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Leselupe.de > Ungereimtes
Wasserläuferin
Eingestellt am 10. 03. 2006 01:09


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ENachtigall
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???

Registriert: Nov 2005

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Wasserläuferin


Ich weine mein Salz ins Tragende Meer.
Nachts wandle ich den Schlaf;
die Schuhe unterwegs längst verloren,
die Zähne nacheinander ausgespuckt.

Ratgeber, wo bist du?
Ich, einsamer Lemming,
am Klippenweg atemlos angelangt,
gehe den Schritt weiter – über den Rand hinaus.

Ein Leben bewölkt kurzfristig die Sonne,
während ich ins Schweben stürze,
wie ein kleiner Fisch durch die Maschen im Netz.
Das Wasser legt mir Trillionen Tropfen zu Füßen.

Reflexartig bewegen sich die empfindlichen Barfußsohlen.
Sie werden schnell schneller.
Die flüssige Fläche federt den sicheren Gang.
Unbeschwert lauf ich ins Nirgendwo.
Eine Ewigkeit lang.

Wasserläuferin.

Fürsorgliche Seepferdchen üben Tiefseekopfstand.
Bissige Haie halten sich fern.
Einst begrub ich die Angst nachts beim Waldalleingang;
mit klopfendem Herzen im Graben gehockt.
Sie aufersteht wenn das Vertrauen schwindet,
fordert so gerne die Hoffnung heraus.
Schlägt sie mitunter k.o.

Ich weine mein Salz ins Tragende Meer;
vertraue dem Blau meine Träume an.
Wünsche haben sich überlebt.
Meine Schätze wachsen im Schatten.




© Elke Nachtigall
10. März 2006





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HFleiss
gesperrt
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Wasserläuferin

Viele schöne Metaphern, vielleicht nicht in jedem Fall glücklich, vielleicht einige zu gesucht. Wirklich gestört haben mich die Lemminge, denn im weiteren beschreibt das lyrische Ich ja seine Situation viel besser, viel nuancenreicher.

Lieben Gruß
Hanna

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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Lemminge

Liebe Hanna,

danke für`s Lesen und Mitteilen Deines Eindrucks bezüglich der Metaphern. Das Geschehen entwickelt sich aus stereotypen Traumsequenzen heraus. Da das Abspringen in einen möglichen Tod dort fast wie selbstverständlich in Kauf genommen wird, habe ich mich für den Lemming entschieden...Dass sich die Situation ins Positive weiterentwickelt, gehört ebenfalls zur "Realität in der geträumten Welt", die ich selbst im Wachzustand oft lebhaft nachempfinden kann, und die zur Entstehung des Gedichtes anregte.

Ein schönes Wochenende.
Gruß
Elke
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