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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Weisse Verlockung
Eingestellt am 03. 04. 2001 19:37


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stemo
???
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Weisse Verlockung


Der Mond glitt wie ein Leichentuch ├╝ber den Himmel. Der J├╝ngling n├Ąherte sich dem Zwischenreich. Wie gebannt lauschte er den Stimmen, die auf ihn einfl├╝sterten. Sie schienen aus der Fl├Âte von Luna zu steigen. Schwabbelndes Licht schmeckte wie G├Âtterspeise. Und die Schlangen z├╝ngelten zwiesp├Ąltig.
Das M├Ądchen neben ihm schien zu gl├╝hen, doch an ihrem Unterleib war es k├╝hl und neblig wie in einem Moor. Er wandelte um sie herum wie eine Dunsts├Ąule, verweht und doch mit ihr verwoben. Er saugte die Stimmen der Erdtrabantin in sich hinein.
"Lass los, was dich festh├Ąlt. Sei wie ein Regenbogen. Erhebe dich ├╝ber die s├╝ndige Erde. Verleugne nicht vor mir deine heimlichen Tr├Ąume. H├Ârst du das kosmische Keuchen? Steige aus deiner elenden Matratze. Mich heisst das Leben ├╝berall willkommen. Ergreife meine seidenweiche Hand. Sie f├╝hrt dich, kleiner Orpheus, in ein fremdes Land, in dem dich deine Geheimnisse willkommen heissen. Wenn ich singe, wird dein K├Ârper zur Harfe, und du wirst meinen Leib mit K├╝ssen bedecken. Was h├Ąlt dich noch zur├╝ck? Lass dich von mir f├╝hren! Was h├Ąlt dich noch zur├╝ck?"




Der J├╝ngling verliess seine rohgezimmerte Natur durch seinen immer d├╝nner werdenden Hals. Eine weisser Schrei gellte quer durch die ausgeh├Âhlte Bettstatt und brach sich an einem zum Rubin geschliffenen Herz.
Ein M├Ądchen mit Rosen in den Augen richtete sich auf. Die Lichter waren erloschen. Nur ein Glimmen wabberte durch das Zimmer. Das M├Ądchen wartete aufgerichtet, allein unter dem d├╝nnen Laken.
Wo war die Sonne, wo der duftdurchwehte Park? Warum trafen sie sich im Schatten? Ein phosphoreszierender Mund k├╝sste ihre Lenden. Etwas Blaues schlich an ihrem Nacken empor. Es wisperte um sie herum, und es zischelte wie in feuchtem Gras.
"Ich bin so nah wie dein Atem, doch du kannst mich nicht h├Âren", rief der J├╝ngling. Das M├Ądchen lauschte auf eine Nachricht. Sie zitterte und hauchte: "Ich will mit dir sprechen, aber du willst mich nicht h├Âren." Das M├Ądchen mit den Rosen in den Augen umarmte die Dunkelheit und weinte lautlos.
Der J├╝ngling schwebte ├╝ber die Krater des Mondes. Weiss floss das Licht aus ihnen. Er begegnete ihrem Schatten im Nebel. Zwischen seinen Lippen schmeckte er bitters├╝sse Schuld. Er zitterte wie das M├Ądchen, das ihn erwartete.
Er war nun ganz nahe bei der weisen Quelle. Doch ein leiser Zweifel liess ihn innehalten. Etwas st├Ârte seine Hingabe. Und da sp├╝rte er wie etwas Ungeb├Ąndigtes ├╝ber seine fadenscheinige Haut h├╝pfte und dort, wo es landete brennende Bisse hinterliess. Es war nur ein kleiner Floh, ein mikroskopisch kleiner Aerger. Der J├╝ngling kratzte sich, und wie er sich kratzte, erwachte seine Wut.
Mondlicht kennt nur den Tr├Ąnenregenbogen.
Er wandte sich sich von jener Quelle ab und jagte nach dem Mondkalb. Er fing es ein auf der Kraterweide. Bevor der erste Sonnenstrahl durch die beschlagenen Fensterscheiben drang, ritt er auf dem Kalb ├╝ber den tr├Ąnenfeuchten Regenbogen zur├╝ck in seine Lagerst├Ątte.
Das Laken war kalt vom Nachtschweiss. Die Matratze roch nach Moder. Er drehte sich nach ihr um. Seine Hand fuhr ├╝ber ihren Unterleib. Er war warm und feucht. Der erste Sonnenstrahl dr├Ąngte sie zueinander. Der Floh h├╝pfte ├╝ber sie hin und hinterliess seine brennenden Bisse.

__________________
stemo

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Jasmin
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Sep 2000

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Wow!!!

Stemo, genial!!

Du bist mein neuer Favorit hier...

Dix points!
__________________
Jasmin

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Casper Jacob
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 0
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Novalis auf LSD

Hey stemo,

abgefahrene Sprache, trotz einfacher Wortwahl. Und sehr h├╝bsche Bilder.

"Der J├╝ngling verliess seine rohgezimmerte Natur durch seinen immer d├╝nner werdenden Hals."

einfach geil.

Gr├╝├če

CJ


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stemo
???
Registriert: Dec 2000

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Weisse Verlockung

Diese R├╝ckmeldungen auf die "weisse Verlockung" freuen mich sehr. Wenn ich an jene psychedelisch esoterischen Entfremdungen voneinander im Liebesleben anfang der Achtziger zur├╝ckdenke, fr├Âstelt es mich heute noch, nicht unangenehm, aber doch lieber aus der Distanz betrachtet. Als die Urfassung dieses Textes noch auf dem Papier entstand, hat mich tatsaechlich ein Flohbisse wieder auf den Boden zur├╝ckgeholt. Das zwickte Gottseidank auch mein Zwerchfell.
Wie sehen denn die Erfahrungen der heutigen jungen Liebesjaeger diesbez├╝glich aus?
Ein lieber Gruss von
stemo
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stemo

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EviEngel
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Ich ben├Âtige Nachhilfe, um den Text zu verstehen, ich zitiere mal:

quote:
Der Mond glitt wie ein Leichentuch ├╝ber den Himmel. Der J├╝ngling n├Ąherte sich dem Zwischenreich. Wie gebannt lauschte er den Stimmen, die auf ihn einfl├╝sterten. Sie schienen aus der Fl├Âte von Luna zu steigen. Schwabbelndes Licht schmeckte wie G├Âtterspeise. Und die Schlangen z├╝ngelten zwiesp├Ąltig.
Das M├Ądchen neben ihm schien zu gl├╝hen, doch an ihrem Unterleib war es k├╝hl und neblig wie in einem Moor. Er wandelte um sie herum wie eine Dunsts├Ąule, verweht und doch mit ihr verwoben. Er saugte die Stimmen der Erdtrabantin in sich hinein.
Der Mond gleitet wie ein Leichentuch ├╝ber den Himmel? Ein Leichentuch ist lang und lappig, der Mond ist rund und kompakt, wie kann man so assoziieren?
Luna hat eine Fl├Âte? Ist das erotisch gemeint? Luna ist eine Frau!
Schwabbelndes Licht? Wie kann Licht schmecken?
Zwiesp├Ąltig z├╝geln? Wie geht das? Ist das eine Anspielung auf die gespaltene Zunge? Das ist aber nicht 'zwiesp├Ąltig'.

Dann, danach habe ich aufgeh├Ârt: "Er wandelte um sie herum wie eine Dunsts├Ąule, verweht und doch mit ihr verwoben."
Es dreht sich um den J├╝ngling, stimmts? Was bedeutet das?

Verst├Ąndnislose Gr├╝├če Evi :-)

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