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Leselupe.de > Ungereimtes
Was Meister Pui - Chi sagt...
Eingestellt am 16. 04. 2003 08:26


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Zarathustra
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Als ich klein war
lebte am Rande unseres Dorfes der alte Pui ÔÇô Chu.
In einer H├╝tte aus Stroh,
die Reisschale zum betteln in der Hand,
l├Ąchelte er froh.

Gestern kam vom weit im Westen
(er ritt auf seinem braunen B├╝ffel)
stolz ÔÇô und mit erhobenem Haupt,
Xing Fu, der erste der F├╝rsten

.. um Pui- Chu zu danken f├╝r seine kluge Tat,
f├╝r das Gebet und den weisen Rat;

N├Ąmlich zuerst die Sterne des Himmels zu z├Ąhlen,
(es dauerte l├Ąnger als eine Nacht....)
dann erst unter den G├Âttern den st├Ąrksten zu w├Ąhlen.

So verneigt sich dann tief Xing Fu der F├╝rstensohn,
vor der H├╝tte,
vor dem Alten, vor dem armen Bettelthron.

Ehrw├╝rdiger Pui ÔÇô Chu,
sagt Xing Fu, der F├╝rst aus dem Westen,
nun habe ich gefunden im Himmel,
von den G├Âttern ÔÇô den Besten:

Ich bat ihn um Demut:
Er spendet sie mir.
Ich forderte Glauben, -
nun siehst du mich hier,

(bescheiden hebt er die Hand,
senkt den Kopf,
streicht ├╝ber Bart und Seidengewand)
Ich flehte um Einsicht,
und ich fand das ewige Licht!

Pui ÔÇô Chu, du weiser und g├╝tiger Mann;
Ist er nicht stark mein Gott
Und viele Spenden Geldes wert?
Dass man ihn anbetet, opfert und ehrt?

Denn ÔÇô alles was ich mir w├╝nschte,
gab er mir hin!

Pui ÔÇô Chu aber, der arme Meister
In seiner H├╝tte aus Stroh,
die Reisschale zum betteln in der Hand,
l├Ąchelte er froh:

Schwach ist er, dein Gott, mit erb├Ąrmlichem Mut;
(Sei stehts vor ihm auf der Hut)
weil er, - obwohl Herrscher ├╝ber die Himmelsschar,
nicht einmal Sieger ├╝ber deine W├╝nsche war!

__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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Vera-Lena
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Ballade

Lieber Zarathustra,

schon wirklich eine Ballade Dein Gedicht. Wunschlos zu sein, ist nat├╝rlich eine gro├čartige Angelegenheit. Dann gibt es aber noch die andere Kategorie von W├╝nschen, die man niemals loslassen sollte, n├Ąmlich, selbst ein immer besserer Mensch zu werden, Frieden auf Erden und ├Ąhnliche Dinge. Der Mensch besitzt eine gro├če Kraft des W├╝nschens und sollte dieses Potential gut nutzen.

Dein Gedicht kommt in ruhigem Ton daher und versetzt einen m├╝helos in eine andere Welt. Es gef├Ąllt mir.

Liebe Gr├╝├če Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Zarathustra
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an Vera-Lena

danke, du hast das, was ich ausdr├╝cken wollte ganz gut getroffen.

Bei dem F├╝rstensohn habe ich halt f├╝r die Zukunft so meine Bef├╝rchtungen...
denn bisher hat er sich nur "gute Sachen gew├╝ncht"

Glauben, Weisheit und Einsicht...
alles das hat er bekommen von dem Gott, den er sich selbst eingebildet hat... er hat es bekommen, ohne etwas dazu zu tun.

Und da meine ich, muss er aufpassen, das er sich nicht ├╝berhebt.
Ich bef├╝rchte halt, dass er sich als n├Ąchstes Dinge w├╝nscht, die nicht so edel sind, und sich dann einen Gott aussucht, der sie ihm erf├╝llen wird.

Nat├╝rlich: Den Wunsch immer besser zu werden, den h├Ątte er haben d├╝rfen, aber ... h├Ątte ihn sein Gott so schnell erf├╝llt, ohne etwas dazu zu tun?

Ich habe mehrere solcher Balladen geschrieben .. f├╝r meine Kinder..
__________________
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Vera-Lena
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W├╝nsche

Lieber Zarathustra,

nach meinem Kenntnisstand erf├╝llen sich alle W├╝nsche irgendwann. Deshalb mu├č man immer so vorsichtig sein mit dem, was man sich w├╝nscht. Wenn Dein F├╝rstensohn ohne eigenes Zutun so viel erhalten hat, sitzt er wom├Âglich wirklich in einer Falle.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena
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Zarathustra
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an Vera-Lena

... er sitzt wirklich in der Falle...
das sehe ich so, hoffentlich merkt er es rechtzeitig...

hoffentlich merken wir es rechtzeitig, wenn sich alles erf├╝llt ... was wir uns w├╝nschen ...
__________________
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