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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wegbrot
Eingestellt am 31. 08. 2011 14:03


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Morino
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Registriert: Aug 2011

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Am Hang Zypressen, schwarze Stockbrote in den Himmel.
Getuschel ├╝ber den Brandwunden. Der Teufel w├╝rde wieder kommen.

Ein steiler stiller Anstieg, Gedankengep├Ąck im Kopf, unge├╝bt
lief er. Gest├Âber der Asche an den Schuhen, die kleine Kapelle voraus. Der Mann auf dem Stein, Brot kauend, d├Âsend.
Gru├člos war die Begegnung, ein hei├čer Tag nach hei├čer Feuernacht. Er setzte sich etwas abseits, tastende Distanz.

Er war gekommen, um f├╝r immer auf der Insel zu bleiben. ├ťber
dem Berg in der Vormittagssonne wollte er ins Dorf. Es gab dieses Haus zum Verkauf. Das Dach mu├čte erneuert werden. Als Fremder wirst du es schwierig haben, hatte Kostas gesagt. Kostas war der Tipgeber.

\"Da ist noch etwas. Jemand legt Br├Ąnde, nie an der Kapelle. Sie sagen, dass jemand die Touristen vertreiben will. Du findest einen an der Kapelle.\"

\" Ich werde ihn fragen. Es brennt nie an der Kapelle, sagst Du?\"

\" Drei, Dreifaltigkeit, die drei zusammengewachsenen Zypressen. Irgendwer einer der Vorfahren planzte sie an der Kapelle. Jeder auf der Insel kennt sie. Kann sein, kann nicht sein, dass der Mann an der Kapelle etwas wei├č. Die im Dorf behaupten, dass die B├Ąume Schutz geben.\"

Wenn er bleiben w├╝rde, dann mu├čte er das Haus kaufen. Der letzte Brand hatte das Feuer bis nahe vor das Dorf getrieben.
Kam der Wind vom Meer fra├č sich das Feuer hoch am Berg Richtung Dorf. Nur die Alten waren geblieben.

Der Mann an der Kapelle auf dem Stein pfiff. Eine Ziegenherde trat aus dem Olivenhain, ein Hund hielt sie in Schach. Er trieb sie an den Bach, an dem Fr├Âsche von den Steinen sprangen. Die Tiere, stumm mit bernsteinfarbenen Augen tranken gelassen.

\" Wer macht so etwas?\", hatte er Kostas gefragt.

Der Mann auf dem Stein sah kurz auf, sein Messer schnitt den K├Ąse in der Hand.
Er schob sich das St├╝ck in den Mund.

\" Kein Fremder sollte so fragen.\" Der Hirt sprach das Gesetz.
Es war keine Drohung, es war eine Einweisung.

Er stand auf, es w├╝rde eine schwierige Verhandlung werden. Die Dorfgemeinde war gegen den Verkauf des Hauses. Wenn er den Preis zu dr├╝cken versuche, dann habe er keine Chance, hatte ihm Kostas zu bedenken gegeben.

Er und Kostas waren arbeitslos. Auf der Insel gab es keine bezahlte Arbeit. Lange hatte er geglaubt, dass er die Insel nach all den Jahren kennen w├╝rde. Jeden Sommer war er gekommen, nie im Winter. In den letzten beiden Jahren hatte
es viele Br├Ąnde gegeben.

Kostas war sein Nachbar. Er war aus dem Dorf in ein fremdes Land gezogen. So einer galt nichts mehr im Dorf.

\" Nat├╝rlich kannst Du es versuchen. Aber warum willst Du das?
Es ist nicht nur das Dach, das du neu machen mu├čt. Und das andere kannst du nicht alleine machen. Es ist diese ganze verdammte Insel. Nimm mein Messer,wenn du gehen mu├čt. Wenn du auf meinen Sohn triffst ist es gut ein Messer zu haben.\"

Er stand auf und dachte an Kostas, ging in Richtung Dorf.
Der Ziegenhirt verlie├č mit ihm die Kapelle. Er sah eine feine, d├╝nne Rauchwolke, die weit in den Bergen graufarben,
senkrecht in die Wolken ragte. Es war sehr hei├č, und es kam ein Wind auf, der vom Meer in Richtung des Dorfes wehte.

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Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

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Hi,

Du hast Talent, kannst erz├Ąhlen, doch l├Ąsst du deinen Text zerlaufen. Ich w├╝rde mir mehr Profil w├╝nschen, mehr Geschichte mit Anfang, Mitte, Ende.
__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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