Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
295 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Weihnachten ist grausam!
Eingestellt am 22. 12. 2009 16:17


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Inken B.
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2009

Werke: 8
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inken B. eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Jedes Jahr im Dezember ist es soweit: das Grauen in Form eines rotbem├╝tzten alten Trottels mit wei├čem Vollbart hebt seinen Kopf - es ist Weihnachten! Nat├╝rlich wei├č kaum eine Sau mehr warum wir dieses Fest ├╝berhaupt feiern. Die Hauptsache ist, dass alle froh und gl├╝cklich sind und sich vor verordneter Harmonie in die Arme fallen.
Weihnachtsm├Ąrkte - eine pervertierte Ausgeburt dieses ganzen Unfugs zwischen Nadelbaum und Spekulatius - schaffen es immer wieder, von Weihnachten verblendete Mitb├╝rger auf irgendeinen zugigen Marktplatz zu locken. Da werden sich die Hacken mit ├╝berteuertem Gl├╝hwein zugekippt, an jeder Ecke stinkt es nach verbrannten Mandeln und windige H├Ąndler drehen den Leuten allen Mist an. Das Ganze wird beschallt von gar schauerlicher Weihnachtsmusik und wem davon nicht schlecht wird, der muss garantiert von der ├╝berlagerten Bratwurst kotzen, die den Weihnachtsmarktg├Ąngern f├╝r den Preis eines gebrauchten Kleinwagens untergejubelt wird. Da kommt doch wahre Feiertagsstimmung auf - da freut man sich doch auf Weihnachten, manche Leute sind ganz begeistert von Weihnachtsm├Ąrkten - aus welchen Gr├╝nden auch immer.
Selbstverst├Ąndlich hat Weihnachten auch seine guten Seiten. Vor allen Dingen f├╝r den Einzelhandel. Die B├╝rger sind derma├čen kollektiv berauscht von Weihnachten, dass sie wirklich allen Plunder kaufen. Das ganze Jahr hat der wertlose Tand im Lager gelegen weil keiner ihn wollte, jetzt, wo das vielgepriesene \"Fest der Liebe\" ansteht, geht alles weg. Die Leute sind der festen ├ťberzeugung,dass sie sich gegenseitig was schenken m├╝ssten - ach wie lieb! Der Beschenkte kann zwar meistens mit dem geschenkten M├╝ll nichts anfangen und knallt ihn sp├Ątestens an Silvester in die Restm├╝lltonne aber - der gute Wille z├Ąhlt!
Und so kommt man kurz vor Weihnachten nur noch mit kr├Ąftigem Schwung in die Superm├Ąrkte und Kaufh├Ąuser. Dr├Ąngeln, Schubsen, Knuffen, auf die F├╝├če treten, genervte Blicke werfen, all das geh├Ârt zu einer gepflegten Vorweihnachtsatmosph├Ąre in den sogenannten Konsumtempeln unserer modernen Zivilisation. Da kann es drau├čen noch so kalt sein - wen st├Ârt das, wenn sich im Innern von monstr├Âsen Einkaufscentern schwitzende Leiber aneinander vorbeischieben, sich im Kampfget├╝mmel ankeifen und sich gegenseitig den letzten Aldi - Marzipanstollen aus der Hand rei├čen?
Aber mal ehrlich - was w├Ąre Weihnachten ohne unsere geliebten Massenmedien? Schon Mitte Dezember hat fast jeder deutsche Radiosender die phonetische Umweltverschmutzung \"Last Christmas\" von \"WHAM\" seinen bedauernswerten H├Ârern mindestens 500.000 Mal um die Ohren gehauen. Da singt doch diese hochglanzpolierte F├Ânwelle George Michael von doch ach so tollen verschneiten Weihnachten und dass er die Schlampe an seiner Seite gerne mal unter der geschm├╝ckten Nordmanntanne knattern w├╝rde. Dabei wei├č doch jeder, dass dieser unrasierte Gockel stockschwul ist und in Wirklichkeit lieber mit Kerlen herumpimpert!
├ťberhaupt denkt jeder Schlager- und Popfuzzi dass er uns am Jahresende mit selbst ausgeschissenen Weihnachtsliedern erfreuen m├╝sste. Was dabei herauskommt ist meistens grausame Ohrenfolter, die bei Langzeitgenuss eine dauerhafte Sch├Ądigung des Schlie├čmuskels zur Folge haben kann.
Aber was das Radio kann, kann das Fernsehen schon lange. Man denke nur an die vielen sch├Ânen Weihnachtssendungen mit dem missgl├╝ckten Gen-Experiment Florian Silbereisen oder den sprechenden Maultaschen Marianne & Michael. In solchen grausamen Shows pl├Ąrren albern kost├╝mierte Kinder furchtbar schreckliche Lieder, irgendein seniler Opa sitzt auf einem vollgefurzten Sessel und liest stinklangweilige Geschichten und alles ist so voll Harmonie, dass sich selbst der Weihnachtsmann voller Ergriffenheit in die Hose pinkelt.
Zu allem ├ťberfluss haben meistens die beiden Trockenpflaumen Maria und Margot Hellwig Ausgang aus der Klapsm├╝hle bekommen und mischen bei dem Quark auch noch mit. So viel Gl├╝hwein gibt es auf der ganzen Welt nicht, um sich diesen Nonsens sch├Ân zu saufen!
Das Befremdlichste an Weihnachten aber ist, dass am 24. Dezember mitten in den Wohnzimmern Tannenb├Ąume aufgestellt werden. Der Stamm wird in einen St├Ąnder geklemmt und das arme Gew├Ąchs mit allerlei buntem Schnickschnack beh├Ąngt. Glaskugeln, Lametta, Omas Gebiss oder Opas selbstgeschnitztes, anatomisch v├Âllig korrektes Modell eines erigierten Pferdepimmels - alles wird an den Weihnachtsbaum gehangen.So wird eine Pflanze aus der Familie der Kieferngew├Ąchse vollends entw├╝rdigt.
Im Laufe des Weihnachtsabends wird dann gefressen, gefressen was das Zeug h├Ąlt, gerade so, als wenn es das ganze Jahr nichts gegeben h├Ątte. Sch├Âne fettige Gans, spermafarbene Kn├Âdel dazu, Rotkohl und eine So├če, die an iranisches Roh├Âl erinnert - so kann das Weihnachts-Standart-Essen aussehen. Igitt Igitt!
Wenn dann alle noch mal gekotzt haben geht es ans Geschenke auspacken. Jeder kriegt ein quietschbuntes Paket in die Hand gedr├╝ckt und hat sich gef├Ąlligst dar├╝ber zu freuen! W├Ąhrend aus dem CD-Player Weihnachtslieder dudeln und die Hauskatze sich im Standmixer das Leben nimmt, wird alles ausgepackt was man so gar nicht gebrauchen kann. \"Oh wie sch├Ân!\", \"Oh wie toll!\", \"Ach, das ist aber ein sch├Ânes Geschenk!\" wird da munter drauflos gelogen obwohl sich alle lieber an die Gurgel fahren w├╝rden. Aber das kommt sp├Ąter noch, wenn die vier Flaschen Wodka erst mal alle sind.
Zu allem Ungl├╝ck kommen nach Heiligabend noch zwei Weihnachtsfeiertage. Wo soll man so viel Harmonie herkriegen? Man kann ja diese Tage dazu nutzen, sich mal wieder richtig zu besaufen, anschlie├čend dem Weihnachtsmann auf die Schuhe zu brechen und dabei \"Oh du fr├Âhliche..\" zu furzen. Das w├Ąr┬┤ doch mal was, Halleluja!
Irgendwann ist diese Zeit voller Grausamkeit auch wieder vorbei und man hat ein Jahr Ruhe - sch├Ân so!

__________________
Inken B.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


4 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!