Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5613
Themen:   96955
Momentan online:
324 Gäste und 8 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Was ich an dir hasse.
Eingestellt am 20. 07. 2017 12:08


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Jane Smith
Hobbydichter
Registriert: Feb 2017

Werke: 2
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Jane Smith eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Du ziehst deine Beine aufs Sofa und lehnst dich an mich an. In mir braut sich etwas Dunkles zusammen, ein Kn√§ul, der daf√ľr sorgt das diese einfache Bewegung von dir, mir den letzen Nerv raubt.
Woran liegt das?
Woran liegt es, dass diese einfache menschliche Handlung in mir so einen Hass erzeugt?
Ich glaube meine Antwort darauf w√ľrde die wenigsten Menschen zufriedenstellen. Sie w√ľrden denken es ist eine Ausrede, eine Art Versuch "hip" und "cool", einfach "besonders" zu sein um sich von allen anderen abzuheben. Das Problem ist aber, dass diese Antwort nicht mal mich selbst zufriedenstellt.
Wie k√∂nnte sie also nur eine Ausrede meines eigenen Verstandes sein, um mich auf irgendeine Art besonders zu f√ľhlen? Wie k√∂nnte etwas, das mir selbst missf√§llt nur ein Konstrukt meines eigenen Bewusstseins sein?
Die Leute werden zugeben m√ľssen, dass ich damit nicht allzu falsch liegen kann ‚Äď vorausgesetzt nat√ľrlich sie glauben mir.
Aber ich merke, ich schweife ab, versuche mich zu rechtfertigen, da ich selbst nicht gl√ľcklich mit dem Ergebnis bin. Jedoch darf ich dich aus Gewissensgr√ľnden nicht l√§nger auf die Folter spannen. Ich muss dir meine L√∂sung, meine Antwort ‚Äď oder vielmehr meine Theorie - √ľber das obrige Ereignis jetzt wohl erl√§utern.
Dieses An-Mich-Lehnen scheint aus meiner Sicht ein Zeichen zu sein, dass du menschliche Nähe brauchst, dass du Wärme und Zuneigung brauchst, dass du ohne diese Zuwendung nicht leben kannst, so wie ein Säugling nicht ohne seine Mutter leben könnte.
Möglicherweise erscheint dir das wie eine sehr gewagte Interpretation eines so unschuldigen Verhalten. Aber wir beide wissen, dass es Anzeichen gab: weitere solcher Annäherungsversuche um sich Nähe zu erschleichen, die Enttäuschung in deinen Augen, wenn ich wieder einmal nicht darauf einging und dann noch das:
Sinngemäß zitiert sagtest du zu mir: ich brauche etwas zum kuscheln.
Zugegeben, damals bezog sich das auf deinen Wunsch nach einem Haustier, nicht auf einen anderen Menschen, der dich liebt oder wertschätzt. Aber sagt dieser Wunsch nicht genau dasselbe aus? Dass du Nähe brauchst? Wärme? Auch wenn es dir hier nur um eine tierische ging?
Das jedenfalls muss es gewesen sein, was diesen Hass, diesen dunklen Abgrund in mir geweckt hat. Diese Wunsch deinerseits erscheint mir als eine der gr√∂√üten menschlichen Schw√§chen, wenn nicht sogar die gr√∂√üte Schw√§che √ľberhaupt.
Den Umstand nicht alleine sein zu k√∂nnen, ohne N√§he, W√§rme und dergleichen ‚Äď das verabscheue ich.
Schwache Menschen waren noch nie mein Fall, auch wenn ich nat√ľrlich selbst in einigen Punkten schwach bin, das ist jeder, denn es ist menschlich. Aber diese spezielle Schw√§che ‚Äď wenn man dieses N√§hebed√ľrfnis als eine Schw√§che bezeichnen will ‚Äď bewirkt in mir eine unfassbare Abscheu. Eine Abscheu gegen all jene, die dieser Schw√§che nachgeben, all jene die glauben das tats√§chlich zu "brauchen", all jene die nicht allein sein k√∂nnen.
Ich hasse diese Menschen, vielleicht einfach weil ich etwas neidisch bin, da ich selbst nur allein sein kann. Aber ich glaube haupts√§chlich weil ich dieses Gef√ľhl nicht nachempfinden kann und somit fest davon √ľberzeugt bin, dass der Mensch f√§hig ist dies abzustellen, wenn er es wollte. Dass all das Gejammer und Geheule √ľber den letzten Partner, all die depressiven Phasen nach einem Abschied und alle Gef√ľhlsduselei der Welt, nichts weiter sind als Schreie nach Aufmerksamkeit und diese Schreie zeigen mir was du f√ľr ein Mensch bist - dass du schwach bist. Und damit kann ich nicht leben.
Denn das ist es, was ich hasse ‚Äď Schw√§che.
__________________
Impossible girl - Oh, you mystery wrapped in a enigma squeezed into a skirt that's just a little bit too tight.
Doctor Who

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Tagebuch - Diary Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Werbung


Ausschreibung