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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Weihnachtsgeschichte (Überarbeitet)
Eingestellt am 15. 06. 2004 23:40


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tribun
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Registriert: May 2004

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Weihnachtsgeschichte

Seid Tagen sitze ich nun in meiner Kammer. Ernähre mich von einer abgestanden Fleischbrühe und Rotwein. Das Telefon, abgestellt. Egal. Die Anrufe bleiben aus – somit auch meine Zahlungen. Eine Weinflasche mit abgebrochenem Flaschenhals ist mein Kerzenleuchter und das Licht, das sich nur schwach aus dem Inneren wagt, ist so ausgebrannt wie mein Verstand.
Nichts geschieht und ich geschehe nur im Zwielicht der Nächte. Einsame Spaziergänge in den Vierteln der unbekannten Stadt, die ich vor einigen Wochen aufsuchte. Meine Gesellschaft sind der Wind, der in den Gassen heult und eine Schachtel Zigaretten. Nur hin und wieder dringen fremde Klänge an meinen Verstand. Aber sie bleiben so fremd und unbegreiflich wie mein Willen.

Was trieb mich her? Was wird mich weiter treiben? Alles Fragen, die ich am liebsten zusammen mit der erloschenen Zigarette weit von mir werfe. Fragen, die ich schon lange nicht mehr beantworte. Vielleicht bin ich aber in dieser Stadt geboren und habe es verdrängt. Vielleicht ist mein Verstand entwichen. Nur noch eine Geste der Vereinsamung sind meine Gedanken und mein Fleisch ist ausgezehrt. Ich komme mir vor, wie ein Tier. Hungrig nach der Labung seiner Triebe. Hungrig nach Feuer.

Abwesend entzünde ich auf´s neue ein Zigarette, während draußen der Schnee seine Romantik entfalten will. Ich verabscheue diese natürliche Form des Heuchelns. Offenes Feuer, ein Glas Cabernet Sauvignon und stillende Musik. Ich verachte diese Vorstellung. Eine Kerze in einer zerbrochenen Weinflasche, ein paar Tropfen Rotwein aus dem Plus-Markt um die Ecke und Atmen, mein Atmen. Dies ist die Vorstellung der Hinterbliebenen. Mir ist es gleichgültig, wann ich das letzte Mal ein Wort mit einem Andern wechselte. Gleichgültig, wann ich das letzte Mal erfuhr, dass hinter den Blicken der Anderen ein Herz schlägt. Gleichgültig wie sich Haut oder Haar in meiner Hand anfühlte. Hin und wieder wird meine Monotonie von dem Geheule einer Katze unterbrochen. Es dringt dann in meine Seele, wie das Schluchzen eines Kleinkindes und Gram steigt auf. Ich verachte ihr Wehklagen, verabscheue ihr Gewinsel nach Aufmerksamkeit.

Nochmehr aber das Spiel der Scheu, wenn sie dann am Fensterbrett ihr Gejammer frei entfaltet und mein Herz doch erweicht. Sobald ich es aber öffne, ihr meine Aufmerksamkeit zuteil werden lasse, verschwindet sie und die Stille beschenkt mich auf´s Neue. Ich schließe das Fenster und nur kurz drauf begegnen mir die Laute wieder. Ich springe auf und stürme zum Fenster.
Der Ruhestörer entflieht.
Mein letzter Triumph.
Ich lebe und siege.
Einen kurzen Moment siege ich gegenüber der Natur und all ihren Geschöpfen. Ich siege gegen das Gewinsel meines Herzens und ich siege gegen die Lethargie. Vielleicht verfalle ich in weingeschwängerten Augenblicken in eine Art Traum. Vielleicht ergebe ich mich der Illusion eines aufregenden Lebens. Vielleicht erreicht meine Apathie gegen das Sein ihren Höhepunkt wenn ich die Flasche gegen die Wand schmettere und den Tränen nahe bin. Alles nur im Vielleicht gestrandete Momente.

Ein Sog, der mich mitnimmt in seine Bedeutungslosigkeit. Er reißt mich in seinen Strudel und ich bin klar. Ein Widerstreben oder gar Ankämpfen lohnt nicht. Eine Klospülung nimmt mich mit auf eine Reise in die Abgründe der Straßen und wenn ich erwache, ist schon im Vorhinein klar, dass ich binnen Sekunden, die Spülung erneut betätigen werde. Langsam schwillt der Verstand auf´s Neue an und ich gebe der Hoffnungslosigkeit meine Hand. Führe sie oder sie mich? Es ist egal, nur Schritthalten ist wichtig. Nicht zurückbleiben, nicht umdrehen und schon gar nicht Ablenkung.

Es klingelt zweimal. Nur nicht ablenken lassen, ein weiterer Zug aus der Flasche. Es klingelt zweimal und in kurzem Abstand wieder zweimal. Ich reiße mich aus dem Moment der vollkommenen Bedeutungslosigkeit und schleppe mich zur Tür. Erkenne durch das Glas der Eingangstür eine zierliche Frauengestalt und fühle mich ertappt. Meine Sklave Monotonie entflieht seinen Ketten. Spielend hat er sie zerbrochen und sie von den Gelenken fallen lassen. Er ist frei. Hat sich entfesselt und mich der Situation überlassen.





Verraten wurde ich und stehe einem Menschen gegenüber. Ich kenne sie. War sie nicht der Grund, weswegen ich dieses Loch bezog? War sie der Grund?
Alle Freunde der Verdammnis haben mich verlassen, keiner der wohlgeborenen Attribute der Einsamkeit hält mir mehr die Treue und ich bin auf mich gestellt. Was hat sie mir angetan? Und hat sie mir überhaupt etwas getan? Jetzt steht sie da... was will sie sagen? Was ist ihr Grund zu mir zurück zukommen. Sie sieht mich an, als ob sie davon ausgeht, dass ich sie herein bitten will. Sie hat Recht.
Ich komme dem nach, schließe die Türe und betrachte ihren Gang, wie sie dahin schreitet. Nichts hat sich an ihr geändert. Unsicher geht sie den Gang entlang zu meinem Zimmer und meine Augen tasten ihren Leib ab. Folgen den Schritten und erahnen, was sie her trieb. Schwarze Stiefel bedecken ihre Sohlen und steigen auf bis kurz unterhalb zu den Knien. Es ist mir nach wie vor fremd, wie sie es schafft, ihre Unsicherheit in ihrem Gang zu überspielen.
Ein kurzer Rock oder der gleichen, der knapp über ihre Oberschenkel fällt, bedeckt ihren Hintern. Darüber einen Mantel. Warum hat sie sich solange nicht mehr blicken lassen? Ich werde sie nicht fragen. Werde mich leiten lassen, von dem was geschehen wird. Zu lange ist es her, als dass ich der Vernunft folgen könnte. Mein Mannsein will und kann ich nicht unterdrücken. Ausgezehrt, hungrig – gierig bin ich ihren Schritten gefolgt zurück in mein Versteck.

Sie setzt sich. Ich setzte mich und biete ihr von dem Wein an, der angebrochen meinen Tisch ziert. Ohne auf Antwort zu warten schenke ich ihr ein und bevor sie danach greift, legt sie ihren Mantel ab. Hätte ich dies tun sollen? Hätte ich ihn ihr abnehmen sollen? Darunter kommt ein Wollpulli zutragen, er bedeckt, was ich berühren will, wonach ich greifen würde, wenn ich es dürfte. Aber nur das Glas reiche ich ihr. Sie nimmt es und berührt dabei meine Finger leicht. Sie streift sie und der Moment scheint unendlich. Kurz begreifen sie sich, beginnen einen unbedarften, scheuen Tanz, ehe unsere Zweisamkeit von ihren Blicken durchbrochen wird. Ertappt entgleiten die Fingerkuppen denen des Anderen und geben die Führung an die Blicke ab. Sie hebt ihr Angesicht und sieht mir in die Augen.

Ich will sie jetzt berühren, will sie an mich drücken. Aber statt dessen weiche ich der Intimität der Augen aus und frage nur, ob ihr es nicht zu heiß sei in ihrem Pulli. Bejahend legt sie ihn ab und endlich erkenne ich, was kurz geschnitten ihre Oberschenkel bedeckt. Ein schwarzes Kleid fällt eng anliegend über ihre Brüste hinab zu ihren Schenkeln. Nun sitz auch ich, tausend Meter von ihr entfernt und es kommt mir vor, als würde uns die Ewigkeit trennen. Die übereinander geschlagenen Beine lassen nur ahnen, was sie drunter trägt.

Ungeniert lass ich meinen Blick am Beginn ihrer Schenkel haften und warte, dass sie die Kreuzigung ihrer Beine auflöst. Ich warte darauf, dass sie mir einen Einblick gewährt. Ob sie es spürt? Ob sie es gespürt hat, wie ich ihr hinterher gestarrt habe; jeden Schwung ihrer Hüften verfolgt habe, als sie den Flur entlang ging? Ob sie sie jetzt spürt? Ob sie weiß, worauf ich warte? Ist es ein Spiel, provoziert sie mich? Oder haftet sie mit ihren Gedanken an anderen Momenten, an anderen Situationen in denen wir uns nahe waren?

Sie schweigt. Ich schweige und entflamme mir eine Kippe. Nur das Aufblitzen des Feuers entreißt mich für einen kurzen Moment aus ihrem Zentrum der Weiblichkeit. Sie nimmt noch einen kurzen Schluck, ehe sie ansetzt:
„Wie geht es dir?“
Wie es mir geht? Wie es mir geht? Sieht man das nicht? Kann sie meine Blicke nicht deuten? Ich gehe auf ihre Frage nicht ein und giere nur weiter nach der kleinen Hautpartie, die sich zwischen ihrem Rock und den Kniestrümpfen auftut. Es sind reizvolle Kniestrümpfe und lassen erahnen, dass sie weiß warum sie hier ist. Wieder mustere ich sie und haste von Hautstelle zu Hautstelle.

Ich stehe auf und zerstöre ihr Fragen. Gehe ihrem Warten aus dem Weg und drücke den CD-Player auf Start. Seit Tagen hatte ich die CD nicht gewechselt und auch diesmal erklang Rachmaninoff: Piano Concerto No. 3. Dann gehe ich zu ihr, stelle mich vor sie hin und strecke meine Hände nach ihrem Gesicht aus, streiche ihr übers Gesicht und meine Berührungen sprechen eine deutlichere Sprache. Ihr Erscheinen: undeutbar. Und ich geselle meine Stimme dazu:
„Ich habe dich vermisst.“

Diesmal erhalte ich keine Antwort. Statt dessen greift sie nach mir. Sie umschließt meinen Hintern und presst sich an mich, drückt sich an mich und vergräbt ihr Gesicht in meiner Taille, hebt mein Shirt an, küsst mich. Lässt ihre Zunge zärtlich über meinen Bauch streichen. Nun weiß ich, warum sie hier ist und lege jede Zurückhaltung ab.
Ich fasse in ihr schulterlanges Haar und beginne ihre Bewegungen zu führen. Sie knöpft mir die Hose auf und mein Atem wird schneller sich. „Warum kommst du her?“ flüstere ich in den erwartungsvollen Raum während ihre Küsse auf meiner Haut brennen. Ich will mehr. Hebe ihr Gesicht auf zu mir. Küsse sie am Nacken und wandere bis zur Abgrenzung ihres Ausschnittes. Ich will mehr. Auch ihr Atem wird heftiger und die Griffe werden bestimmter.
Ich kann nicht darauf warten, bis sie sich ihrer Kleider entledigt. Ich will sie spüren, will eindringen. So tief wie möglich will ich an ihrem Herzen rühren und schiebe ihren Slip zur Seite. Schwarz ist er; Ton in Ton mit dem Rest ihrer Kleidung. Und nur als ein unnötiges Utensil erscheint mir das alles. Sie öffnet ihre Beine und schluchzt auf. Reißt den Kopf zur Seite und begreift die Abgründe meines Vermissens.

„Lass uns ins Bett gehen“, flüstert sie meiner Erregung entgegen. Ich habe lange auf den Moment gewartet. Zu lange, als dass ich jetzt noch weiter warten will. Ich will sie und das jetzt. Unmittelbar, egal, was sie empfindet. Egal, wo sie war. Jetzt ist sie hier und ich in ihr. Der Korbstuhl, in dem sie sitzt rutscht zurück, schlägt unbarmherzig gegen den dahinter liegenden Schrank und keine Kontrolle besteht mehr in meinem Handeln.

Entschlossen graben sich meine Hände in ihren Rücken. Wollend presst sie sich weiter an mich, drückt ihr Becken gegen das meine. Dann reißt sie sich los, drückt mich zurück und entledigt sich ihres Kleides. Ein paar Schritte weiter und wir sind im Bett. Ich liege nun da und betrachte ihren Körper. Ihre Brüste schmiegen sich an meine Handflächen und jede ihrer Rippen will ich liebkosen.
Ich bin auf die Ellbogen gestützt, liege auf dem Rücken und sie übernimmt die Kontrolle. Sie ist auf mir und wirft sich im Takt Rachmaninoffs von Seite zu Seite.

Was war der Grund, dass wir uns so lange nicht gesehen haben? War es ein Streit? Es muss wohl so gewesen sein. Nun liegen wir Seite an Seite und ich streiche ihr wieder über das Gesicht. Halte sie im Arm. Was zählen all die Wortgefechte, die Machtkämpfe und Liederlichkeiten jetzt noch? Sie ist hier und ich bin es mehr denn je.
Nun ist sie eingeschlafen, liegt in meinem Bett und ich betrachte sie noch eine Weile.

Ich glaube nicht, dass ich mich zu ihr legen könnte, ohne sie zu wecken. Ich will den Moment noch für mich haben und lass keinen daran Anteil haben. Wenn ich mich zu ihr lege, wenn ich sie dabei wecke, was ist dann? Erwache ich dann?

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Cirias
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Hi tribun,
opliment zur gelungenen Überarbeitung(wenn ich mich mit dem Titel auch immer noch nicht anfreunden mag...)- es ist eine gute Story mit einem gewissen melancholischen Sog.
Leider sind einige z.T sinnentstellende Rechtschreibfehler drin-vielleicht schaust du noch mal drüber,
Gruß, Cirias

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