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Leselupe.de > Humor und Satire
Welt zur Schau gestellt.
Eingestellt am 24. 08. 2000 11:46


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Tim
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"...walking on sunshine, yeah IŽm walking on sunshine..." flötete der kleine Mephi vor sich hin. "...walking on sunshine..."..
Und der kleine Mephi, das bin nĂ€mlich ich, mĂŒĂŸt ihr wissen.
Warum ich euch diese Geschichte schreibe? Das erfahrt ihr spĂ€ter. Erst mal lest, was ich zu erzĂ€hlen hab. Da die Sonne langsam unter zu gehen scheint, und ich noch ein, wie mir gesagt wird sehr wichtiges Ereignis vor mir hab, muß ich so schnell wie möglich schreiben. Also, lange halte ich euch nicht auf.
"...time to feel good.." sang ich weiter. (Wieso hatte ich nur diese mir unbekannte Melodie im Ohr). Es ging mir gut, wirklich gut! Ich hatte erst gerade ein paar Beeeren und ein StĂŒck meines Brotes gefrĂŒhstĂŒckt, als die Sonne erstmals an diesem wunderschönen Morgen durch die Decke leichte Schleierwolken schielte. Ich konnte meinen schweren Nachtumhang ablegen und machte mich gestĂ€rkt und erwartungsvoll auf in Richtung der Berge. Ich ging.
Skeptisch hĂ€tte ich werden sollen, als ich an einem seltsam blinkenden Schild mit der Aufschrift "Hier entsteht in 2100 Jahren die EXPO 2000" vorbeikam. "EXPO 2000", was war das denn? Und wer hatte das geschrieben? Ein Hellseher?! "Grit" stand in kleinen Buchstaben darunter geschrieben, entdeckte ich. Bestimmt ein mĂ€chtiger Zauberer dieser Grit, dachte ich. Aber was konnte mit EXPO 2000 gemeint sein? Hörte sich jedenfalls groß an, sehr groß und mĂ€chtig. Vielleicht ein Zauberinstrument dachte ich, oder ein riesiges Haus... Naja, ein Haus wĂ€re eher unwahrscheinlich, fiel mir ein, wo doch hier so gut wie niemand wohnte. Und soetwas weiß natĂŒrlich ein großer Zauberer.
Gedankenverloren ging ich weiter. Ein großer Alchemist war er bestimmt, dieser Grit. Und er brauchte 2100 Jahre um sein Werk zu vollenden, wie schade dachte ich, daß ich diesen Tag nicht mehr miterleben wĂŒrde.
Ich trÀumte vor mich hin, besann mich in Anbetracht meines langen Weges aber doch eines schnelleren Schrittes. Doch was ich dann sah, verschlug mir den Atem.
Eine nicht gerade vor Schönheit strotzende Frau, mit etwas quallmendem in der linken Hand, saß auf einem bunt blinkenden Podest mitten auf einer Lichtung. "Tickets" stand in fetten Lettern auf einem riesengroßen Plakat neben ihr. Was war das denn schon wieder? "Tickets"? Die Frau sah sehr einsam und nicht wirklich gefĂ€hrlich aus also ging ich zu ihr.
"Hallo, ich bin Mephi" sagte ich lĂ€chelnd. "Möchtest du ein von der Grit ein Ticket kaufen?" schoß es blitzschnell aus ihr hervor. "Grit" hatte sie gesagt. Der Name von der Tafel. Ich schaute sie an und fragte gedankenlos "Ich dachte du wĂ€rest ein Mann, ein mĂ€chtiger Zauberer?!" Ich wurde rot. Was fĂŒr eine ĂŒberflĂŒssige Bemerkung. Grit war die Situation ebenso unangenehm wie mir. Schnell schob sie hinterher "Was ist nun mit dem Ticket?" Immer noch leicht verwirrt schaute ich sie an. "Was?" dachte ich in mich hinein. "Was?" fragte ich. "Na komm schon Kleiner, ein Ticket fĂŒr die Expo, du kriegst Abend-, Alters- und ErstkĂ€uferrabatt. Macht..." sie tippte mit Ihren dicken Fingern auf etwas schwarzem, flachen herum "...macht 82,60 Mark. DafĂŒr kannst du dann auch mit dem Zug anreisen. Mußt wohl noch ein paar Jahre warten bis alles fertig ist." Wieder sprangen wirre Gedanken in meinem Kopf umher "Was will die von mir?" dachte mein Kopf "Ich glaube nicht, danke Mam" sagte mein Mund. "Ach komm schon, ist ein großes Ereignis, die Expo." sagte sie mit einem flehenden Gesicht. "Und außerdem hab ich gar kein Geld" log ich. Das war wohl die beste Ausrede die mir einfallen konnte. Dachte ich...
Madam EXPO 2000 ließ nicht locker. Sie ĂŒberlegte kurz ohne mich auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen und sagte dann "Ok, ich mach dir einen Vorschlag..." "Hmmm..." seufzte ich. "Ich darf hier leider keinen umsonst reinlassen, aus Prinzip. DU setzt dich jetzt dahinten rĂŒber..." sie deutete auf einen gemĂŒtlich aussehenden Stuhl, der an einen kleinen Tisch angelehnt zu sein schien. "...und schreibst mir eine Geschichte." "Aber worĂŒber denn?" Fiel mir ein. "Egal,... ĂŒber den heutigen Tag." "Hmmm...". "Wenn mir deine kleine Geschichte gefĂ€llt, und ich glaube nicht, daß es momentan viele gute BĂŒcher gibt, die dir Konkurrenz machen könnten, dann kriegst du das Ticket umsonst." "...aber sagÂŽs niemandem..." flĂŒsterte sie noch mit einem hĂ€mischen LĂ€cheln hinterher. "Und wenn sie Ihnen nicht gefĂ€llt?" war meine berechtigte Frage. "Wenn Sie mir nicht gefĂ€llt, dann eröffnest du die Hölle!" sagte sie und nuschelte noch etwas wie "Wollen doch mal sehen, wo mehr lossein wird...". Keine Ahnung was sie damit meinte. "Die was?" fragte ich. Sie war schon eine merkwĂŒrdige Frau, diese Grit. "Naja Hölle, kennst du nicht?". "Nein, was ist das?". "Ach, nicht so wichtig, deine Geschichte gefĂ€llt mir sicher, Mephi!"
Diese Frau war hartnĂ€ckig und sie hatte etwas ĂŒberzeugendes. Aber ich hatte keine Zeit fĂŒr solche Spielereien, ich mußte weiter. Hatte einen wichtigen AUftrag. Und inzwischen war es schon spĂ€ter Nachmittag. Die Sonne wurde schwĂ€cher. Nein, ich konnte es nicht machen. Ich sah in Ihre bettelnden Augen und sagte "OK, ich mach mit."
Grit gab mir strahlend dieses schneeweiße Blatt und dieses Ding, das aussah wie ein FĂŒllfederhalter und genau wie dieser schrieb. Ich setze mich an den Tisch und schrieb meine Geschichte, wobei ich mir wirklich große MĂŒhe gab.

Und jetzt bin ich eigentlich fertig. Werde gleich Grit rufen, damit sie mir das Ticket, was immer dies auch sein mag, geben kann. Hoffentlich gefÀllt ihr meine Geschichte sonst kommt der kleine Mephi noch in die "Hölle", und das wollen wir doch nicht, oder?!
Ich hab schließlich einen Auftrag, ich muß zu den Bergen und mit meinem Freund Gott die Welt verbessern. Soll wohl keine große Sache sein, meint er. Braucht halt nur nen zweiten Mann.
Mein Kopf juckt.
"Grit...."

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Lenny
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Gut!

Hey Tim, wußte gar nicht, daß du so gute Geschichten schreiben kannst. Allerdings muß ich sagen, daß ich den Schluß nicht verstanden habe - der Teufel kommt doch in die Hölle, aber war das nun doch die Schuld von Grit, die ihn dahingeschickt hatte, weil seine Geschichte ihr nun doch nicht gefallen hat? Zudem verstehe ich nicht ganz den Bezug zwischen Teufel und der Expo.

Zudem ist die Geschichte ja auch vollkommen unrealistisch: Ich meine, das die Expo schon vor 2100 Jahren mit dem Ticketverkauf angefangen hat, ist doch vollkommen und absolut... im Bereich des Möglichen, aber das Grit so eine geschickte Marketingstrategie entwickelt hĂ€tte, halte ich fĂŒr absolut unmöglich.

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Tim
Administrator
One-Hit-Wonder-Autor

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Realistisch?!

Danke fĂŒr das Lob.
Ja, Mephi, der uns heute unter dem Namen Mephisto bekannte Teufel, hat vor 2100 Jahren die Hölle eröffnet. Grit Breuer zu verdanken. Die Hölle ist also nur ein Mißgeschick. Grit GefĂ€llt natĂŒrlich nicht, daß er Sie als "nicht gerade vor schönheit strotzende Frau" bezeichnet und Ihr "dicke Finger" andichtet. Die Geschichte die du liest, liest ja auch Grit. Und das ist das Ende. Grit liest wie du die selbe Geschichte und fĂŒhlt sich beleidigt. Mephi gibt die Geschichte an Grit zum lesen, und sein Kopf beginnt zu kratzen (Symbol fĂŒr Hörner beginnen zu wachsen).
Mephi kann seinen Freund Gott leider nicht behilflich zur Seite stehen, wie es sein Auftrag war. Ganz im Gegenteil wird er zu Gottes Gegenspieler und die Welt wird nicht besser. 100 Jahre spÀter schickt Gott seinen Sohn auf die Erde.
Der Bezug Teufel - Expo (und der Grund fĂŒr die Entstehung der Hölle) ist Sarkasmus auf das Image der gerade laufenden Expo mit Ihren Problemen.

Logik im Kreis!
Tim

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Lenny
Junior Mitglied
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Man, ich bin beeindruckt: Fast schon genial. Diese ZusammenhĂ€nge, die wirklich was schwerer nachzuvollziehen sind, hĂ€tten vielleicht was mehr herausgehoben werden mĂŒssen, ansonsten ist die Geschichte jetzt im nachhinein natĂŒrlich noch besser, da die verstrickungen jetzt klar werden. Sehr gut.

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Michael Schmidt
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Hallo Tim,

neben ein paar Stoplersteinen, die beim Lesen stören, frage ich mich, warum der kleine mephi anfangs so moderne Lieder im Ohr hat?
Und ein wenig mehr könnten sie vom Text her schon zum Rest passen.

Bis bald,
Michael

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