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Leselupe.de > Kurzprosa
Was wirklich Ist
Eingestellt am 30. 12. 2009 19:35


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Ternessa
Wird mal Schriftsteller
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Oft blicke ich in die Fenster hinein, wenn ich so lautlos durch die Stra├čen gehe. Im Winter ist es auch einfach, denn viele ziehen erst sehr sp├Ąt den Vorhang zu, durch den man nicht mehr hinter sie sehen kann.

Heute war ich auch unterwegs. Ich wollte noch schnell einkaufen, die Kleinigkeiten, die ich brauchte. Und mein Weg war vorgeschrieben. Zwei Stra├čen immer gerade, schon bin ich am Laden und genauso schnell wieder zur├╝ck.

Die Innenstadt ist hellbeleuchtet, doch nur ├Ąu├čerlich. Und das l├Ąsst mich auch nicht anhalten. Ich glaubte schon fast wieder zu Hause zu sein, da kam ich noch an einem Haus vorbei. Die Fenster waren sonst immer verhangen und nie hatte ich Einblick dahinter.
Mein Blick erfasste sehr schnell- ein Bett, ein Gestell am Bett, mit dem man sich hochziehen kann, viele Decken und ein winziges Gesicht dazwischen.

Magisch angezogen blieb ich stehen, doch tat ich so, als w├╝rde ich meine Stiefel schn├╝ren. Ich wollte mehr sehen von diesem Zimmer, welches so krankenhausm├Ą├čig anmutete und wohl Leid ausspucken w├╝rde.
Niemand k├Ânnte so vermuten, dass ich nur blicken will in die Lebensfenster der Menschen neben mir. Dachte ich und wandte mich dem Gesicht zu, das ich sah zwischen den Decken.

Es sah mich an, als wollte es mich erkennen. Zuerst erstaunt und dann l├Ąchelte es. Eine Hand hob sich zum Winken. Nicht traurig und nicht verzweifelt lag da eine Frau,alt, mit einem winzigen Gesicht und sie l├Ąchelte mir zu.

Das Fenster w├Ąrmte pl├Âtzlich und ich ging nicht mehr einsam.

__________________
Was Du in meinen Texten liest, ist nicht, was andere darin lesen! Und es ist rein gar nicht, was ich damit sage!


Version vom 30. 12. 2009 19:35
Version vom 30. 12. 2009 19:55
Version vom 04. 01. 2010 21:07

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Gernot Jennerwein
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hallo Ternessa

ein paar Vorschl├Ąge:

quote:
Oft blicke ich in die Fenster hinein, wenn ich so lautlos durch die Stra├čen gehe. Im Winter ist es auch einfach, denn viele ziehen erst sehr sp├Ąt den Vorhang zu, durch den man nicht mehr hinter sie blicken kann.
hier sollte einiges ver├Ąndert werden, um Doppelungen zu vermeiden und um es ein wenig zu gl├Ątten:
Oft schaue ich in die Fenster hinein, wenn ich so durch die Stra├čen gehe. Im Winter ist es recht einfach, denn viele ziehen erst sehr sp├Ąt den Vorhang zu, der den Blick verwehrt.


quote:
Magisch angezogen blieb ich stehen, doch tat ich so, als w├╝rde ich meine Stiefel schn├╝ren.

ich bezweifle, dass man noch in geb├╝ckter Stellung ├╝ber eine Fensterbr├╝stung zu einem Bett sehen kann.
Vorschlag: ..., doch tat ich so, als warte ich hier.

Ich wollte mehr sehen von diesem Zimmer, was so krankenhausm├Ą├čig anmutete und wohl Leid ausspucken w├╝rdeverbarg.


Niemand k├Ânnte so vermuten, dass ich nur blicken will in die Lebensfenster der Menschen neben mir, dachte ich und widmete mich dembetrachtete das Gesicht, was ich sah zwischen den Decken.

Es sah mich an, als wollte es mich erkennen. Zuerst erstaunt und dann l├Ąchelte es. Eine Hand hob sich zum Winken. Nicht traurig und nicht verzweifelt lag da eine Frau; alt, mit einem winzigen Gesicht und sie l├Ąchelte mir zu.

quote:
Das Fenster w├Ąrmte pl├Âtzlich und ich ging nicht mehr einsam.
Den letzten Satz finde ich nicht gut, den solltest du besser streichen, die Aussage ist da, ohne den Satz, den ich schon beinahe kitschig finde.
Der Text gef├Ąllt mir, aber der letzte Satz macht's nicht mehr so gelungen.

sch├Âne gr├╝├če
gernot

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Ofterdingen
Routinierter Autor
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Hallo,

Eine nette kleine Voyeur-Geschichte. Voyeure sind wir ja alle - und wenn wir nur unsere eigenen Heimlichkeiten anstarren - sonst h├Ątten wir ja nichts zu schreiben.

Auch von mir ein paar Anmerkungen:

"Oft blicke ich in die Fenster hinein, wenn ich so lautlos durch die Stra├čen gehe. Im Winter ist es auch einfach, denn viele ziehen erst sehr sp├Ąt den Vorhang zu, durch den man nicht mehr hinter sie blicken kann."

Hinter sie? Meinst du mit "sie" die Personen? Auch sonst, ja, k├Ânnte man einiges klarer, deutlicher, besser formulieren.

"Heute war ich auch unterwegs. Ich wollte noch schnell einkaufen, die Kleinigkeiten, die ich brauchte. Und mein Weg war vorgeschrieben. Zwei Stra├čen immer gerade, schon bin ich am Laden und genauso schnell wieder zur├╝ck."

Statt "Und mein Weg war vorgeschrieben" lieber "Mein ├╝blicher Weg." oder den Satz sonstwie umformulieren oder ganz weglassen; "vorgeschrieben" passt nicht.

"Die Innenstadt ist hellbeleuchtet, doch nur ├Ąu├čerlich. Und das l├Ąsst mich auch nicht anhalten."

Die Stelle ist unklar:

Was genau meinst du mit "nur ├Ąu├čerlich"? Dass da kein Licht von innen her (Herz, Seele, Leber, Milz, Schlafzimmer usf.) aufscheint?

"Und das l├Ąsst mich auch nicht anhalten."
Was genau l├Ąsst den Ich-Erz├Ąhler nicht anhalten? Dass da kein inneres Organ (s.o.) nach au├čen strahlt? Dass sich keiner in sein N├Ąhk├Ąstchen schauen l├Ąsst?

Au├čerdem hier wenigstens zwei W├Ârter statt einem: "hellbeleuchtet"; zu ├╝berlegen w├Ąre auch, ob dieser Ausdruck besonders gl├╝cklich gew├Ąhlt ist.

"Ich glaubte schon fast wieder zu Hause zu sein, da kam ich noch an einem Haus vorbei." Die Wiederholung Hause - Haus wirkt ungeschickt, aber irgendwie auch der ganze Satz: In der Stadt kommt man fast immer an einem Haus vorbei und an noch einem und noch einem.

"Die Fenster waren sonst immer verhangen und nie hatte ich Einblick dahinter."
Das Wort "dahinter" w├╝rde ich weglassen. Der den Einblick hat, ist davor, was er sieht, ist dahinter, aber der Einblick ist schlicht der Einblick, weder dahinter noch davor.

"Mein Blick erfasste sehr schnell- ein Bett, ein Gestell am Bett, mit dem man sich hochziehen kann, viele Decken und ein winziges Gesicht dazwischen."

Den Gedanken- oder Bindestrich hinter "schnell" streichen; ein Gestell neben dem Bett, an dem man sich ...

"Magisch angezogen blieb ich stehen, doch tat ich so, als w├╝rde ich meine Stiefel schn├╝ren."

Gernot J. schreibt: "ich bezweifle, dass man noch in geb├╝ckter Stellung ├╝ber eine Fensterbr├╝stung zu einem Bett sehen kann." Na ja, man k├Ânnte den Fu├č heben und gegen die Wand stemmen oder auf einen Sims oder Absatz stellen, manchmal ist da ja sowas.

"Ich wollte mehr sehen von diesem Zimmer, was so krankenhausm├Ą├čig anmutete und wohl Leid ausspucken w├╝rde."

So, wie du dies hier schreibst, w├╝rde das hei├čen, dass die Tatsache, dass du mehr sehen wolltest, "krankenhausm├Ą├čig anmutete". Wenn du das nicht meinst, muss es "das" hei├čen statt "was". Ebenso falsch ist das "was" im folgenden Satz:
"Dachte ich und widmete mich dem Gesicht, was ich sah zwischen den Decken."

"Das Fenster w├Ąrmte pl├Âtzlich und ich ging nicht mehr einsam."

Mit dem Schlusssatz hat Gernot recht. Entweder weglassen oder irgendetwas anderes, weniger Pathetisches.

LG,
O.


__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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Mandelbaum
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Hallo Ternessa,
deine Geschichte ber├╝hrt mich, die Idee ist wirklich gut. Danke!

Sprachlich k├Ânntest du sie noch etwas bearbeiten.
Vieles ist bereits angemerkt worden.

Von mir nur so viel:

Mein Blick erfasste sehr schnell- ein Bett, ein Gestell am Bett, mit dem man sich hochziehen kann, viele Decken und ein winziges Gesicht dazwischen.

Der Ausdruck "winziges Gesicht" irritiert, vor meinem inneren Auge entsteht das Gesicht eines kranken Kindes. Aber das war vielleicht deine Absicht. Falls es nicht so ist, w├╝rde ich an deiner Stelle lieber "runzliges Gesicht" schreiben.

...Zimmer, was so krankenhausm├Ą├čig anmutete und wohl Leid ausspucken w├╝rde.

Zum "Leid ausspucken" wurde oben schon etwas geschrieben bzw. es wurde gestrichen. Ich bin gleicher Auffassung.

Herzliche Gr├╝├če von Sachsen nach Sachsen,
Mandelbaum
__________________
"Poesie tritt oft durch das Fenster der Unwesentlichkeit ein." M.C. Richards

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petrasmiles
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Liebe Ternessa,

ich finde auch, dass es sich um eine anr├╝hrende Geschichte handelt. Den letzten Satz finde ich ├╝brigens wichtig, weil es erst sehen l├Ąsst, was die Situation mit der Protagonistin macht. Erst dadurch wird ja das Lichtlein gez├╝ndet. Erst da vollzieht sich der Bogen der Einsamkeit.

Es wurde ja schon viel Detailliertes angemerkt. Ich kann mich auch da nicht allem anschlie├čen. Ich finde zum Beispiel Deine Adjektive sehr gut gesetzt - auch das 'ausgespuckt'.
Ich finde Deine Beschreibungen noch ein bisschen h├Âlzern - vielleicht sind die S├Ątze im Verh├Ąltnis zum Gesamt des Textes zu lang?
Mit ein bisschen Schmirgeln kann das ein Kleinod sein.

Die bisherigen R├╝ckmeldungen verdeutlichen sehr sch├Ân, dass jeder mit einem Anteil an fachlichem Sachverstand und zwei Teilen Meinung an die Texte heran geht, und das ist auch gut so. Da kann man sich das Beste f├╝r sich raus suchen, was einen weiter bringt.

Viel Spa├č noch am Schreiben.

Liebe Gr├╝├če
Petra


__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug f├╝r Gutwerter!

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Ternessa
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Es ist Neujahr, Ihr Lieben!

ich lese eben noch

@Gernot

zu deinen Bemerkungen des letzten Satzes:

Ich finde, er ist wichtig. Da ist nicht nur ein Voyeur- da ist ein einsamer Mensch, der davon lebt, in andere Fenster zu sehen. Ein Mensch, der sich noch sucht.

Doch dieses Fenster " w├Ąrmte" , warum wohl?

Nicht wegen des Blickens, sondern wegen des Alters- eine alte Frau l├Ąchelt......


Die anderen guten Bemerkungen lasst mich sp├Ąter beantworten.

Liebe Gr├╝├če
Ternessa
__________________
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