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Leselupe.de > Ungereimtes
Welt
Eingestellt am 05. 01. 2005 22:40


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lintschi
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Welt

Ein gefÀhrlicher Kindergarten ist das hier
Lauter einsame Kinder
die glauben
dass sie erwachsen sind
Lauter in Angst erstarrte Kinder
die spielen
was fĂŒr sie Erwachsensein ist

Doch
Erwachsene trinken
Erwachsene rauchen
Erwachsene koksen

Erwachsene bauen Grenzen
Erwachsene fĂŒhren Kriege
Erwachsene wollen Macht

Erwachsene intrigieren
Erwachsene lĂŒgen
Erwachsene betrĂŒgen

Erwachsene vergessen
Erwachsene verletzen
Erwachsene töten

Erwachsene fliehen
Erwachsene erziehen
ihre Kinder zur Angst

Nur die Kinder sind frei
Und können lieben
Und
die erwachsenen Kinder

Nicht
die in Angst erstarrten Kinder
Denn die spielen
dass sie erwachsen sind

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scarda
Guest
Registriert: Not Yet

Nun, lintschi, du hast dir ja einiges vorgenommen, wenn du „Welt“ als Überschrift gewĂ€hlt hast. Das folgende wird diesem Thema aber nicht gerecht.
Über Erwachsene wird hier geschrieben, eingerahmt vom Gegenteil, den Kindern (typisch fĂŒr unser Denken, diese Polarisierung). Aber nicht nur Polarisiertes steht da, es ist auch bis ins Extrem schablonisiert.
Kritikpunkte meinerseits:
- das lyrische Ich gibt sich nicht zu erkennen. Wer ist es der da spricht? Ein Kind, ein Erwachsener, oder etwas dazwischen?
- Ich finde ĂŒberhaupt keine Lyrik, allenfalls ZeilenumbrĂŒche und Verzicht auf Satzzeichen. FĂŒr mich ist ein Kennzeichen, dass Lyrik „die Welt so klein falten kann, dass diese sich in meinem Bauch wieder entfaltet“. Im vorliegenden Fall wĂ€re aber ein Setzen der Wörter „als Prosa“ mit weniger Wörtern verbunden, denn dann wĂŒrde das hĂ€ufige „Erwachsene“ rausfallen.
- Diese einseitige Sicht der Dinge: Erwachsene trinken, rauchen, koksen ...., vergessen, verletzen, töten. Ja tun das denn Kinder nicht auch? Dein Schlusssatz will diesen Widerspruch auflösen, indem er diesen Kindern das Attribut der Nachahmenden (und auf diese Weise Lernenden) aufdrĂŒckt. FĂŒr mich ist das nur eine Aufreihung von Verallgemeinerungen und Vorurteilen, die ich persönlich nicht teile und die mir dieses „Gedicht“ nicht nĂ€her bringt.

Empfehlung: geh mal in eine Krabbelgruppe, also in den „Vorkindergarten“. Dort findest du keine vor Angst erstarrten Kinder, die Erwachsene spielen, und trotzdem bereits den ganzen Bereich des menschlichen Verhaltens.

scarda

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lintschi
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Registriert: Dec 2004

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danke scarda,

als erste gehe ich einmal in mich - und nehme deine kritik mit, die mir sehr konstruktiv erscheint.
es stimmt nĂ€mlich, dass meine "gedichte" oder wie immer man das nennen mag, momentaufnahmen aus meinem leben sind. und dann natĂŒrlich schon auch mal höchst verfĂ€lschend fĂŒr die allgemeinheit herauskommen können. um DAS zu ergrĂŒnden, bin ich hier.

also herzlichsten dank fĂŒr deinen kommentar!
lg aus wien
lin

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo lintschi,

du setzt gerne die Wiederholung als Stilmittel ein.
Das ist legitim und verfehlt nur selten seine Wirkung - Gesagtes prÀgt sich nachhaltig ein.
Hier ist es Ă€hnlich wie bei deinem Gedicht "WĂŒste", dass die Wiederholung in die eine Gefahr mĂŒndet, die sie, trotz gelungenem Stilmittel, gerne birgt: du verfĂ€llst in die Monotonie.
Ich schrieb vor lÀngerer Zeit mal ein Gedicht, welches am Anfang jedes Absatzes mit dem Satz begann:
Den kleinen Tod bin ich gestorben
blablabla, bla bla blablabla ...

FĂŒnf weitere Verse folgten. Ich musste mir dann auch leider sagen lassen, dass es spĂ€testens beim vierten Mal ziemlich genervt hat, diese Zeile zu lesen. Und in dem Moment lenkt man vom Inhalt ab und das möchten weder Autor noch Leser. Es ist zudem bei diesem Gedicht sehr schade, denn du hast etwas zu sagen.

Bei "Heilsam" ist es bedingt gelungen, weil hier ein Satz mit brachialer Konsequenz durchgehalten wird und schon fast humorige ZĂŒge hat.

LG
Sandra



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lintschi
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liebe sandra,

danke fĂŒr deinen kommentar.
da ist natĂŒrlich einiges dran. ich glaube, dass ich auf dieses stilmittel dann eher zurĂŒckgreife, wenns ein bissl brenzlig in mir ablĂ€uft. dann arbeite ich nicht am gedicht, sondern lass das gefĂŒhl so raus, wies hochkommt. und es kommt halt dann diese ewige wiederholerei, weil mich die emotion dann genau SO belastet. es nervt ja auch mich ...
und deshalb muss es ja raus.


vielen dank und lg aus dem heute strahlend sonnigen wien.
lintschi
__________________
nur wer liebt lebt
mein weblog: die liebe als phÀnomen

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