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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Warum schreiben?
Eingestellt am 09. 06. 2003 12:01


Autor
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Michi
Hobbydichter
Registriert: Jun 2003

Werke: 1
Kommentare: 4
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Schreiben ist wie Urlaub machen, ist eine unvergessliche, eindr├╝ckliche
Zeit. Eine Geschichte, die vor langer Zeit geschrieben wurde, zur Hand zu nehmen
und zu lesen bedeutet, ein Fotoalbums aufzuschlagen.
Schreiben verbindet den Autor mit der Geschichte, verschwei├čt Thema und
Schreiber, wobei die Schwei├čnaht nicht selten zur Narbe wird. Texte sind
unverzerrte, gnadenlos ehrliche und unmittelbare Abdr├╝cke vom Stempel des Augenblicks
in unterschiedlich stark verschl├╝sselter Form.
Schreiben ist nachdenken, ist beten, meditieren und suchen, aber auch
Ablenkung, Belustigung und Unterhaltung.
Die Leichtigkeit, mit der die Gedanken sich in Worte formen, sich zu S├Ątzen
auft├╝rmen und in ihrer Gesamtheit ein wundervolles Gebilde werden, l├Ąsst das
Herz tanzen. Der Alltag zieht sich zur├╝ck in die dunkle Ecke und die Zeit
h├Ąlt den Atem an. Die Elemente staunen, verbeugen sich und geben dem
Federf├╝hrenden alle Mu├če, die er braucht.
Mit himmlischer Ruhe im irdischen Get├╝mmel verbringt jener seine Zeit, der
sich auf einem Blatt Papier niederl├Ąsst.
Mit brennendem Ungest├╝m, z├╝gelloser Ungeduld ergie├čt sich die Tinte ├╝ber den
Zauberstab der literarischen Narren.
W├Ąhrend der Schreibende seine innere Ruhe findet, den Sturm im Inneren
bes├Ąnftigt, ├╝berf├Ąllt die Energie die Finger und tippt, schreibt, malt.
Schreiben ist die Sucht, die sich nur in der Zeit des Konsums aushalten
l├Ąsst. Denn Worte auf ein Blatt zu s├Ąen bedeutet die Freiheit des Augenblicks
aufzulesen.
Schreiben ist die Liebe, die man einmal gefunden nicht mehr aus dem Sinn
bekommt. Zu stark ist der Drang, zu dringend das Anliegen seinem Gedankenquell
freien Lauf zu lassen.
Die Sonne kommt und geht mit der Feder, das Papier auf dem Tisch ist wie die
w├Ąrmende Decke in der Nacht.
Wer schreiben kann, kann Tr├Ąume leben, kann Kind bleiben, erwachsen werden,
kann lebendig f├╝hlen.
Schreiben ist die Liebe meines Lebens, der Sinn allen Strebens.
__________________
Als ich das erste Mal schrieb, versp├╝rte Ich das erste Mal den Geschmack der Freiheit (Genet)

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
Kommentare: 1113
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Hallo Michi,

ein gelungenes Deb├╝t. Willkommen in der Lupe!

Du bringst es sehr sch├Ân und bilderreich auf den Punkt!

Besonders gut gef├Ąllt mir die Stelle
>>Schreiben verbindet den Autor mit der Geschichte, verschwei├čt Thema und Schreiber, wobei die Schwei├čnaht nicht selten zur Narbe wird. <<

Das macht deutlich, wie die Trennung der Geschichte vom Schreiber - in dem Moment, als sie niedergelegt wird - immer auch einen Verlust darstellt, weil es nie so aufs Papier kommt, wie man es im Kopf hat. Mir geht es jedenfalls so.

Ein Tip noch: Gib Deine Beitr├Ąge besser als Flie├čtext ein (ohne Zeilenumbr├╝che zu schalten), dann l├Ą├čt er sich leichter lesen.

Liebe Gr├╝├če,
Zefira


__________________
schmollfisch

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Michi
Hobbydichter
Registriert: Jun 2003

Werke: 1
Kommentare: 4
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Richtig, man kann nie alles was man sagen m├Âchte ausdr├╝cken, das hinterl├Ąsst Narben.
Aber ich meine damit mehr:

Viele der Geschichten die man schreibt, spiegeln eine sehr schwierige Zeit im Leben des Autors wieder und bei der Verarbeitung dieser Augenblicke bleiben oft schmerzhafte Erinnerungen zur├╝ck.

Au├čerdem meine ich, dass man, gerade wenn man einen Roman ├╝ber Monate erarbeitet, sich mit den Personen "anfreundet", wenn man Tage und Wochen in der Welt dieser Geschichte lebt, dann f├Ąllt es mir pers├Ânlich schwer, von all dem Abschied zu nehmen. Es ist eine Trennung einer Beziehung.

Danke f├╝r das positive Feedback


__________________
Als ich das erste Mal schrieb, versp├╝rte Ich das erste Mal den Geschmack der Freiheit (Genet)

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Quidam
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Michi,

ich kann mich nur Zefira anschlie├čen.
Gelungen!
Originell!
Weckt Lust auf mehr und ich hoffe, es kommt mehr.

Viel Spass in der Lupe.

*winke*
quid

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