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Leselupe.de > Ungereimtes
Wasserkraft
Eingestellt am 10. 08. 2007 09:02


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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
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Quellengegurgel.
Und spr├╝ht, spritzt, rei├čt, tr├Ąnkt, flutet.
Ein Lachs schnellt bergan.

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Walther
Routinierter Autor
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Gr├╝├č Gott sekers,

man(n) sollte sich nicht selbst zitieren; hier sei mir eine Ausnahme gestattet:

quote:
Haikus sind ein Fall f├╝r sich. H├Ąufig wird gemeint, die Form 5-7-5 sei kontituierend; dem ist nicht so. Das moderne Haiku, besonders das nicht-japanische, kennt durchaus Abweichungen dazu.

Aus der Tradition kommt zudem die Trennung in Senryu (der Protagonist, der Mensch also, steht im Zentrum) und Haiku (naturbezogen, Naturdichtung). Heute verflie├čen diese Grenzen zunehmend.

Das Haiku beschreibt ein Bild und l├Ą├čt Raum f├╝r die Fertigstellung desselben im Leser / Betrachtung. Fr├╝her waren dem Haiku Federzeichnungen und/oder Holzschnitte beigegeben, und, wie wir wissen, sind die chin. Schriftzeichen, die ja auch das Japanische verwendet, selbst "Bilder". Im Haiku scheinen Shintoismus und Buddhismus auf, ebenso das ZEN.

Letztlich ist ein Haiku niemals lautmalend, und es reimt sich auch nicht. Effekte sind nicht die Sache des Haijin (= Haikudichter). Er nimmt sich zur├╝ck, betrachtet sich sozusagen als Linse, in der sich das Naturereignis "bricht".

Wichtig sind "kigo" (Jahreszeitenwort) und "kigai (= Jahreszeitenthema). Dopplungen sollten vermieden werden - was gesagt ist, ist gesagt, keine Platzverschwendung, wozu auch, denn: gerade beim Kurzgedicht liegt in der K├╝rze die W├╝rze.

Mehr findet man unter Hier klicken , der Seite des Hamburger Haiku-Verlags, der derzeit besten deutschen Haikuseite (neben der der Deutschen Haikugesellschaft, deren Mitglieder meine Wenigkeit seit einigen Jahren ist; dort bekommt man ein gutes Quartalsbrevier, das ├╝ber das Haiku einiges vermittelt).

Ich ├╝berlasse es den Lesern und den wirklichen Experten zu entscheiden, ob dies ein Haiku ist oder nicht. Meiner unerheblichen Meinung nach ist der Eintrag wohl eher keines ...

Wir streiten uns also ein wenig um des Pudels Kern: Hier klicken Aber warum auch nicht. Was gibt es denn Sch├Âneres als Grundsatzdebatten, sage ich immer, wenn sie denn ruhig, sachlich und mit einen kleinen Schu├č wohlmeinenden Humors gew├╝rzt gef├╝hrt w├╝rden.

Aber das werden sie meistens leider nicht. Und daher will ich es auch bei diesem unma├čgeblichen Hinweis auch belassen, bevor ich wieder in der Besserwisserecke lande, in der ich mich eigentlich so gar nicht wohlf├╝hle.

Leider mu├č ich an dieser Stelle sagen, da├č - im Gegensatz zum Gedicht, bei dem dieser Eintrag eingetlich steht - ich auch dem Werk selbst nur eingeschr├Ąnkt etwas abgewinnen kann. Das wiederum liegt an der ├ťberlagung mit Wasserbeschreibungsverben zusammen, die das Bild, das sie im Leser schaffen und zu einem Bild-/F├╝hl-/Klangbild ausformen wollen, kurz danach einfach regelrecht "plattpr├╝geln".

Dabei ist Dein Eintrag ├╝ber Dich selbst - also in Deinem Profil - richtig vielversprechend frisch. Warum schreibst Du nicht einmal so etwas? Das scheint Dir doch zu liegen!

Liebe Gr├╝├če W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
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@Walter, @Duisburger

Hallo Walther,

danke f├╝r die Information Haikus betreffend. Soweit ich lese, findet sich in meinem Text das Jahreszeitenthema (Lachse laichen im sp├Ąten Sommer), die Form entspricht dem klassischen Haiku Stil (5-7-5 Silben in drei Zeilen), der Inhalt ist ein Naturbild (ein Lachs schwimmt in einem Fluss den Berg hinauf und springt gerade aus dem Wasser). Vielleicht kannst Du mir den Grund f├╝r Dein lehrhaftes Zitat nochmals mitteilen, ich sehe keinen Grund daf├╝r in meinem Text, ich sehe aber auch in Deinem Text keine Erkl├Ąrung f├╝r einen etwaigen Grund.

Dass Du dem Text nichts abgewinnen kannst, spricht nicht f├╝r ihn. Ich werde in mich gehen. Aber wahrscheinlich mein alter Fehler, ist doch mehr Senryu.

Deinen Satz

quote:
Das wiederum liegt an der ├ťberlagung mit Wasserbeschreibungsverben zusammen, die das Bild, das sie im Leser schaffen und zu einem Bild-/F├╝hl-/Klangbild ausformen wollen, kurz danach einfach regelrecht "plattpr├╝geln".
verstehe ich nicht. Genauer gesagt verschlie├čt sich mir die Bedeutung des Wortes "├ťberlagung". Auch wei├č ich nicht, was Du mit "kurz danach" meinst.

Aber das Wort "plattpr├╝geln", das verstehe ich anhand Deiner Ausf├╝hrungen, es ist so, wie wenn mehr als 50 gegen drei Zeilen stehen.

Und was deine Frage am Schluss betrifft, so halte ich es mit Ionescu: Viel interessanter als die Antwort ist die Frage.

Liebe Gr├╝├če
G.

Hallo Duisburger,

Quellengegurgel ist ein Kunstwort und Austriazismus, die Aufnahme in die n├Ąchste Auflage des Duden ist schon lange beantragt und wird dem Vernehmen nach wohlwollend gepr├╝ft. Aber genau, aus Duisburg ist noch kein Votum gekommen.

Liebe Gr├╝├če
G.

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Beba
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo sekers,

ich glaube, das Zitat von Walther trifft sehr wohl den Kern, woran dein Text als Haiku krankt.

Ich m├Âchte als Kritik noch 2 Punkte hinzuf├╝gen:

quote:
Quellengegurgel.
Und spr├╝ht, spritzt, rei├čt, tr├Ąnkt, flutet.
Ein Lachs schnellt bergan.

Quellengegurgel ist Lautmalerei, oder? Lautmalerei geh├Ârt nicht in ein Haiku. Ein Haiku beschreibt einen Moment, den der Autor intensiv erlebt. Er bringt auch keine Gef├╝hle, Interpretationen o.├Ą. hinein. Ein Haiku ist ein Bild, das der Autor in einem Moment erlebt, in dem er quasi das Bild selbst, nicht von ihm getrennt ist. Daher fehlt eben jede Interpretation!
Und die 2. Zeile ist nicht das nackte Erleben eines Moments, sondern lautmalerische Schilderung im ├ťberschwang, ganz entgegen des Gedankens des Haiku. Da hilft auch dein laichender Lachs als Jahreszeitenalibi nicht mehr.

Sorry, ist IMHO kein Haiku. Ein Senryu ├╝brigens selbstverst├Ąndlich auch nicht.

Das Haiku-Schreiben efordert IMHO, dass man sich nicht nur mit der Technik befasst, sondern auch mit der Lebenseinstellung, die dahintersteckt. Und das erst macht Haikus so anders, aber trotz der scheinbaren Einfachheit dann doch so tiefgr├╝ndig.

Ciao,
Bernd

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Walther
Routinierter Autor
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Gr├╝├č Gott, sekers,

gemeint war das Wort "├ťberlag(er)ung".

Letztlich kannst Du es mit meinem Kommentar halten wie "der sell aufm Dach": Entweder Du akzeptierst qualifizierte Kritik, oder Du l├Ą├čt es.

Allerdings w├╝├čte ich das gerne vorher. Am besten tr├Ągst in Dein Profil ein: "Bitte meine Gedichte nicht kritisieren, da ich sowieso alles besser wei├č." Oder Du schreibst es in Deine Signatur, dann wissen alle sofort Bescheid.

Herzlichen Dank f├╝r Deine Unterst├╝tzung im Voraus. Dadurch k├Ânnte ich n├Ąmlich meine Zeit an die verschwenden, die eine sachliche Kritik estimieren.

Und andere ebenso.

Liebe Gr├╝├če

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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sekers
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@Beba, @Walther

Hallo Beba,

ich m├Âchte Dir nicht widersprechen. Du meinst, der Text sei kein Haiku. ist OK.

Wenn Du Verben wie spr├╝hen, spritzen, tr├Ąnken etc. als Lautmalerei bezeichnest, ist es auch in Ordnung. Du hast feine Ohren. Zum Quellengegurgel habe ich schon vor Deinem Kommentar geantwortet.

und vielleicht versuchst Du das n├Ąchste Mal, wenn Du wieder Kritik ├Ąu├čerst, das Kritisierte vorher zu verstehen. meine Zeile drei als Alibi zu bezeichnen, zeugt vom Gegenteil.

dass es denn erforderlich sei, sich mit der Lebenseinstellung, die hinter Haiku-Schreiben steckt, zu befassen, habe ich einen japanischen Kollegen, mit dem ich seit f├╝nfzehn Jahre befreundet bin, wissen lassen.

er hat gel├Ąchelt.


Liebe Gr├╝├če
G.

Hallo Walther,

Du scheinst gekr├Ąnkt. wenn meine Antwort der Grund ist, tut mir das leid.

und wir wissen, wer austeilt sollte auch einstecken k├Ânnen. und gleichzeitig wissen wir, austeilen ist leichter als einstecken.

und versuch Dir doch einmal vorzustellen, quasi Gedankenexperiment,
- ich h├Ątte dein Selbstzitat schon vorher gelesen gehabt,
- und ich h├Ątte mich auch unabh├Ąngig dar├╝ber vorher ├╝ber Haikus informiert gehabt,
- und ich h├Ątte schon vorher unterschiedlichste Haikus gelesen,
- und ich h├Ątte die Verben f├╝r Zeile zwei einer Logik folgend aus einer wei├č Gott l├Ąngeren Liste ausgew├Ąhlt,
- und ich h├Ątte nicht nur ein Haiku schreiben, sondern auch etwas sagen wollen.

nat├╝rlich kann der Text noch immer grottenschlecht sein. und wirklich kein Haiku sein.

ich habe nichts dagegen, wenn Du mir das sagst.

aber ich w├╝rde das gerne anhand des (kritisierten) Texts erfahren, und nicht aufgrund belehrend wirkender und allgemeiner Betrachtungen ├╝ber Haikus. Motto: "dichter am Text".

und Ratschl├Ąge, was ich denn besser anderes tun solle, geh├Âren nicht zu der Kritik dieses Texts. das ist keine, um ein Wort von Dir zu gebrauchen, qualifizierte Kritik.

Zusammengefasst freue ich mich, dass Du Dich mit dem Text auseinandergesetzt hast und bedanke ich mich f├╝r Deine kritischen Zeilen.

Liebe Gr├╝├če
G.

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