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Leselupe.de > Ungereimtes
Was soll man werden?
Eingestellt am 26. 06. 2008 21:56


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abercombie
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2005

Werke: 3
Kommentare: 13
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Was soll man werden?

Was soll man werden in dieser Welt?
Im Schatten der Globalisierung
Die ihre Fangarme ausstreckt
Um auch den letzten Winkel
Vollends zu erfassen

Was soll man werden in dieser Welt?
In der Flut der Informationen
Die uns ĂŒberschwemmt
Gespeist aus einer schier
Unversiegbaren Quelle

Was soll man werden in dieser Welt?
Im schadstofftriefenden Dunst
Der höchsten Errungenschaften
Die uns so weit voran
An den Abgrund gebracht haben

Was soll man werden in dieser Welt?
In den tickenden Uhren
Die stetig laufen
Und uns keine Ruhe lassen
Bis nach dem Tod

Ein Egoist muss man werden
Die Fangarme ausstrecken
Die Menschen in den Abgrund reißen
Den tickenden Uhren davonlaufen
Bis es eines Tages zu spÀt ist



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Franzi
???
Registriert: Apr 2008

Werke: 53
Kommentare: 814
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Hallo, abercombie,

diese Frage beschÀftigt Viele, und Etliche scheitern auch an der Beantwortung. Sehr schön die Wendung zum Sarkastischen am Ende.
Vielleicht (fĂŒr meinen pers. Geschmack) die Zeile 'Was soll man werden' einmal zu viel gebraucht. Aber nur vielleicht.
Nicht ganz verstehe ich die PrÀposition 'in' in der vorletzten Strophe :
In den tickenden Uhren (obwohl, eigentlich doch ...)
Mir gefÀllt der Text.
Liebe GrĂŒĂŸe,
Franzi
__________________
"Actions speak louder than words."

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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 200
Kommentare: 1762
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Hi abercombie,

sowas denke ich auch stĂ€ndig, aber dennoch finde ich, diese Thematik ist in Gedichten dieser Art einfach nicht gut untergebracht, dein Gedicht reprĂ€sentiert fĂŒr mich die typische Die-Welt-ist-so-schlecht-Betroffenheitspoesie. Ein Gedicht muss m.E. verdichteter, prĂ€gnanter, persönlicher, ĂŒberraschender sein. Aber mir gefĂ€llt, wie du in der letzten Strophe die vorausgehenden aufgreifst.

Lg presque

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo abercombie,

ja dann mal herzlich willkommen in der LL auch von mir.
Ich hÀng mich mal mit meiner Kritik oder Stellungnahme
zwischen die zwei Kommentatorinnen (böse, wer schlimmes
dabei denkt!).

Solch ein Thema ist zur Verarbeitung sicherlich geeignet.
Inhaltlich ist es auch nicht ganz falsch, was Du hier
scheibst. Die Umsetzung ist mir aber ehrlich gesagt zu fad
und langweilig. Kommt mir ein wenig vor, wie ein jammernder
Thekenhocker, nach vier Bierchen, mit leicht lyrischer
Veranlagung (kommt aber nach x Bier von alleine), der seinen
Frust mal loswerden will. Man wĂŒrde sicherlich auch ein
Bierchen mit ihm trinken, verstÀndnisvoll mit dem Kopf
nicken aber nie auf die Idee kommen, diesen Frust in ein
Gedicht zu verpacken. Zur Abhilfe sind die Tipps von presque
ok.

Gruß

Thys

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abercombie
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2005

Werke: 3
Kommentare: 13
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Also Gejammere sollte es eigentlich nicht werden Was könnte ich denn verbessern?

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

SpÀt aber lang

Hallo abercombie,

so, da bin ich wieder. Versprochen ist versprochen. Aber
Vorsicht! Ist lang geworden. Du fragst: "Was könnte ich
verbessern?". Ich dreh es mal um und sage Dir, was mir
nicht gefÀllt. So an die Geschichte heranzugehen, fÀllt mir
leichter. Einen Kritikpunkt habe ich Dir ja schon geschrieben.
Siehe Thekenhocker und Bierchen. Bei jeder Strophe kann ich
prinzipiell mit dem Kopf nicken und sagen: "Ja, hab ich so
in der Art mindestens einmal schon gehört".

* Globalisierung
* Informationsflut, -gau
* Umweltverschmutzung
* Die Uhr lÀuft ab

Alles keine neuen Geschichten. Wieso, sollte ich Dein Gedicht,
das eigentlich tausendmal gehörte Aussagen zum 1001 sten Mal
wiederholt, interessant finden?

1) Interessant finde ich persönlich mir unbekannte Dinge.
2) Interessant finde ich, wenn mir neue Sichtweisen eröffnet
werden. Interessant finde ich Unbekanntes.
3) Interessant finde ich Dinge, die mich zum Nachdenken
bringen.
4) Interessant finde ich, verblĂŒfft oder in die Irre geleitet
zu werden oder aber wenn sich bei mir ein Aha-Erlebnis
einstellt.
5) Auch interessant finde ich Dinge, die mir zunÀchst
unverstÀndlich sind, aber so gestaltet oder geschrieben wurden,
dass sie mich fesseln und ich diese Nuss knacken will.

Diese AufzÀhlung zielte jetzt mehr auf den
Kopf ab. Es gibt aber noch weitere Kriterien, die Gedichte
fĂŒr mich ansprechend machen. Das ist die GefĂŒhlsebene.

Schlicht: Löst das Gedicht bei mir mehr aus als ein: "Aha, jo,
dich kenn ich ja schon."
Ist es a) witzig, kann ich drĂŒber lachen oder aber es
trifft mich so, dass ich es gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig, wie auch immer,
b) mit- oder nachempfinden kann.

So, nun rĂŒcken wir mal Deinem Text zu Leibe.
Die Überschrift ist als Frage gestaltet. Das ist im Prinzip
mal nicht schlecht. Eine Frage regt, oder zumindest fordert,
einen Gefragten immer auf, ĂŒber etwas nachzudenken.

Im Prinzip könntest Du damit bei mir 3) auslösen. 3) wird
aber leider wieder zunichte gemacht, weil Du in Strophe 5
die Antwort gibst. Warum um alles in der Welt soll ich
jetzt noch nachdenken? Ich bin faul.
Als Beispiel hier eine Version ohne die letzte Strophe.

Was soll man werden?

Was soll man werden in dieser Welt?
Im Schatten der Globalisierung
Die ihre Fangarme ausstreckt
Um auch den letzten Winkel
Vollends zu erfassen

Was soll man werden in dieser Welt?
In der Flut der Informationen
Die uns ĂŒberschwemmt
Gespeist aus einer schier
Unversiegbaren Quelle

Was soll man werden in dieser Welt?
Im schadstofftriefenden Dunst
Der höchsten Errungenschaften
Die uns so weit voran
An den Abgrund gebracht haben

Was soll man werden in dieser Welt?
In den tickenden Uhren
Die stetig laufen
Und uns keine Ruhe lassen
Bis nach dem Tod

In der Version wirkt nun 3) bei mir. Dein Gedicht ist offen.
Das bringt mich ins GrĂŒbeln, ins Nachdenken. Ohne Strophe
5 könnte ich aus dem Text so etwas wie Hilflosgkeit
herauslesen womit u.U. die b) angesprochen wĂŒrde.

Jetzt eine weitere Version. Hier lassen wir den Text mit
leicht abgeÀnderter Frage enden.

Was soll man werden?

Was soll man werden in dieser Welt?
Im Schatten der Globalisierung
Die ihre Fangarme ausstreckt
Um auch den letzten Winkel
Vollends zu erfassen

Was soll man werden in dieser Welt?
In der Flut der Informationen
Die uns ĂŒberschwemmt
Gespeist aus einer schier
Unversiegbaren Quelle

Was soll man werden in dieser Welt?
Im schadstofftriefenden Dunst
Der höchsten Errungenschaften
Die uns so weit voran
An den Abgrund gebracht haben

Was soll man werden in dieser Welt?
In den tickenden Uhren
Die stetig laufen
Und uns keine Ruhe lassen
Bis nach dem Tod

Was soll ich werden? (oder)
Was soll aus mir werden?

Jetzt ist der Text immer noch offen aber die Hilflosigkeit
tritt deutlicher hervor. Aktivierung b)

Zu den Strophen. Die sind sprachlich alle nahezu gleich, wie
aus der Schablone gepresst, wie vom Fließband kommend. Das
wirkt etwas monoton oder litaneienartig. Dadurch, kombiniert
mit den bekannten Inhalten, verstÀrkt sich nur die
"Langeweile" und/oder Emotionslosigkeit. Ich lese Wiederholungen
von schon bekannten Inhalten und ich lese "bekannte", immer
gleich gestaltete Strophen.

NĂ€chste Version:

Was soll man werden?

Im Schatten der Globalisierung
Die ihre Fangarme ausstreckt
Um auch den letzten Winkel
Vollends zu erfassen

In der Flut der Informationen
Die uns ĂŒberschwemmt
Gespeist aus einer schier
Unversiegbaren Quelle

Im schadstofftriefenden Dunst
Der höchsten Errungenschaften
Die uns so weit voran
An den Abgrund gebracht haben

In den tickenden Uhren
Die stetig laufen
Und uns keine Ruhe lassen
Bis nach dem Tod

Was soll man werden in dieser Welt?

Damit ist schon wieder etwas an Gleichförmigkeit und Redundanz
aus dem Text genommen. Die regelmĂ€ĂŸige aber unnötige
Wiederholung der immer gleichen Frage.

So, jetzt mal ein wenig mehr an b) rumkitzeln. GefĂŒhle
aktivieren. Beispiel Strophe 1)

Im kalten Schatten der Globalisierung
Die ihre Fangarme wie (gierige)Kraken ausstreckt
Um auch den letzten Winkel
Vollends zu erfassen

Kalte Schatten. Wer mag die schon und diese ekligen Kraken
sind ja auch nicht gerade sympatisch. Mit Adjektiven machst
Du Stimmung. ABER VORSICHT!!!! Nicht ĂŒbertreiben.

Weiter gegen die Gleichförmigkeit. Ich nehme jetzt mal
Strophe 1 und 2 im Zusammenhang und formuliere die ein wenig
um.

Im kalten Schatten der Globalisierung
Die ihre Krakenarme ausstreckt
Um auch den letzten Winkel
noch zu erfassen

Wenn die Flut der Informationen
Uns ĂŒberschwemmt
Gespeist aus einer schier
Unversiegbaren Quelle


Die letzten beiden Zeilen in Strophe 2 kannst Du vergessen.
Wichtig und damatisch ist, dass Ich oder Jemand von diesen
Informationen ĂŒberschwemmt wird, in ihnen absĂ€uft. Welche
Quelle das war und woher die Informationen kamen,
interessiert mich ehrlich gesagt nicht, wenn ich darin
versacke.

Strophe 4, so wie sie zur Zeit ist:

Was soll man werden in dieser Welt?
In den tickende Uhren
Die stetig laufen
Und uns keine Ruhe lassen
Bis nach dem Tod

Sitzt Du INdiesen Uhren??? Wohl kaum!! Eine
Möglichkeit wÀre:

Wenn unaufaltsam tickende Uhren
bis nach dem Tod
uns keine Ruhe lassen


Und zum Schluß noch einmal die Strophe 5. In Deinem Text
stellt sie ja die Schlussfolgerung und Lösung zu S 1-4 dar.
Meine Frage: "Wieso ist ein Egoist gegen die Auswirkungen
der Datenflut in S2 gefeit? Wieso ist ein Egoist gegen
eine sterbende Umwelt gefeit? Wieso ist ein Egoist gegen
ein standig zermĂŒrbend tickendes Urwerk gefeit?"

So, das waren einige Anmerkungen aus meiner Sicht. Es
sind nur Beispiele und Hinweise, wobei ich möglichst nahe
an Deinem Text und Deiner Schreibweise geblieben bin.
Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen. Es hÀngt ja
schließlich auch alles von der Absicht ab, mit der Du das
Gedicht geschrieben hast. Die kenne ich nun mal nicht.

Gruß

Thys

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