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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Was beliebt, ist auch erlaubt
Eingestellt am 10. 10. 2002 21:14


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Yara
Hobbydichter
Registriert: Aug 2002

Werke: 2
Kommentare: 5
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Und immer dieses Dilemma der Pünktlichkeit. Wieder zu spät. Aber es hat seine Vorteile. Gerade jetzt. Ich sehe ihn, sehe wie er dasteht. Ausschau nach mir hält. Ich verlangsame meine Schritte. Pirsche mich langsam von hinten an ihn heran. Fühlt er nicht, dass jemand genau hinter ihm steht? Ein Lufthauch, ein Atem berührt seinen Nacken. Da wo die Haarlinie ist. Meine Lippen streifen kitzelig zart seinen Nacken zum Ohr hin. Eine unerwartete flüchtige und intime Berührung - von hinten. Er fährt zusammen. Dreht sich erschrocken und doch wissend um. Was für ein Genuss!
Ein Lachen in seinem Gesicht. Seine Augen lachen mehr als sein Mund. Er sagt etwas. Sagt etwas Belangloses. Ich weiß nicht genau, so etwas wie: „Gut siehst du aus!“ Ich lächele. Nicht über das Kompliment, aber über das was es bedeutet. Seine Stimme rieselt durch meinen Körper. Jetzt fühl ich mich ein wenig verunsichert.
Wir laufen in die gleiche Richtung, kommen zum gleichen Haus, laufen die gleichen Treppen hoch. Wie im letzten Sommer. Der Ausdruck unserer Gesichter hat sich etwas verändert.
Als wir die Treppen hoch gehen, bin ich ganz ruhig, sage nichts. Er erzählt irgendetwas. Ich weiß nicht wirklich was –höre nicht wirklich seine Worte. Ich lausche nur dem Klang seiner Stimme. Beobachte ihn.
Wir kommen aufs Dach. Gefahrvoll. Ich denke an meine Höhenangst. Sie kitzelt mich. Erregt mich. Dieses Mal, so denke ich mir, wird aus der Angst ein anderes Gefühl. Ich weiß es. Es ist so angenehm hier oben. Die befahrenen Straßen unter uns. Wir können alles sehen – keiner sieht uns. Ein Gefühl grenzenloser Freiheit überkommt mich. Die Sonne strahlt. Alles Grau ist weg. Alles schimmert bunt. Seine Augen leuchten. Eine Farbe von intensivem Blau und tiefen Türkies. Hab so eine Augenfarbe noch nicht gesehen. Kann meinen Blick von seinem Gesicht nicht wenden. Mag es.
Es ist heiß – schwül. Von irgendwo her höre ich arabische Musik. Er breitet die Decke aus. Ich stehe ganz dicht hinter ihm – grinse. Es gefällt mir, dass alles so ähnlich ist, aber ich möchte es nicht - möchte es nicht genau so haben. Ich bleibe provozierend nahe hinter ihm stehen. Ich weiß, dass ich ihn damit verunsichere. Mir ist, als rausche mein Blut und fließt nicht einfach mehr. Er sucht Platz, versucht ein wenig abzurücken – sichere Distanz zu gewinnen. Ich lasse ihn, lächele in mich hinein. Und gehe von vorn auf ihn zu. Stehe direkt vor ihm, als ob ich ihn gleich berühren werde. Warte, grinse ihm ziemlich frech ins Gesicht, sehe direkt in seine Augen, schweife mit meinen Augen zu seinen Lippen. Feuchte meine eigenen an – dies unbewusst, merke es aber sehr bewusst. Meine Hände sind auf meinem Rücken verschränkt. Kann nicht mehr aufhören zu lächeln. Nun grinst er. Schätze, der Schelm hat auch ihn gepackt. Er ist nicht mehr unsicher. Nein! Er fühlt sich, glaub ich, sogar sehr sicher. Hmmm, gut so. Ich weiß, alles was jetzt kommt wird sich so anfühlen, wie die grenzenlose Freiheit hier auf diesem Dach…….

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Sergey
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 2
Kommentare: 15
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Lösung?

Hallo, Du !

Habe mir Deine Geschichte durchgelesen. Es gelingt Dir oft mit einfachen Sätzen und unkompliziertem Satzbau starke Gefühle rüberzubringen und eine Atmosphäre präzse zu beschreiben. Durch einige umgangssprachlichen Aspekte flacht das Ganze ab und zu ab, was andererseits wiederum an Charme gewinnt.

Ist das lyrische ich denn nun mit der Situation glücklich oder nicht? (mein persönliches Interesse)

Weiter so......

GruĂź

Sergey
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Ab und zu erscheinen uns offensichtliche Dinge so fremd und kompliziert, dass wir über das Simple darin hinwegsehen und verkrampft nach einer der höheren Logik gemäßen Lösung suchen

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Yara
Hobbydichter
Registriert: Aug 2002

Werke: 2
Kommentare: 5
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Hallo Sergej,
das lyrische Ich? Scheint so, als ob es in dieser Situation glĂĽcklich ist, .....grins
SĂĽĂźe Fragen lieb ich so....noch mal grins
yara
__________________
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