Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
233 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Weihnachten???
Eingestellt am 17. 12. 2002 13:34


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

Werke: 26
Kommentare: 27
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Weihnachten! Wie ich es hasse! Fest der Liebe, pha! Wenn ich den Ausdruck nur schon h├Âre. Sonderverkauf am 2. Sonntag im Dezember, Weihnachtsb├Ąume ab Mitte November, gewaltt├Ątige Szenen um Harry Potter Merchandisereien. Fest der Liebe. Warum nicht Ostern? W├Ąre doch passend: der Fr├╝hling, die Hormone, die verr├╝ckt spielen, Leute, die in durchsichtigen Kleidern rum rennen auch wenn es noch schweinekalt ist, das ist die Zeit der Liebe; Paarungszeit.
Und dann all der Dreck, den einem die Angeh├Ârigen unter den Baum schmeissen. Mir graut allj├Ąhrlich. Das letzte brauchbare Geschenk, war das Schreibset in der 4. Klasse. Seither nur Ramsch. Ganze Jahrzehnte sinnloser Pr├Ąsente liegen hinter mir. Fest der Liebe. Liebe wen? Deinen N├Ąchsten, deine Familie, die unn├╝tzen Geschenke, den schiefen Baum, das d├╝mmliche Packpapier? Wie soll ich jemanden oder etwas lieben, wenn das gesamte Fest vor Dummheit und Sinnlosigkeit strotzt? Da kann ich ja gleich eine picklige Wange k├╝ssen. Wo bleiben die Besinnlichkeit, der liebliche Duft, die Stille? All das ist nicht mehr. Nicht mal mehr Schnee hatÔÇÖs. Verwundert mich eigentlich nicht; ich w├╝rde auch wegbleiben, wenn ich k├Ânnte. Aber die Familie w├╝rde es nicht verstehen. Also wird wohl auch dieses Jahr kein Weg am stinkenden Lachs und dem chinesischen Gefl├╝gel vorbeif├╝hren.
Wenigstens singen wir nicht mehr. Die letzte Dahinleierung von ÔÇÜOh du Fr├ÂhlicheÔÇÖ vor zwei Jahren f├╝hrte bei mir zu Sehns├╝chten, die ich eigentlich nur als suizid├Ąr bezeichnen kann. Auch das Krippenspiel wird nat├╝rlich nicht mehr aufgef├╝hrt. Schon seit fast 20 Jahren nicht mehr. Dennoch erinnere ich mich an die Szenen, als h├Ątte ich sie gestern erst gespielt. Die Rolle der Maria f├╝hrte bei mir nicht nur zur Vergr├Âsserung der Brust weit ├╝ber den m├Ąnnlichen Durchschnitt hinaus sondern auch zum traumatischen Wunsch nach sexuellem Kontakt mit fremdl├Ąndisch anmutenden Monarchen. Von der Sucht nach Myrrhe und Weihrauch ganz zu schweigen.
Das Fest der Liebe. Was soll ich dazu noch sagen? Nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst ist dieses Fest. Vielleicht sollte man einfach ein paar Hunderter von der Bank holen und mal wieder richtig v├Âgeln gehen, damit der ganze Scheiss wenigstens wieder etwas Bedeutung zur├╝ckerh├Ąlt.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Abendsternchen
???
Registriert: Nov 2002

Werke: 0
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Botschafter,

Bis auf den letzten Absat gef├Ąllt mir Dein Text sehr gut. Du schreibst kritisch, anprangernd und sprichst leider in vielen F├Ąllen die Wahrheit.
Den letzten Satz finde ich deutlich... unangebracht, er mag vielleicht den Phantasien des lyrischen Ichs entsprechen, doch zerst├Ârt er im Grunde all Deine vorherigen Aussagen.

Ausserdem, jedes Fest und jeder Anlass wird sich so ergeben, wie Du ihn selbst gestaltest. Wenn Du nichts dazu beitr├Ągst, dann wird er Dir vermutlich auch nicht gefallen, das P├Ąckchenschieben, das schnell und lieblos aufgerissene Geschenkpapier und auch nicht die k├╝nstlich edle Nahrung, die sich viele zu diesem Tage zuf├╝hren.
Es liegt doch an Dir selbst, Dein Weihnachten so zu gestalten, wie es Dir gef├Ąllt..
Denn.. sich an Weihnachten mit leichten Damen zu vergn├╝gen... hat auch nicht gerade viel mit Liebe zu tun. F├Ąllt das nicht auch unter den weiten Mantel des Kommerzes? Ist es nicht noch eine absolute Steigerung jenes wirtschaftlichen Handelns? Der Handel mit sich selbst?
Da kann ich von Liebe nicht viel sp├╝ren.

Wie gesagt, Deine Geschichte ist wirklich gut. Vielleicht ├Ąnderst Du den letzten Satz ja noch in etwas, mit dem sich wirklich ein Rat befolgen lassen k├Ânnte.

Lieben Gru├č

Abendsternchen

Bearbeiten/Löschen    


vetiver
Guest
Registriert: Not Yet

ich muss abendsternchen hier widersprechen. der text besch├Ąftigt sich ja nicht damit, was wohl der sinn von weihnachten sein mag, sondern mit dem unsinn von weihnachten. und da ist der letzte absatz durchaus angebracht. auch wenn wir alle immer die hoffnung auf ein happy end haben, selbst in einem solchen kurzen text. aber ich hab das gef├╝hl, der botschafter wollte gar keine "frohe" botschaft verk├╝nden. ich frag mich nur, warum der text unter humor und satire steht.

vetiver

Bearbeiten/Löschen    


Abendsternchen
???
Registriert: Nov 2002

Werke: 0
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Vertiver.

Es geht mir nicht nur darum, dass eine frohe oder weise Botschaft verk├╝ndet wird. Es liegt wohl an meiner Betrachtungsweise, dass mir solche Gedanken wie dieser Schluss ein wenig fremd sind. Habt also Nachsicht mit mir.

Dass der Text mit DEM Schluss unter Humor und Satire steht, kann ich dagegen sehr gut nachvollziehen :-) ein anderer h├Ątte da ja auch nicht so gut gepasst, meiner Meinung nach. Aber.. alles ist subjektiv.

W├╝nsch Dir einen sch├Ânen Abend noch.

viele Gr├╝├če

Abendsternchen

Bearbeiten/Löschen    


Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

Werke: 26
Kommentare: 27
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo Abendsternchen, Hallo Vertiver

Vielen Dank f├╝r eure Antworten

Ich habe den Text unter Humor und Satire gepostet, weil er sonst nirgends wirklich reingepasst hat (unter Horror vielleicht ;-)) und weil ich es (man verzeihe es mir) halt irgenwie f├╝r Satire halte...

├ťber den letzten Abschnitt habe ich mir auch lange Gedanken gemacht. Ich bin nicht jemand, der gerne mit 'starken' W├Ârtern provoziert. Hier habe ich es aber gleich aus zwei Gr├╝nden eingesetzt:

1. um den Ich-Schreiber blosszustellen, zu entlarven. Nachdem er sich ├╝ber Weihnachten ausgelassen und lustig gemacht hat disqualifiziert er sich im letzten Abschnitt mit seiner Vorstellung vom 'Fest der LIEBE' selbst.

2. (und das w├Ąre eine andere Lesevariante) um der ganzen Geschichte einen sarkastischen i-Punkt aufzusetzen, sprich: die ganze Gesellschaft hat sich vom 'Fest der Liebe' schon soweit entfernt, dass man nicht schlechter dasteht, wenn man halt eben tut, was der Ich-Schreiber anregt.

Ich pers├Ânlich liebe Weihnachten ├╝brigens noch immer wie zu Kindeszeiten (auch wenn die Vorfreude heute im Arbeitsstress etwas verk├╝rzt ist). Nebenbei: im Krippenspiel habe ich einen Hirten gespielt, Maria war meinem ├Ąlteren Bruder vorbehalten.

Ich w├╝nsche euch ein frohes 'Fest der Liebe' und viele brauchbare Geschenke ;-)

Liebe Gr├╝sse

Botschafter

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!