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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wendung zum Guten
Eingestellt am 05. 01. 2011 18:05


Autor
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LeB├╝b
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2011

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Die Mittwochszahlen

Gebannt schaute Katinka in den Fernseher. In der einen Hand hielt sie ein Glas billigen Wei├čweins, in der anderen Hand einen Schein mit 6 Kreuzen. Heute war es soweit, sie wusste es einfach. Sie w├╝rde nie wieder Sorgen haben m├╝ssen. Kein Bef├╝rchtungen mehr, ob zum Monatsanfang genug Geld f├╝r die Miete auf dem Konto sei und auch keine Bange mehr, ob zum Monatsende es noch zum Lebensmittelkauf reichte.
Vor lauter Vorfreude st├╝rzte sie ihr Glas in einem Zug hinunter. Noch 5 Minuten, dann wusste sie es. Nun gut, eigentlich wusste sie es bereits zu diesem Zeitpunkt schon, die Ziehung war nur noch Formsache. Aber die Spannung..., so mussten sich Sportler f├╝hlen, deren Vorsprung praktisch uneinholbar war, aber die dennoch erst am Ende die Spannung von sich abfallen merkten. Es wurde Zeit f├╝r noch ein Gl├Ąschen. Katinka erhob sich von ihrem abgewetzten Sofa, es wurde aber auch wirklich Zeit f├╝r ein neues, und ging leicht schwankenden Schrittes in die K├╝che.
An vergilbten W├Ąnden vorbeikommend, fasste sie den Entschluss, dass eine neue Couch alleine nicht reichen w├╝rde. Zum Teufel, sie w├╝rde bald Million├Ąrin sein. Ausziehen! Ja, endlich dieses heruntergekommene Viertel hinter sich lassen, oh ja! Von einem Ort tr├Ąumend, an dem nicht zu jeder Tageszeit S├Ąufer angetroffen werden konnten, an dem gl├╝ckliche junge Familien auch abends noch unbesorgt spazieren gehen konnten, an dem die Superm├Ąrkte keine Stahlgitter vor ihren Fenstern hatten, ├Âffnete sie den K├╝hlschrank. Die sp├Ąrliche Innenausstattung, billige Scheibensalami, ranziger Gouda in einer 400gramm Packung, Margarine und einige ├╝brig gebliebene Grillsaucen vom Sommer, kaum wahrnehmend, griff sie sich die angebrochene Flasche M├Ądchentraube und f├╝llte ihr Glas. Sie w├╝rde wohl auch weiterhin Wein mit Schraubverschl├╝ssen holen, diese fand sie einfach nur praktisch.
Zur Feier des Tages sollte es auch ein Gl├Ąschen guten Weinbrandes geben, beschloss sie. Sie holte sich noch ein kleines Schnapsglas aus dem staubigen, nicht mehr ganz so wei├čen, H├Ąngeschrank und f├╝llte es bis zur Oberkante mit der Goldkrone aus ihrem K├╝hlschrank. Sie sch├╝ttelte nachdenklich die Flasche, ein leises pl├Ątscherndes Ger├Ąusch erklang, und stellte fest, dass es nicht lohnte diesen kleinen Rest wieder zur├╝ck zustellen. Zum Teufel! Sie brauchte ja nicht zu bef├╝rchten, morgen auf Arbeit einen Kater zu haben. Die Fleischfabrik w├╝rde sie nie wieder von innen sehen m├╝ssen, endlich keine R├╝ckenschmerzen mehr, kein Dr├Âhnen in den Ohren nach der Arbeit, keine ├ťberstunden. Diese Vorstellung im Kopf hob sie die Flasche an die Lippen und trank den Rest. Ein angenehmes Brennen breitete sich in ihrer Kehle aus. Schon besser, dachte sie, schnappte sich beide Gl├Ąser und begab sich wieder ins Wohnzimmer vor dem Fernseher. Sie war bereit f├╝r die guten Nachrichten
ÔÇ×Meine Damen und Herren, wir kommen nun zur Ziehung der LottozahlenÔÇť ert├Ânte es aus dem Fernseher. Sie schaute auf ihren Schein: 1,10, 13, 20, 31, 49. Und die Superzahl war die 3. Es konnte gar nicht schief gehen, ein sorgenfreies Leben lag vor ihr. ÔÇ×Die erste Zahl ist die 6ÔÇť war die schlechte Nachricht der Lottofee. Es drang kaum in ihren Tagtraum vor. Die Raten f├╝r das Auto w├╝rden endlich abbezahlt. ÔÇ×9ÔÇť - eine private Krankenversicherung w├Ąre doch das richtige, keine Wartezeiten mehr beim Arzt und eine vern├╝nftige Therapie f├╝r ihren R├╝cken. ÔÇ×17ÔÇť - Aber erst mal w├╝rde sie in den Urlaub fliegen, vielleicht eine kleine Weltreise? ÔÇ×21ÔÇť - raus aus diesem Elendsviertel! ÔÇ×35 und 40ÔÇť machten das Fiasko komplett. Der Tagtraum verpuffte, die Realit├Ąt holte sie ein. Nun, daf├╝r gab es mehrere Mittel, erst den Schnaps, dann den Wein. Sie seufzte, morgen auf Arbeit w├╝rde sie wohl doch einen Kater haben. Das war nicht der erste, und w├╝rde wohl auch nicht der letzte sein. Wie gut, dass Samstag nur noch 3 Tage entfernt war. Katinka hatte ein gutes Gef├╝hl f├╝r die n├Ąchste Ziehung.

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo LeB├╝b,

herzlich willkommen auf der LeLu.

Deine Geschichte fand ich kurzweilig, wenn deren Verlauf auch vorhersehbar ist. Ich w├╝rde vielleicht mehr die Tatsache des st├Ąndigen Trinkens an sich mehr herausarbeiten, um das Ergebnis der Lotterie (dass der Leser ja ohnehin vermutet) zweitrangig werden zu lassen mit dem Ziel, es letztendlich mit einer S├Ąuferin zu tun haben, die sich einfach selbst was vormacht, nur um saufen zu k├Ânnen

LG kageb

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