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Leselupe.de > Ungereimtes
Weiß
Eingestellt am 17. 07. 2006 15:03


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ENachtigall
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Weiß

Erschrick nicht vor dem
Weiß Es tüncht
die Spuren zu Schnee
von Gestern Von
Morgen wollen
Polarnachtaugen noch
nichts wissen Sie
ringen den Lichtfluten
Fünkchen von Selbst
-kenntnis ab und zu
blinzeln wäre Lügen
lange Beine machen
Und wer sollte
dann neues Feuer
entfachen können
in der Dämmerung
kommender Eiszeiten…




© Elke Nachtigall
17. Juli 2006

__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Prosaiker
Guest
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ein wortfluss, der sich gerade aus den brüchen ergibt - & fährt man auf ihm, dann wie in einem kajak, nicht zwingend durch wildgewässer zwar, aber dennoch tiefer und tiefer hinab richtung eros, welcher hier keine pathetische überfrachtung erleidet sondern flankiert wird vom leisen, ironischen, ja fast schüchternen unterton, erzeugt durch scheinbar schmunzelnde wortspielereien. bei allem, dem surrealismus, dem wortfluss, dem lächeln, ist auch die melancholie begleiterin deines gedichts, eine sanfte dame in diesem fall, die nicht in den schlammsud der sentimentalität zieht sondern vielmehr auf den sicheren, weil festen boden der realität verweist. ich spüre, es ist treffend, wenn ich sage: ein sehr weibliches gedicht.
dies ist, anteilig, in nuancen jeweils, mal mehr dort, mal weniger hier - wie ich deinen text lese.
und bis jetzt las ich noch nichts schlechtes von dir.
vg,
Prosa.

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ENachtigall
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Danke, Prosa, dass Du Dich auf so eine intensive Lesart eingelassen hast - das Bild von der Kajakfahrt macht mir die Lesereise dieses Stückchens (fast körperlich) neu erlebbar. Auf vereinzelten Zeilen - kleinen Brücken oder Springsteinen - läßt sich der Sprachfluss hier und da überqueren.
Die aufgespürten Nuancen überraschen mich teils, weil sie sich eingeschlichen haben. Gegen diese "blinden Passagiere" habe ich gar nichts einzuwenden.
Ein bereichernder Kommentar.

Viele Grüße.

Elke


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dockanay
Guest
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liebe elke,


tatsächlich, wie prosaiker das ja schon andeutet, spricht hier ein vollkommen poetisches ich, das noch nicht ersoffen ist im ganzen mediengeschwätz unserer modernen tage, das bestrebt ist, die poesie zum letzten rettungsraum für den empfindsamen menschen zu machen. und nur im gedicht kann sich der lyriker hinstellen und ein paar zeichen in den stein ritzen, obwohl doch schon alles irgendwie geschrieben ist. mit einer zauberhaften leichtigkeit, als würde man ein lied summen, aber auch mit der verzweiflung, die augenblicklich herausbricht, sei es noch so leise und bescheiden hingehaucht, ist dein gedicht auf jeden fall ein lebendiger erinnerungsversuch an die ersten regungen der sinne. wunderschön.

lg dockanay

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ENachtigall
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Hallo dockanay,

ich danke Dir sehr für den Kommentar und bin überrascht, wie feinfühlig Du Zwischentöne wahrnimmst. So triffst Du mit dieser Äußerung wirklich mitten ins Schwarze

quote:
ich, das noch nicht ersoffen ist im ganzen mediengeschwätz unserer modernen tage
Der Geborgenheitsfaktor, der mich rettet, im Krach und Chaos nicht handlungsunfähig und leidend zu verharren, nährt sich aus dem Versuch, spielerisch/respektvoll umzugehen mit meiner "kleinen Welt". Immer gelingt das nicht. Das Anschauen von Gewaltszenen z.B., heute Hauptbestandteil der TV-Bilder, verursachte mir von jeher körperliches Unbehagen. Das nehme ich heute einfach nicht mehr in mich auf. Vielleicht "flimmert" es deshalb bei mir irgendwie anders; jedenfalls es ist angenehm unschädlich und es hat seinen Zauber. Ich freue mich, dass etwas davon auf meine Texte abzufärben scheint.
Mit lieben Grüßen

Elke

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Perry
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Hallo Elke,
deine Zeilen lösen viele Fragen in mir aus.
Wenn spricht das lyrische Ich an, sich selbst, einen Geliebten, alle?
Was ist das "Weiß" das gnädige Vergessen?
Für was stehen die Polarnachtaugen, für Sterne?
Wie du siehst habe ich für fast alles (m)eine Interpretation gefunden.
Einziger Kritikpunkt sind aus meiner Sicht die gebräuchlichen Redewendungen "Schnee von gestern" und "Lügen haben lange (kurze?) Beine." Ich weiß, so was wird in Lyrikerkreisen gerne genommen (nehme mich da nicht aus -lächel) aber ich finde solche Allgemeinplätze hat dein Text gar nicht nötig.
LG
Manfred

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