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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Weihnachtsgeschichte 2017 Das Fest des Friedens
Eingestellt am 11. 01. 2018 22:45


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TheoDoridis
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Das Fest des Friedens

Ein Beil spaltete mit seiner scharfen Klinge durch kraftvolle Schl├Ąge das Holz hier klein. Holz, dass sp├Ąter im Kamin der H├Ąuser, in denen schon das w├Ąrmende Feuer angefacht wurde, um eine wohlige W├Ąrme in den von Zimt und Tannenduft gef├╝llten R├Ąumen abzugeben. Der Dorfbewohner, der hier das Holz hackte, hatte sich trotz seiner erw├Ąrmenden Arbeit sehr warm angezogen. Denn es war kalt. Sehr kalt und sehr viel Schnee fiel in den letzten Tagen und h├╝llte die Landschaft um das Dorf in eine ruhige und schneewei├če Romantik ein.
Die Kinder tollten im Schnee und hatten dabei richtig Spa├č. Der kalte Wind, der hier ├╝ber das Land brauste, st├Ârte sich nicht. Denn sie waren in Bewegung und dick mit w├Ąrmender Kleidung eingepackt. Manche Kinder, durch etwas ├╝berh├Âhte F├╝rsorge ihrer Eltern, waren doch etwas zu warm eingepackt.
Es wurde das allj├Ąhrliche Feierfest im Dorf vorbereitet. Es sollte an Heiligabend beginnen und an zwei Tagen mit Musik, mit Spielen und Begegnungen mit dem etwas entlegenen Dorfes, dass das Dorf hier jedes Jahr zur Erinnerung der Freundschaft mit dem entfernten Dorf feierten.
Diese Freundschaft war so tief und m├Ąchtig, dass es Widersacher in anderen D├Ârfern gab, die immer wieder zum Ziel hatten dieses Freundschaftsband zu Brechen. Es war nat├╝rlich nicht nur die Freund-schaft die die beiden D├Ârfer verband, sondern ihr Reichtum an Bodensch├Ątzen wie Salz, Wasser und fruchtbaren Bodens. Diese beiden D├Ârfer waren nahezu unabh├Ąngig und konnten sich selber versorgen.
Die Menschen der beiden reichen D├Ârfer hatten G├╝te und Empathie und halfen durch ihren Reichtum oft schon anderen D├Ârfern, die nicht so mit diesem Reichtum gesegnet waren. Das verhalf den beiden D├Ârfern zu Respekt und Anerkennung.
Doch ein Dorf, dass schon einige anderer D├Ârfer unterwarf und sich deren bem├Ąchtigte, hatte einen gierigen Anf├╝hrer, dessen Gier nach diesen Bodensch├Ątzen immer st├Ąrker wurde. Sein Ziel war es, sich einer der beiden D├Ârfer zu bem├Ąchtigen und zu unterwerfen, um an deren Sch├Ątze heran zu kommen. Er hatte einen Plan und begann damit, durch Boten und Gesandte, dauernd falsche Behauptungen und L├╝gen ├╝ber diese beiden reichen D├Ârfer zu verbreiten, um die beiden reichen D├Ârfer zu spalten und gegeneinander aufzuhetzen. So wurden falsche Botschaften vermittelt u.a. dass die beiden reichen D├Ârfer sich immer mehr ausbreiten und andere, arme D├Ârfer unterwerfen wollten. Die beiden reichen D├Ârfer sollten dadurch ihren Respekt verlieren und geschw├Ącht werden. F├╝r den gierigen Anf├╝hrer w├╝rde es dann einfacher sein, einer der beiden reichen D├Ârfer einzunehmen und zu unterwerfen.
Der gierige Anf├╝hrer wandten sich zuerst an die Anf├╝hrer von m├Ąchtigen D├Ârfer, die den beiden reichen D├Ârfern verhasst waren und stachelte diese zuerst an. Dadurch pr├╝fte niemand die Wahrheit der beiden reichen D├Ârfer, ob sie wirklich so sind, wie behauptet wird. So fanden sich immer mehr Anh├Ąnger f├╝r den gierigen Anf├╝hrer. Viele Helfer, die sich an diesen L├╝genplan angeschlossen hatten, waren durch Versprechen, Anteil am Gewinn der Unterwerfung zu erhalten, sofort zu finden.
Die beiden D├Ârfer bekamen Wind von diesem abscheulichen und ungeheuerlichen Vorgehen. Sie sp├╝rten die Angst schon bald angegriffen zu werden und zwar von einer Vielzahl von Anh├Ąngern der verhassten D├Ârfer gegen sie. Dennoch verstanden die Bewohner der beiden reichen D├Ârfer durch ihre tiefe Empathie, warum viele D├Ârfer mit dem gierigen gro├čen Dorf und ihrem tief verhassten Anf├╝hrer sich gegen sie verbanden.
Die beiden Anf├╝hrer der beiden reichen D├Ârfer trafen sich an einem geheimen Ort und erz├Ąhlten von einander, wie ihre Bewohner durch einige Menschen in ihrem reichen Dorf zu Helfern des gierigen Dorfs wurden und versuchten die Bewohner gegeneinander aufzuhetzen. Die Helfer wurden gefangen genommen und ihre Seelen durch die Empathie der anderen Bewohner zum Bewusstsein gebracht. Die Helfer sch├Ąmten sich f├╝r ihre Taten und verpflichteten sich fortan, in Zukunft den schw├Ącheren Dorfbewohnern zu helfen. Sie wollten auch wieder, dass es Freude machte, mit den anderen reichen Dorfbewohnern zusammen zu leben. Die beiden Anf├╝hrer hatten einen Plan gefasst, um ihre beiden reichen D├Ârfer zu retten und alle verhassten und verfeindenden D├Ârfer, die gegen sie waren, zu befrieden. In der darauf folgenden Nacht wurde ein rotes Band zwischen den beiden reichen D├Ârfern gezogen und von Sp├Ąhern bewacht. Weitere Sp├Ąher zogen hinaus zu den verhassten D├Ârfern.
An das gierige Dorf schlossen sich immer mehr verhasste D├Ârfer an. Sogar einige, denen die beiden D├Ârfer schon oft geholfen hatten, ohne daf├╝r eine Gegenleistung erhalten zu wollen.
Ein Bote kam eines Morgens mit seinem Pferd an das Tor des gierigen Dorfes und wollte zum Anf├╝hrer. Er wollte dem gierigen Anf├╝hrer ├╝berbringen, das eines der beiden D├Ârfer durch L├╝gen und Zwietracht vergiftet sei und die Krieger dort sich r├╝steten, um gegen das andere reiche Dorf zu k├Ąmpfen. Der gierige Anf├╝hrer wollte ihn erh├Âren. Als er die Botschaft erhielt, lies er alle Anf├╝hrer, die sich dem verhassten Anf├╝hrer angeschlossen hatten zu sich kommen, um den Start seines Angriffs auf das andere Dorf zu befehlen. Den Boten lies er vor der Armee voraus reiten, um ihn zu pr├╝fen, ob er sich f├╝r diesen Angriff opfern lie├če.
In Scharen str├Âmten sie gegen das eine reiche Dorf, deren Seelen vergiftet sein sollen und kamen immer n├Ąher, um sie in Empfang zu nehmen und zu versklaven. Einige der Anh├Ąnger des gierigen Anf├╝hrers sahen sich schon als Herrscher dieses reichen Dorfes und wollten dann nach der Eroberung den gierigen m├Ąchtigen Anf├╝hrer von seinen Thron sto├čen.
Die Armeen kamen immer n├Ąher und n├Ąher. Es brannte ein gro├čes Feuer in mitten des Dorfes, aber es schien dort zu ruhig sein und niemand war im Dorf zu sehen. Sofort wurden Sp├Ąher in das Dorf entsandt um herauszufinden, was da vor sich ging. Als sie in das Dorf kamen, roch es nach verbrannter Erde. In der N├Ąhe des Feuers lagen blutbefleckte Schwerter und Speere. Sonst war niemand dort. Sie entdeckten die Speisescheune des Dorfes, das prallgef├╝llte war mit Nahrungsmittel. Die Sp├Ąher h├Ârten ihre M├Ągen knurren und wollten diese Entdeckung ihren Anf├╝hrern mitteilen. Bei ihrem Weg zur├╝ck wollten Sie noch die Speere und Schwerter mitnehmen. Als sie die Waffen an sich rissen, spannten sie dabei ein Seil, dass auf einmal ein rotes Band spannte. Ein Glocke l├Ąutete dadurch im anderen reichen Dorf. Pl├Âtzlich begannen die H├Ąuser in diesem reichen Dorf durch Brandpfeile auf deren D├Ąchern zu brennen. Auch die Speisescheune brannte im n├Ąchsten Moment lichterloh und der Zugang zur Salzmine wurde gesprengt.
Die Anf├╝hrer erschraken als sie dieses Feuer erblickten. Dabei entdeckten Sie das rote Band, das in die Richtung zum anderen reichen Dorfes gespannt war. Mit tiefer Entt├Ąuschung st├╝rmten die verhassten Dorfbewohner dem roten Band entlang zum anderen reichen Dorf. Sie sahen noch den Boten, der sie an diese eine reiche Dorf gef├╝hrt hatte, dem roten Band entlang wegreiten. Blind und voller Hass trampelten sie das rote Band nieder, das dennoch gespannt blieb. Dabei bemerkte die Meute nicht, dass das rote Band sie durch einen dichten Wald f├╝hrte. Als sie mitten im Wald ankamen verschwanden auf einmal einige der verhassten Dorfbewohner im Dickicht. Ihr Waffen lie├čen dabei sie an der Stelle zur├╝ck, an der sie verschwanden.
Auf einmal war der verhasste Anf├╝hrer v├Âllig allein auf seinem Pferd und zog die Z├╝gel seines Pferdes. Er schaute sich um und sein Schwei├č wurde durch den kalten Wind zu Eis. Ohnmacht sp├╝rte er pl├Âtzlich in sich und das tiefe Gef├╝hl einsam und hilflos zu sein. Angst ├╝berkam ihn, weil er in sich sp├╝rte, dass sein Leben hier enden musste. Was h├Ątte er noch alles getan, um seine Eltern zu finden. Was h├Ątte er noch alles getan, um sich den Menschen zu stellen, vor denen er Angst hatte. Wie kam es dazu, dass er soviel Hass denen gegen├╝ber hatte, denen es gut ging? Er fasst sich an sein Gesicht und ihm wurde zum ersten Mal sein dicker dunkler Bartwuchs bewu├čt. Ein eisiger Wind blies heulend durch die kahlen B├Ąume und streifte ├╝ber seine Haut. Sein K├Ârper dampfte durch seine W├Ąrme. In seine Nase kroch der Duft von Moos und Schnee. Es war ein schrecklich herrlicher Moment den er vor seinem Ende erleben durfte. Er stieg vom Pferd. Zog sein Schwert und gab seinem Pferd einen Klapps. Dieser Sprang auf ins Dickicht und verschwand. Nun war er allein. Mit sich. Mit der Welt. Mit dem Wind und dem Schnee. Mit dem Wald, der ihn umgab. Er sp├╝rte, wie die K├Ąlte ├╝ber sein Schwert in seine Hand kroch. Er h├Ârte auf einmal seinen Atem. Er hatte seinen Atem noch nie so deutlich geh├Ârt. Momente vergingen und er h├Ârte durch die Stille immer mehr sein Herz. Auf einmal h├Ârte er ├äste die zerbrachen. Um ihn herum flackerten Lichter auf und wurden immer heller. Er sah sich um und seine Achtsamkeit erh├Âhte sich. Dabei machte er sich bereit zu sterben. Doch nicht kampflos. Aus allen Richtungen kamen die flackerten Lichter auf ihn zu. Er schaute um sich. Und dann waren sie da. Die Krieger von einem der beiden reichen D├Ârfer. Sie blieben stehen. In Ihren linken oder rechten H├Ąnden trugen sie Fackeln, die das scheinbar flackernde Licht mit hierher brachten.
Der gierige Anf├╝hrer sah sich geschlagen und fiel auf die Knie. Sein Ende war Nahe. Er schloss die Augen. Sein Leben hatte nun ein Ende. Momente vergingen. Es schepperte und der gierige Anf├╝hrer zuckte ├Ąngstlich zusammen. Er h├Ârte sich immer noch Atmen und sein Herz klopfen. Im n├Ąchsten Moment roch seine Nase sein zu Hause, als seine Mutter ihm als kleiner Junge immer etwas zu essen gab. Pl├Âtzlich lie├č er die Kelle fallen. Gedanken rasten durch seinen Kopf. Bestimmt wollten sie ihn vergiften. Er wollte schon mit seinem rechten Fu├č den Topf umkippen als seine Anh├Ąnger in an der Schulter ber├╝hrten. Erschrocken sprang er auf und griff dabei nach seinem Schwert. Alle ehemaligen verhassten Anh├Ąnger standen nun um ihn herum und hatten zufriedene Gesichter. Sie baten ihn, es gut sein zu lassen und er keine Angst haben m├╝sse, von dieser Suppe zu kosten. Die Anh├Ąnger w├╝rden ihm Gesellschaft leisten und mit ihm Essen. Auch sie hatten jeweils ein Leib Brot in der Hand und erz├Ąhlten ihm, dass der Bote, der sie zum zerst├Ârten Dorf der reichen Dorfbewohner f├╝hrte, diese Suppe extra f├╝r sie zubereitet hatte und ihnen dabei half, ordentlich satt zu werden. Sie w├╝nschten dem gierigen Anf├╝hrer einen guten Appetit und setzten sich an den warmen Topf und sch├Âpften sich einer nach dem anderen aus der Suppe heraus. V├Âllig verwirrt wollte er auf die Sitzenden hier los. Wurde aber sofort von einem der Krieger aus dem reichen Dorf zur├╝ckgehalten und von einem anderen Krieger kurzerhand an Armen und Beinen gefesselt. Dann trugen die beiden ihn an den Topf und gaben ihm vorsichtig aus der Suppe. Die anderen wurden satt, w├Ąhrend er sich immer wieder str├Ąubte, von der Suppe zu essen. Er wurde in das andere reiche noch bestehende Dorf gebracht und mit Trinken versorgt. Erst nach ein paar Tagen, als er sah, dass er noch lebte, begann er von einem der Dorfbewohner etwas Essen entgegen zu nehmen. Er erkannte ihn dann auch wieder. Er war der Bote, der ihm die falsche Nachricht ├╝berbrachte. Jetzt erst sah er auch langsam klar was in diesem reichen Dorf passierte. Die Angreifer wurden alle mit Essen und Trinken versorgt. Zus├Ątzlich bekamen sie je ein Beutel Salz und Gem├╝se geschenkt, um den Winter zu ├╝berstehen. Au├čerdem verpflichteten sie sich das andere reiche Dorf, wieder aufzubauen. Sie erhielten dann nach getaner Arbeit noch je einen Beutel Salz.
Danach wollten die beiden reichen D├Ârfer mit den ├Ąrmeren D├Ârfern Handel treiben, um deren Talente zu f├Ârdern und durch gegenseitigen Austausch sich einander helfen, zu ├╝berleben. Das verhalf den ├Ąrmeren D├Ârfern zu lernen, sich selber zu helfen und sich selber zu st├Ąrken.
Doch heute wurden sie von den Bewohnern des reichen Dorfes eingeladen, mit ihnen ein Fest zu feiern. Dabei wollten sie mit den ehemaligen Angreifern zusammen Essen und Trinken und sich mit ihnen freuen, dass sie diesen Angriff auf ihr reiches Dorf doch friedlich beendet hatten. Einige der ehemaligen Angreifer hatten noch Hass in ihren Herzen, doch sie hatten jetzt Respekt vor den Bewohnern des reichen Dorfes und ritten wieder zur├╝ck in ihre D├Ârfer.
Der einst gierige Anf├╝hrer hatte hier seinen Frieden gefunden, feierte mit den anderen Anh├Ąngern und den Dorfbewohner und war nun nicht mehr allein. Auch Liebe erfuhr er hier. Und ein Jahr sp├Ąter heiratete er sogar und feierte mit seiner Frau und den Bewohnern des reichen Dorfes wieder zusammen das Fest des Friedens.

ENDE




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Theo Doridis

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