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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Weltherrschaft
Eingestellt am 17. 06. 2011 17:28


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IDee
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2009

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Weltherrschaft

Ich höre sie, wenn ich ganz still bin, die Luft anhalte und die Augen schließe, kann ich sie hören. Sie sind da, allgegenwĂ€rtig!
Sie waren immer schon da. Die Freundlichen und die Feindseligen. Oft wurden die NĂŒtzlichen vernichtet, ausgemerzt. Einfach so, gedankenlos, weil man sie einfach alle fĂŒr gefĂ€hrlich hielt. Ich gehörte auch zu den Vernichtern. Es war ja auch ganz einfach. Sie wehrten sich kaum, hatten keine Chance.
Das Ergebnis war erschreckend. Es ist nicht mehr zu Ă€ndern. Die Überlebenden haben sich gut gerĂŒstet, gegen uns, haben ihre Taktik geĂ€ndert und wir sind ihnen schutzlos ausgeliefert. Wir können denen nichts mehr entgegensetzen.

Langsam, ganz langsam werden sie uns vernichten. Jeden Einzelnen von uns. Es gibt kein Entrinnen. Haben sie erst einmal besitz von dir ergriffen besteht kaum noch die Möglichkeit der Flucht. Manche sind nur Wegbereiter fĂŒr noch grausamere. Ich selbst spĂŒre schon ihre GrĂ€ueltaten. Die Angst frisst an mir, Schweißtropfen fließen von meiner Stirn. Obgleich das Fegefeuer in meinem Körper zu lodern scheint, klappern meine ZĂ€hne und fröstelnd zittern meine HĂ€nde.
Die die sich in Sicherheit wiegen, da sie glauben davon gekommen zu sein, mĂŒssen feststellen, dass das ein Trugschluss war. Die Qualen der Hölle scheinen ĂŒber sie gekommen. Wer GlĂŒck hat, wird schnell dahin gerafft. Andere werden ĂŒber Wochen, Monate ja sogar Jahre gepeinigt.
Sie siechen dahin, langsam aber unaufhörlich. Sie verfaulen von innen her, ihr Gestank ist unertrÀglich.
Nach Rettung schreiend und stöhnend liegen sie auf ihren Betten und GemÀchern.
Niemand, egal wie Reich, kann sich die Freiheit erkaufen. Sie lassen sich nicht blenden, von all dem nutzlosen Tand. Sie befallen jeden, knechten und besiegen, breiten sich aus wie Eiterbeulen.

Wir hatten sie nicht auf dem Plan. Zu unwichtig, zu unscheinbar erschienen sie uns. Es war ja auch so einfach, zumindest bei den meisten, sich ihnen zu widersetzen. Man hĂŒte sich davor, vermeintlich Unbedeutendes außer Acht zu lassen. Zu schnell gewinnt es die Oberhand. So wird der gejagte zum JĂ€ger.
Es gehört uns nichts mehr. Alles haben sie uns genommen, langsam aber stetig. Sie wuchsen heran durch unsere Unvernunft. Wir nĂ€hrten sie Tag fĂŒr Tag ohne es zu begreifen, weil wir es nicht verstehen wollten.
Jetzt bĂŒĂŸen wir fĂŒr unsere Sorglosigkeit unsere Maßlosigkeit und Arroganz.

Wir hatten uns erhoben, glaubten wir wĂ€ren etwas Besseres. Waren davon ĂŒberzeugt, dass alles uns gehört.
Doch wem von uns? Nur einigen wenigen! Die Wenigen behandelten uns nicht besser als sie es jetzt tun.
Nun begleichen wir alle die Schuld. Wir haben keine Möglichkeiten mehr, kein Schwert, kein Gewehr, kein Panzer nichts kann uns mehr helfen.

Sie dringen in uns ein, durch jede Öffnung schleichen sie. Wenn man es merkt, ist es bereits zu spĂ€t. Sie fressen und nagen an unserem Innern. Sie wuchern und wachsen, gespeist von jedem neuem Atemzug, der die verbrauchte Luft in unsere Lungen schafft. Sie schwellen an, bis sie uns fast erdrĂŒcken. GemĂ€stet von dem das Wir als unser Essen ausgeben, das so belastet ist, wie alles das Wir unser eigen nennen.

Nun mĂŒssen wir erkennen das uns nie etwas gehört hat. Doch wĂ€ren wir behutsamer mit allem umgegangen, hĂ€tten der Gier und dem Machtanspruch widerstanden und versucht in einem Miteinander zu existieren, hĂ€tte vielleicht eine Chance bestanden.
Jetzt aber ist es zu spÀt! Wir haben verloren. Wir werden beherrscht!
Von all den Mikroorganismen und haben keine Aussicht mehr auf Leben.

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