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Leselupe.de > Kurzprosa
Was der Frühling bringt
Eingestellt am 21. 05. 2006 21:24


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Serality
Festzeitungsschreiber
Registriert: May 2006

Werke: 1
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Was der Frühling bringt

Es ist Abend.
Der Wind legt sich allmälig und es kehrt Ruhe ein. All dies wird von der sanften Abendsonne verstärkt, die langsam hinter dem Horizont verschwindet.
Es ist Frühling, ich liege auf dem Rasen mitten in meinem Garten und starre in den Himmel empor.
Eigentlich mag ich das gar nicht.
Ich hasse es regelrecht.
Die Wiese ist mir nicht geheuer, überall diese kleinen, kriechenden Insekten, die, wenn du erst einmal in ihrem Gebiet liegst, sich sofort in Scharen auf dich stürzen, um deinen Körper von allen Seiten zu erkunden. Ekelig!
Aber nicht nur das.
Die Erde, die sich den Winter über vereist hatte, taut mehr und mehr in matschigen Broken wieder auf und verschmutzt deine Kleidung und deinen Körper. Als ob ich mich nicht schon dreckig genug fühle.
Was der Frühling so alles mit sich bringt.
Wenn man darauf achtet ist es echt überraschend.
Gestern sind wieder zwei meiner Freunde zusammengekommen. Sie ist sehr glücklich mit ihm. Es scheint so, als würde der Frühling viele zusammenbringen.
Bald heiratet meine Mutter ihren Freund. Der Frühling wird sie verbinden. Der schönste Tag ihres Lebens im Frühling.
Meine Schwester wird bald ein Baby bekommen. Sie ist im Mai ausgezählt. Der Frühling wird ihr ein Baby schenken.
Der Frühling macht alle glücklich, er erzeugt freudige Gefühle in einem jeden Herzen.
Ich atme tief ein.
Und was hat mir der Frühling bisher gebracht?
Im Frühling ist mein Großvater gestorben, ich habe es immer noch nicht verkraftet.
Im Frühling hat sich mein Vater verändert und mich sexuell missbraucht. Erzählt habe ich es immer noch keinem.
Im Frühling hatte meine Freundin einen Autounfall. Sie liegt jetzt immer noch im Koma.
Bin ich denn die Einzige, die durch den Frühling bestraft wird?
Alles um mich herum beginnt zu verschwimmen, ich schließe die Augen vor Müdigkeit.
Die Schlaftabletten scheinen zu wirken.
Mir ist schlecht von dem Alkohol.
Ich höre noch einmal das freudige Zwitschern der Vögel, bevor ich ruhig einschlafe.
Ja, der Frühling kann so viel geben und nehmen.
Mir bringt er den Tod.

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Sunny Rose
Autorenanwärter
Registriert: Mar 2005

Werke: 51
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Hallo Serality,

erst einmal herzlich Willkommen in der Leselupe.
Deine Geschichte hat mich sehr betroffen gemacht, soviel traurigkeit.
Ich bin jetzt nicht der Experte für Kurzprosa, aber mich hat deine Geschichte angesprochen.

Viele liebe Grüße Sunny Rose

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Serality,
mir gefällt, wie du in deiner Geschichte den Frühling verarbeitest. Das ist stellenweise lyrisch und insgesamt
interessant, weil es von der üblichen Weise (Frühling als Neubeginn, als wunderbare Zeit) abweicht, wie es deine Protagonistin ja auch selbst im Text mitteilt.

An der Ausführung stören mich jedoch einige Dinge. Insgesamt finde ich zu viel Dramatik, zu viel schreckliches Schicksal für einen derart kurzen Text.
Ist es bspw. notwendig, dass die Leserin erfährt, warum die Prot. sich das Leben nehmen will? Ich finde es schon tragisch genug, dass sie es überhaupt tut, im Frühling, auf einer Wiese, anscheinend noch jung.
Es würde dir etwas mehr Raum bieten, mit der Sprache zu arbeiten, anstatt einfach "furchtbare" Ereignisse zu berichten, die den Leser betroffen machen.

quote:
Alles um mich herum beginnt zu verschwimmen, ich schließe die Augen vor Müdigkeit.
Die Schlaftabletten scheinen zu wirken.
Mir ist schlecht von dem Alkohol.
Das hier ist auch so eine Stelle. Der Text läse sich interessanter, wenn du indirekt über ihren Medikamenten- und Alkoholmissbrauch berichten würdest und nicht direkt.

Als Beispiel: "Alles um mich herum beginnt zu verschwimmen, ich schließe die Augen vor Müdigkeit. So hatte ich mir die Wirkung gar nicht vorgestellt. Es ist, wie in einem Strudel zu schwimmen. Der Wodka gluckert in meinem Bauch. Ich taste ein letztes Mal nach dem leeren Röhrchen in meiner Jeanstasche."

Nur um meine Meinung zu verdeutlichen, nicht weil ich glaube, dass das eine brillante Textzeile ist.

Ich hoffe, ich konnte verständlich machen, worum es mir geht.
Vom Ansatz her finde ich deinen Text auf jeden Fall gelungen.

Viele Grüße, Denschie

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