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Leselupe.de > Gereimtes
Was uns - und der LL - wohl einst den Garaus wird machen...
Eingestellt am 23. 06. 2003 10:55


Autor
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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
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Der eine sagt: Die Pole schwinden,
dann steigt das Wasser ├╝berall.
Man wird kein trock'nes Pl├Ątzchen finden,
auch nicht auf h├Âchsten Eichen, Linden -
so wird das sein, auf jeden Fall.
(Dabei dachte ich grade heute:
vielleicht ersaufen einst die Leute
im Redeschwall...)

Der andre sagt: Wasser versiegen,
vor Durst kriegt jeder einen Knall.
Man f├╝hrt eine Unzahl von Kriegen,
an Brunnen werden Tote liegen
und trocknen, ganz ohne Krawall!
(Ich denk, wir k├Ânnten auch verdorren
durch Worte, leer, verworren,
durch Redeschwall...)

Mancher sagt auch: einmal wird fallen
ein riesengro├čer Feuerball
auf unsre K├Âpfe und laut knallen,
Schlu├č ist's dann, aus: Ende mit allen
bei viel, viel Blitz und Rauch und Schall..!
(Kann sein, kann sein, da├č wir verderben
und durch solchen Kometen sterben.
Ich denk: uns erschl├Ągt Redeschwall,
laut, leer, bl├Âd, prall...)


(Anmerkung: Am Anfang war das Wort oder viele Worte oder auch das Schimpfwort oder eine H├Ąufung von Injurien - folglich liegt es durchaus in der M├Âglichkeit endzeitlichen Geschehens, da├č da auch nur Worte sind, Wortm├╝ll, Wortschwall... Und dann?)


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aboreas
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 16
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1-a !!

Muss man unterstreichen, den immer wiederkehrenden redegeschwellten Einwurf: Am Anfang stand das Wort, am Ende der Wortmüll. Das ist eine Sicht der Dinge, wie ich sie liebe. Eine gelungene satirisch-poetische Ästhetik der Weitsicht. Klasse und witzig herausgearbeitet.
Ich denke, das man wirklich vor lauter Geplapper den ├ťberblick und die Wachsamkeit f├╝r die drohende Gefahr verlieren kann.



Gru├č. aboreas

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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
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Hallo Aboreas,

danke f├╝r Deinen zustimmenden Kommentar, ich war mir sehr unsicher, ob ├╝berhaupt jemand den Text w├╝rde lesen und verstehen...

Hinter dem Begriff vom "Wortschwall" steht f├╝r mich das ganze gegenw├Ąrtige System der sogenannten "Informationsgesellschaft": Wir ersaufen in einem ├ťberangebot von Infos, aber haben diese tats├Ąchlich auch Inhalte (das religi├Âs besetzte und etwas theatralische Wort "Botschaft" m├Âchte ich hier nicht verwenden)?
Manchmal m├Âchte man fliehen in eine "Informationsw├╝ste", um nachdenken zu k├Ânnen...

Liebe Gr├╝├če

Pen.

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vexierbild
Guest
Registriert: Not Yet

Odysseus

Hallo, Penelopeia,

nee, hier spricht nicht Odysseus, ich lese nur gerade das Buch Odysseus und Penelope von Inge Merkel, und als ich Dich in der LeLu eben sah, da habe ich Dich deshalb angeklickt und dieses Werk gefunden.

Sehr gut geschrieben, und es bringt sch├Ân die Probleme unserer Welt in Einklang mit ihrer sprachlichen Spiegelung. Sch├Ân nachgedacht, dass wir an Worten verderben, Worte sind Spiegel der Zust├Ąnde, sie beschreiben, konterkarieren, verh├╝llen, beschwichtigen, t├Âten, und manchmal habe ich das Gef├╝hl, in Worten zu ertrinken: Zu viele Meldungen in der zeitung, im Radio, Fernsehen, in der LeLu, im Hier und im Da. Woran soll man noch nippen? Da m├Âchte ich doch Odysseus sein und einfach mal sieben Jahre bei Calypso ausspannen und ich bitte Dich im Voraus um Verzeihung, Penelopeia.


Liebe Gr├╝├če und weiter so,
Heri

PS. Schade, dass so rein garnichts in Deinem Profil steht. Aber besser als Wortm├╝ll ;-))

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Glaukope
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2003

Werke: 4
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Wortschwall

Vor einiger Zeit las ich einen interessanten Begriff f├╝r genau diesen Umstand: Logorhoe.
Das mag jetzt vielleicht ein wenig nach Diarhoe oder so klingen und ich mu├č sagen: das ist zu Recht so.
Logorhoe ist nichts anderes als ein anderer Begriff f├╝r "Wortd├╝nnschi├č", falls dieses zu nennen hier erlaubt ist.

Und es ist auch wahr, wie DU schreibst.
Was nicht verschwiegen wird, wird enem aus schlechtem Gewissen am Schweigen zerredet, zum Ausgleich.

Und es scheint oft nicht mehr auf die Qualit├Ąt der Worte anzukommen, sondern auf ihre Quantit├Ąt.

Ich hatte da so ein pr├Ągendes Erlebnis in der Schule, wenn ich schnell ausf├╝hren darf.
Im Vergleich zur Arbeit seines Freundes, die doppelt so lang war wie seine eigene, erhielt ein Sch├╝ler eine Note schlechte. Weil aber eigentlich das gleich drinstand, fragte der Sch├╝le den Lehrer nach der schlechteren Bewertung.
Die Begr├╝ndung:
"Weil du zu faul bist, mehr als sechs Seiten zu schreiben."


Dein Gedicht trifft auf erschreckend zielsicher Weise genau den Puls der Zeit.

Deine Glaux
__________________
Es mu├č auch solche K├Ąuze geben!

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DeGie
Guest
Registriert: Not Yet

Da

stimme ich meinen Vorrednern nur bedingt zu.
Vielleicht liegt das daran, da├č ich kein pers├Ânlich pr├Ągendes Erlebnis damit verbinden kann.
Was mich aber vor allem st├Ârt:
Kaum eine Betonung haut so richtig hin.

Aber keine Angst:
So oft schaue ich nicht im Humor-Forum vorbei...

LieGr├╝,
DeGie

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