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Leselupe.de > Kurzprosa
Weltzustände
Eingestellt am 02. 08. 2010 15:41


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nisavi
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2006

Werke: 105
Kommentare: 238
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I

Ich verbringe den Abend mit einem General, der mir den Krieg erklärt.
Immer neue T-Shirts zieht er aus einer Reisetasche.
Jedes ist zerknittert, schmutzig und blutverschmiert.
Er breitet die Kleidungsstücke auf dem Fußboden, dem Tisch und den Betten aus.
„Alles gute Männer“, sagt er beinahe nachdenklich.

Er verwandelt das Zimmer in eine düstere Gräberlandschaft. Ich weiche der Berührung mit den Grabrändern wieder und wieder aus.
Auch er soll mich bloß nicht anfassen!

Schließlich stehe ich im Türrahmen.
Ich muss mich abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Der Anblick des blutenden Teppichs macht mich ganz müde und erschöpft.

Als der General die leere Tasche aus dem Fenster fallen lässt, habe ich das Gefühl, mich nicht mehr auf den Beinen halten zu können.

II

Freunde überreden mich, mit ihnen zu einer Vorlesung zu gehen.
Es sei eine von den ganz besonderen, neumodischen.

Wir nehmen in einem Hörsaal in einer der hinteren Reihen Platz. Laute Musik ist dort zu hören und Bart Simpson fällt hundertfach aus der Wand. Kinder schwenken Wunderkerzen und ein Überraschungsgast wird angekündigt.

III

Als ich die Uni verlasse, bemerke ich, dass ich zwei verschiedene Schuhe trage. Einen grünen und einen blauen. Sie haben unterschiedlich hohe Absätze. Ich kann nicht gut laufen in ihnen und erwäge, in den Hörsaal zurückzugehen. Ich verwerfe den Gedanken, als ich mir den Überraschungsgast denke.

Öffentliche Verkehrsmittel wären eine gute Alternative, meine ich und hinke an eine Haltestelle.

Ich bin nicht sicher, ob ich mit einem der hier vorbeikommenden Busse wirklich nach Hause komme.
Die Zielortangabe hoch über den Köpfen der Fahrer wird ständig automatisch geändert.
Die Türen der Fahrzeuge lassen sich nicht öffnen und die Passagiere, die ich hinter den Scheiben erkennen kann, starren mit unbewegten Mienen aus den Fenstern.

__________________
On a poet's lips I slept.
(P.B.Shelley)

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wirena
Autorenanwärter
Registriert: Sep 2009

Werke: 123
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Hallo nisavi
... ein starker etwas gruseliger Beginn - beinahe liess ich mich davon abhalten weiter zu lesen, doch das Interesse war stärker -

Frage - was meinst Du damit ....Ich verwerfe den Gedanken, als ich mir den Überraschungsgast denke? Kann mir irgenwie darauf keinen Reim machen -


Zitat:
".....

III

Als ich die Uni verlasse, bemerke ich, dass ich zwei verschiedene Schuhe trage. Einen grünen und einen blauen. Sie haben unterschiedlich hohe Absätze. Ich kann nicht gut laufen in ihnen und erwäge, in den Hörsaal zurückzugehen. Ich verwerfe den Gedanken, als ich mir den Überraschungsgast denke.
Öffentliche Verkehrsmittel wären eine gute Alternative, meine ich und hinke an eine Haltestelle.

....."

lg wirena


__________________
Das Innere oder Innerliche ist um so wirklicher, als ich es mir immer wieder erobern muss.
"Was ich selbst erlebt habe, ist nur dann wahr, wenn es als verwandelter Vorgang wiederkehrt. Hans Bender, geb. 01.07.1919

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Pola Lilith
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Registriert: Feb 2008

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Schade

daß Du so wenig aus dem doch eigentlich starkem Texpotential (zumindest aus Teil 1 und ggf. auch aus 2) gemacht hast.

Die Texte muten mir an wie Traumbruchstücke.
In dieser Form, so jäh und spannungslos abgebrochen/abgetrieben, geben Sie mir, der Leserin, zu wenig, als daß ich etwas damit anfangen könnte.

Teil 1 könnte doch eine unheimlich spannende Story werden.
Mach doch was draus !

Liebe Grüße, Pola

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