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Leselupe.de > Gereimtes
Wenn Nacht beginnt
Eingestellt am 13. 09. 2009 08:49


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Carina M.
Manchmal gelesener Autor
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Ins Nichts zerfließen Tage, NĂ€chte winden sich
in kĂŒhlen Kissen kraftlos hingegossen
doch immer noch liegt gÀnzlich unverdrossen
ein Sehnen in den Federn heimlich sicherlich

Wenn Nacht beginnt dann kommen all die TrÀume
zurĂŒck in eine Wehmutswirklichkeit
noch immer wie vor lÀngst vergangner Zeit
erfĂŒllt ihr Schimmer schwerelos die RĂ€ume

Das Schöne aber will ich mir bewahren
und an dich denken bei des Mondes Schein
auch spÀter dann nach noch so vielen Jahren

bleibst du mir in Erinnerung, allein
ist auch der Zug der Zeit davon gefahren
der Traum von uns wird immer bei mir sein
__________________
Alles was ich schreibe ist haschen nach Wind

Version vom 13. 09. 2009 08:49

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Crimson Conjuror
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Wenn Nacht beginnt

Dein Sonett, bestehend aus zwei Quartetten und drei Terzetten im Schema - abba - cddc - efe - fef - beschreibt die VorgĂ€nge im Innern beim Andenken an den geliebten Menschen, dessen LiebenswĂŒrdigkeiten noch immer greifbar in der Luft schweben. Vor seiner Erinnerung verblassen die Begebenheiten des Tages. Die NĂ€chte sind erfĂŒllt von Einsamkeit („Wehmutswirklichkeit”), man kann keine Kraft mehr aus der gelösten Verbindung schöpfen. Die Sehnsucht nach dem Verlorenen ist noch stark. In TrĂ€umen bringt sie einen Abglanz glĂŒcklicherer Tage, den es zu bewahren gilt – auch nach noch so vielen Jahren, wenn „der Zug der Zeit” lĂ€ngst davongefahren sein wird. Dieser Traum, in dem das erlebte Beisammensein lebendig wird, wĂ€hrt ewig.

Was dem Partner widerfahren ist, wird nicht gesagt. Das gibt dem Leser die Möglichkeit, Vermutungen anzustellen und es sich zusammenzureimen. Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, was mit dem verlorenen Menschen geschah. Doch es liegt eine gewisse Schwermut in den Zeilen, was darauf schließen lĂ€sst, dass er etwa den Kampf gegen eine Krankheit verloren hat oder Ă€hnliches. Hier geht es um das, was in der hinterbliebenen Person vorgeht. Was immer auch geschehen sein mag, die ErzĂ€hlperson leidet, aber mit einer gewissen StĂ€rke und in dem Wissen, dass es wieder aufwĂ€rts geht.

Du hast das alles gefĂŒhlvoll und sehr persönlich ausgedrĂŒckt. Auch die Sprache ist sehr poetisch: „Tage zerfließen, NĂ€chte winden sich”, „kraftlos hingegossen”, „der Zug der Zeit” etc. Gleich zu Beginn erschaffst du mit dem Bett und dem Kissen (dem Ruheplatz des Kopfes, wo alles „zusammenkommt”), die Szene des „privaten Umfelds” schlechthin. Gibt es einen privateren Ort als das eigene Bett? Vor diesem Bild schweifen die Gedanken und TrĂ€ume in den restlichen Strophen dahin, bei des Mondes Schein.

Das Sonett wirkt auf mich besinnlich, sehr sensibel fĂŒr die eigene GefĂŒhlswelt. Sie wird wahrgenommen, beobachtet - und auch zugelassen, bis sie sich von selbst wieder verĂ€ndert. Eine Trennung zu verarbeiten, braucht Zeit und Muse. Das kommt in deinem Werk gut rĂŒber!

Mir hat es ausnehmend gefallen!

Liebe GrĂŒĂŸe
Markus

__________________
FĂŒhle dich frei und kĂŒhn! Sei unvorsichtig, sei rĂŒcksichtslos! Sei ein Löwe! Sei ein SeerĂ€uber, wenn du schreibst! - Brenda Ueland, Ritterin

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Carina M.
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Lieber Markus,
ich danke dir herzlich fĂŒr deinen ausfĂŒhrlichen und wundervollen Kommentar.

Mich erstaunt sehr, was du alles aus dem Text zu lesen vermagst und zeigt mir noch einmal, wie nah der Text immer noch in mir selber schlummert.
Auch nach noch so vielen Jahren.

Sei herzlich gegrĂŒĂŸt,
Carina
__________________
Alles was ich schreibe ist haschen nach Wind

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Walther
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Registriert: Sep 2004

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Hi Carina,

man kann nur ĂŒber das schreiben, was man empfindet. Die Frage ist, wie weit hat man es verarbeitet und transzendiert.

Das Metrenbild:

quote:
Ins Nichts zerfließen Tage, NĂ€chte winden sich
xXxXxXxXxXxX
in kĂŒhlen Kissen kraftlos hingegossen
xXxXxXxXxXx
doch immer noch liegt gÀnzlich unverdrossen
xXxXxXxXxXx
ein Sehnen in den Federn heimlich sicherlich
xXxXxXxXxXxX

Wenn Nacht beginnt dann kommen all die TrÀume
xXxXxXxXxXx
zurĂŒck in eine Wehmutswirklichkeit
xXxXxXxXxX
noch immer wie vor lÀngst vergangner Zeit
xXxXxXxXxX
erfĂŒllt ihr Schimmer schwerelos die RĂ€ume
xXxXxXxXxXx

Das Schöne aber will ich mir bewahren
xXxXxXxXxXx
und an dich denken bei des Mondes Schein
xXxXxXxXxX
auch spÀter dann nach noch so vielen Jahren
xXxXxXxXxXx

bleibst du mir in Erinnerung, allein
xXxXxXxXxX
ist auch der Zug der Zeit davon gefahren
xXxXxXxXxXx
der Traum von uns wird immer bei mir sein
xXxXxXxXxX
Eine Silbe habe ich ver "vergangener" gleich noch rausgenommen, weil dort eine Senkung (unbetonte Silbe / kleines "x") ebenfalls zuviel war.

Eigentlich ist das ganz einfach. Aber, wie man sieht, bei mir hapert es auch immer mal wieder.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Benedikt Behnke
Guest
Registriert: Not Yet

Hi!

Schönes Sonett, besonders der Anfang gefĂ€llt mir sehr, sie sind kraftstrotzend, wahr, richtig, aber irgendwie erscheint mir die Formulierung "liegt gĂ€nzlich unverdrossen" nicht ganz auf der Höhe des Vorangegangenen ... störe mich besonders an "gĂ€nzlich" ... kA ... die letzte der vier Zeilen finde ich nicht so berauschend, bloß "heimlich sicherlich" hat was ... die ersten beiden Zeilen der zweiten Strophe allerdings sind wieder toll, besonders der Ausdruck "Wehmutswirklichkeit"!
Ansonstens gefĂ€llt mir noch sehr "will ich mir bewahren", mit dem Rest kann ich mich nicht 100%ig anfreunden, auch wenn's natĂŒrlich eine gute Lösung ist, aber du hast so bahnbrechend gut begonnen, da - so finde ich - verlangt's nach mindestens EbenbĂŒrtigem! =P
Sorry!

Gruß
Bene

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Carina M.
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Hallo Bene
freut mich, dass du es dennoch als gut befunden hast.
Ich bin nicht perfekt (noch lange nicht und ob ich es jemals sein werde ist auch fraglich) aber ich versuche gut zu sein.
Ob's immer gelingt?

Liebe GrĂŒĂŸe,
Carina
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