aus dem Bett, dem vertrauten Weg mit noch etwas wankenden Schritten folgend, auf´s Häus´l.
Während die Augen immer noch fest geschlossen sind, holt die unendliche Erleichterung und ein unbeschreibbares Glücksgefühl jetzt das Gehirn ins Leben zurück. Langsam fährt das System hoch und checkt erst mal: wo bin ich? wer bin ich? warum bin ich?
Gleichzeitig, während das Gehirn gerade an der letzten Aufgabe kläglich scheitert und sich langsam Verwirrtheit ausbreitet, öffnen sich, zaghaft und noch vorsichtig blinzelnd, die Augen. Die Ohren, vom steigenden Blutkreislauf noch in dumpfes Rauschen gehüllt, versuchen verzweifelt die richtige Wellenlänge zu finden. Mein Gehirn, die Existenzfrage schon längst verworfen, kämpft jetzt um jeden klaren Gedanken. Tag – Nacht…?
Ich blicke auf meine Hände, dann runter auf die Füße. Noch unfähig, Zahlen in der richtigen Reihenfolge aneinander zu reihen bewege ich meine Zehen und versuche, die Fugen der Bodenfliesen nach zu zeichnen. Das Gehirn hat inzwischen die Tag/Nacht Frage erfolgreich gelöst und konzentriert sich jetzt widerwillig auf die Koordination meiner nächsten Aufgaben:
Ab in die Küche, Kaffee aufsetzen - Teekocher an - Hunde in den Garten rauslassen – was ist das für ein Geräusch? – dann in´s Büro, PC einschalten und nach oben, Tochter wecken – klopft da jemand? - wieder runter in die Küche, Toaster an - im Esszimmer Tisch decken - da ruft doch jemand! - Hunde wieder reinlassen - Brot in das Wasser und Teebeutel in den Toaster - Quatsch...umgekehrt natürlich! - wieder hoch, noch mal Tochter wecken - nicht notwendig!...häh?...warum nicht notwendig?...ach so!...das Klopfen, die Stimme! - "Papa! Beeil dich, ich muss gaaanz dringend!!!" Bestätigung, die Ohren sind jetzt auch auf Empfang. Putzmunter und rotzfrech meldet die Blase: ich habe fertig!
Na dann...
Kuss und ab in die Küche - carpe diem! Wie war das jetzt noch mal mit dem ‚warum bin ich’?

Kalidasa

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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

Werke: 51
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Ich persönlich find' den Text nur wenig lustig. Er passt mehr zur Kategorie "Tagebuch".

Marius

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