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Leselupe.de > Feste Formen
Watt (Limerick / Sonett)
Eingestellt am 21. 02. 2011 18:56


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meradis
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Registriert: Oct 2010

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Es wandert ein P├Ąrchen im Watt zwischen Prielen.
Der Mann f├╝hlt sich m├Ąnnlich, ein Mann unter vielen.
Die Frau scha├čt den Macker,
sie macht sich vom Acker,
den Kerl sieht man panisch nach Landmassen schielen.


Ein Mann unter vielen, umschlossen von Prielen,
er hofft noch auf Rettung, ahnt nichts von Verbrechen
und sie plant im Geiste das Erbschaft verzechen,
noch w├Ąhrend ihm Seewinde Schwei├čperlen k├╝hlen.

Bis das der Tod scheidet, das Eheversprechen.
Als Tiden auflaufen und Priele durchsp├╝hlen
kann er sich wohl kurz ├╝ber Wasser halten, doch Flutmassen w├╝hlen
und dr├╝cken ihn tief. als ihr hilfreich Hafenleut Mut zusprechen,

macht sie eine Schau aus den bangen Gef├╝hlen.
Der Mann sinkt in Fluten, mit Augen die brechen,
den ihren gelingt es den Deichbruch zu spielen,

ein Tr├Ąnenstrom n├Ą├čt ihre Wangen in B├Ąchen
und Trost spricht ein Mann zu, nur einer von vielen,
als Seerettungskreuzer zur Bergung aufbrechen.


Version II:

Es wandert ein P├Ąrchen im Watt
Die Frau hat den Mann lang schon satt.
Sie l├Ą├čt ihn dort stehen,
er kann Land nicht sehen;
F├╝r sie l├Ąuft die Sache recht glatt.


Im Watt gefangen ist er und verlassen,
der Mann, den Tiden rundherum umsp├╝len
fragt sich, ob er nur einer ist, von vielen,
die vor ihm schwanden in den Wassermassen.

Zu Anfang dachte er, sie will nur spielen.
Doch f├╝llte nicht schon Erbschaft ihre Kassen?
Gedanken sucht er noch im Tod zu fassen.
Bei wieviel Ander┬┤n hier wohl Groschen fielen?

Das Schauspiel, t├Ąuschend auf dem blassen
Antlitz, ein Strom von Tr├Ąnen, Leidgef├╝hlen.
Durch ├ťbung - zeitig Rede vorverfassen -

erzeugt sie Eindruck; hilflos, leicht debilen.
Blick heuchlerisch in Trauerfluten, nassen.
Fast wie; die seine Leiche kalt umw├╝hlen.




__________________
Nachts wird┬┤s hier auch dunkel

Version vom 21. 02. 2011 18:56
Version vom 28. 02. 2011 00:00

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HerbertH
???
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Liebe Conny,

die inhaltliche Idee finde ich super. Aber im "Sonett"-Teil holpert es leider noch. Du hast meist einen Rhythmus in Amphybrachen (xXx), aber dann leider nicht immer durchgehalten (Z3). Die Schlusszeile ist kein richtiger Satz, der m├╝sste "in See stechen" beinhalten.

In der Regel schreibt man Sonette in Jamben. Aber es gibt Beispiele, in denen auch Troch├Ąen oder Amphybrachen als Sonette bezeichnet werden. Um dieser Diskussion in "Feste Formen" aus dem Weg zu gehen, schreibe ich in solchen F├Ąllen als Form "Amphybrachischer 14-Zeiler" .

lG

Herbert
__________________
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Bernd
Foren-Redakteur
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Im Limerick-Teil hast Du eine f├╝r Limericks ungew├Âhnliche Form. Es ist n├Ąmlich jeweils in der ersten, zweiten und f├╝nften Zeile ein Takt zu viel.

Diese Form ist aber nicht ungebr├Ąuchlich. Ich habe sie schon des ├Âfteren gelesen. Sie wirkt romantischer als der "echte" Limerick.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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