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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Weg weg
Eingestellt am 13. 04. 2002 19:23


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Muffin
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Weg weg

Sie hatte die Spur verloren.
Es konnte kein Zweifen daran bestehen.
Sie war verloren.
Sie sah die Anderen in der Ferne verschwinden ohne die M├Âglichkeit ihnen zu folgen. Sie lie├č das fallen, was sie trug.
Wo lang sollte sie nun gehen?
Die Ausweglosigkeit ihrer Situation trieb ihr fast die Tr├Ąnen in die Augen. Hinter ihr kamen ein paar Andere. Sie fragten sie nach dem Weg, doch sie konnte ihnen nicht sagen wo lang, die Spur war weg.
Sie sp├╝rte wie leichte Panik in ihr aufstig, als sie sich der vollen Bandbreite ihrer Lage klar wurde.
Sie lief von links nach rechts, nach vorne, nach hinten, diagonal, zu dem einen Ort, zum N├Ąchsten.
Die Spur musste hier doch irgendwo sein!
Hei├čes Adrenalin schoss ihr durch den offenen Blutkreislauf. Trieb sie an noch nerv├Âser hin und her zu laufen. Sie musste sie finden.
Was sollte sie tun? W├╝rden sie nach ihr suchen? Jemanden schicken sie zu holen? Wann w├╝rde ihr Fehlen auffallen? W├Ąre sie dann schon tot?
Wenn sie wilde Tiere fra├čen. Es gab hier sehr viele. Riesige Gesch├Âpfe mit scharfen Kauwerkzeugen.
Oder noch schlimmer...
bestimmt war das eine Falle. Ist der Feind hier in der N├Ąhe? Die Roten vielleicht? Sie hatte Angst vor den Roten. Sie sollte furchtbar sein. Grauenvoll und ihre Opfer sollten sie qu├Ąlen, auf bestialische Art und Weise. Was wenn sie sie finden? Sie t├Âten?
Die Tracheenb├Âgen zitterten.
Die Nachfolgenden liefen vor Panik alle durcheinander. Musste sie jetzt die Verantwortung ├╝bernehmen? Sie versuchte sie zu beruhigen, doch sie konnte nicht mal sich selbst beruhigen. Ihr K├Ârper fing an sich gegen den Stress zu wehren, in dem er zu zittern begann. Kein klarer Gedanke wollte mehr erscheinen. Sie war mehr als nur physisch verloren. Ihr schwacher Geist war verloren. Ihre Nerven hielten dem Druck nicht mehr lange stand. Sie war f├╝r solche Situatinen nicht geeignet. So etwas ├╝bernahmen andere. Die Verantwortung f├╝r die Anderen hatte sie jetzt ganz vergessen. In ihrem Kopf war nur noch Platz f├╝r die eigene ausweglose Situation, dem unweigerlichen Drang zu ├╝berleben und ihre Fracht abzuliefern.
Das ├ťberleben des Kollektivs, sagte man ihr st├Ąndig, hing an seinen Arbeitern und dem was sie brachten.
An ihr hing unweigerlich mehr...
Schlie├člich hockte sie sich zitternd in eine Ecke und wartete dort bis sie eine Sp├Ąherin fand und nach Hause brachte, mit dem St├╝ck K├Ąse, was sie den Menschen von ihrem Tisch gestohlen hatte, wie es Ameisen immer zu tun pflegen.

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flammarion
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huch,

da bin ich aber froh, da├č es kein albtraum ist, sondern eine h├╝bsche kleine ameisengeschichte. haste sauber hinbekommen! ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Muffin
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Man hat mir vorgeworfen, dass die Tracheen mich zu fr├╝h verraten. Sch├Ân, dass es auch Leute gibt, die das nicht so sehen...
Schadenfroh l├Ąchelnd
Muffin

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flammarion
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ja,

da haste das gl├╝ck, da├č ick tracheen nich kenne. habe mich zwar ├╝ber den satz gewundert, dann aber gedacht, der autor wird sich schon was dabei gedacht haben und ick mu├č nich ├╝ber alles meckern. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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