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Leselupe.de > Gereimtes
Was dagegen?
Eingestellt am 01. 06. 2001 18:54


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

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Was dagegen?

"Hallo." Ihre Stimme br├Âselte in seinem Ohr "Was machst du gerade?" Er ├Ąrgerte sich insgeheim ├╝ber die Pause, die sich nach der Schrecksekunde in die Unendlichkeit zu verdr├╝cken drohte. Und ├╝ber die Unb├Ąndigkeit seiner Zunge. Und dar├╝ber, da├č ihre pure Stimme die kreischkreidenen Verbalregeln von seiner Wuttafel gehaucht hatte.
"Nuuun", gewann er einige Zeit. Verzweifelt versuchte er, mit der verschalten Resttinte seiner Speichelneige die blassen Schlieren seiner zurechtgelegten Worte nachzuzeichnen. "Ich denke, ich k├Ânnte, sobald ich dich aufgeh├Ąngt habe, noch einmal an den K├╝hlschrank gehen und so lange mit einigen zulaufenden Bierdosenfreunden den Abend mit Selbstmitleid bezahlen, bis ich nur noch so viel von mir gebe wie in eine Klosch├╝ssel pa├čt. Dann werde ich wahrscheinlich einige Zeit damit verbringen, rotierende Windm├╝hlenfl├╝gel auf die Wand zu kritzelen, um anschlie├čend mit meinem Kopf gegen sie anzureiten."
Tapfer hielt er sich im Sattel. Doch er hatte die angeschnitten Riemen bemerkt. Und sein Gaul war m├╝de und schwitzte. Absteigen hie├č, sich zu ergeben. - Er mu├čte sich beeilen. Auch wenn seine Zunge ihm zwischen den Beinen baumelte.
"W├Ąhrend der Diener meines Restverstandes damit besch├Ąftigt sein wird, die gebrochenen Glashirnsplitter notd├╝rftig zusammenzukitten, werde ich die vergilbten Bilder von dir in meinen leeren Kopfturm sperren, mir von dort oben gepflegt einen runterholen und mich dann der Folter meiner Traumhenker ├╝berlassen." - Er hatte es geschafft. Aber die Geisterstadt rauchte, empfing ihn mit schwer atmenden Wortruinen. - "Also, wenn es dich wirklich interessiert: Nichts anderes als die letzten Tage", sagte er zitternd und streckte die Waffen. Die Flut wallte schweigsam ├╝ber ihn her. Irgendwann knirschte seine Stimme und klang dabei wie ein von der Brandung zerm├╝rbtes K├╝stenriff: "Hast du was dagegen?"
"Nein." - Und dann, nach einem leisen Regen, bat sie: "Darf ich dabei sein?"

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