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Leselupe.de > Anonymus
Wenn Rassisten Rassisten Rassisten nennen…
Eingestellt am 25. 06. 2019 11:39


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Wenn Rassisten Rassisten Rassisten nennen…

Ich habe lange über das Thema Rassismus nachgedacht. Ich habe die Menschen beobachtet und habe – zunächst nur mir – Fragen gestellt: Warum werden Menschen in unserer aufgeklärten Zeit zu Rassisten? Wieso lässt sich der Rassismus nicht überwinden? Warum kehrt er, trotz gelegentlichen Rückzuges, immer wieder? Gibt es tiefere Ursachen, die vielleicht mit der Vernunft nicht zu erklären oder zu bekämpfen sind?

Weil ich bei meiner Suche nicht so recht fündig wurde, ließ ich das Thema ruhen.

Doch es ließ mir keine Ruhe, und so begann ich, mich selbst zu beobachten. Dabei musste ich feststellen, dass sich auch bei mir, trotz aller Aufklärung, trotz allen guten Willens zu Freundschaft, Toleranz und Völkerverständigung, trotz aller vermeintlichen Bejahung universeller Werte, bestimmte Voreingenommenheiten gegen Menschen finden, die anders sind, anderen Völkern angehören, andere Sitten und Bräuche haben.

Es hat lange gedauert, bis ich mir eingestehen konnte: Ja, auch ich bin wohl, von meinen Instinkten und Affekten her, ein Rassist.

Und ich vermute: Wir alle sind, evolutionsbedingt, von unseren halb- und unbewussten Empfindungen her, aber auch von unserer Art, wie wir andere Ethnien wahrnehmen, behandeln, einordnen, bewerten – Rassisten.

Konkret: Wir sehen, fühlen, riechen körperliche Unterschiede – oder ahnen sie, z.B., wenn wir bestimmte Namen hören. Halten sich die wahrgenommenen oder erwarteten Unterschiede in einem Rahmen, der durch unsere „Ethnie“ – ein neueres und nur scheinbar politisch korrektes Wort für „Rasse“ – vorgegeben ist, tolerieren wir sie oder machen den Versuch; reichen sie darüber hinaus, werden wir misstrauisch oder gar aggressiv. Wir entwickeln Ressentiments gegenüber „dem Fremden“ und gleichzeitig beschleicht uns, dank anerzogener ethischer Werte, ein böses Gefühl: Wir schämen uns unserer aus dem Tierreich herrührenden Empfindungen.

Wie umgehen damit? Entweder verdrängen wir die Ressentiments, leugnen sie vor uns – gegenüber anderen sowieso –, versuchen sie zu religiösen, weltanschaulichen, ökonomischen Begründungen umzulügen, oder flüchten in den vermeintlich sturmsicheren Hafen der korrekten Sprache, um uns dort an den von amtlicher Seite als unbedenklich eingestuften Begriffs-Pollern anzuleinen.

*

Political correctness – ein böses, denunziatorisches Wort, ein Kampfbegriff gar, der bei Gebrauch zumeist das Ende jeglicher Kommunikation bedeutet…

Am Anfang war das Bemühen, mittels Sprachregelungen die Diskriminierung fremder Ethnien oder von Minderheiten zu vermeiden. Das möglichst neutrale, unverfängliche Wort schien die Lösung zu sein! Doch Sprache löst keine grundlegenden Probleme, sie lenkt bestenfalls für einen Moment davon ab und verschleiert, was in unseren Bewusstseinsuntiefen gärt und wabert… Die schönsten und aufrichtigsten Worte schleifen sich ab, verlieren ihre hypnotisch-betörende Wirkung und lösen sich zunehmend in Schwall und Schall auf, und die alten Sachverhalte stehen plötzlich unverändert in ätzender Deutlichkeit vor uns…

Und wenn wir zu neuen, unverbrauchten, scheinbar noch cleaneren Worten greifen – passiert es wieder: auch die nutzen sich ab, verblassen, werden lächerlich, sodass es gleich wieder schwallt und schallt… Und der Vorgänger des neuen Wortes – steht unter Generalverdacht: Warum wurde er ersetzt? War da nicht auch schon was faul?

Das Wort „Rasse“ ist ein verbranntes. Nur wo ist der Unterschied zum neuerdings benutzten und als korrekt empfundenen Wort „Ethnie“? Sind die Inhalte der beiden Worte nicht identisch? Ich ahne: Wenn es demnächst wieder zu Auseinandersetzungen zwischen bestimmten Völkern kommt und der frühere Rassenwahn als ethnischer Wahn zur Wiederholung alter Grausamkeiten führt, wird auch die „Ethnie“ ein verbranntes Wort sein.

Ergo: Die Sprache gibt uns keine Sicherheit, auf sie ist nur bedingt Verlass. Sprachregelungen zeugen von einem guten Willen, ändern aber nichts an den Verhältnissen.

*

Wenn ich davon ausgehe, dass sich die Menschen zwar sehr in ihrem Denken, kaum aber in ihrem Fühlen unterscheiden, muss ich einen rassistischen Kern in uns allen vermuten. Er sitzt wohl irgendwo im Bauch – oder noch tiefer. Natürlich ist eine solche Annahme das ganze Gegenteil von politischer Korrektheit und dürfte heftigste Widerrede von allen Seiten ernten. Aber damit kann ich zunächst einmal leben, weiß ich doch: Die Menschen lügen, alle.

Mit der Prämisse eines evolutionär bedingten allgemein-menschlichen Rassismus auf der Instinkt- und Gefühlsebene – eines Rassismus, der sich gar nicht genau eingrenzen geschweige denn definieren lässt, denn die Zahl, Art und Unterschiedlichkeit der in einer Gruppe, einer Gemeinschaft oder einem Staatenwesen interagierenden Individuen dürfte für jeden wesentlich sein für seine jeweiligen Empfindungen, für seine daraus folgende Definition von Begriffen wie „verwandt“, „ähnlich“, „gleich“ usw. und sein anschließendes Verhalten und Handeln –, wenn ich also von einer solchen wenig erbaulichen Prämisse ausgehe, komme ich zu merkwürdigen Schlüssen, z.B.:

Menschen sind dazu verurteilt, mit der vollen Wahrheit hauszuhalten.

Zwischen ihre Gefühlen und ihren Worten ist eine Differenz, deren Größe der für erforderlich empfundenen politischen Korrektheit entspricht.

Wer meint, er müsse stets und ständig die volle Wahrheit des Gefühlten und Gedachten veräußern, macht sich zum Außenseiter: Die Korrekten müssen sich zwangsläufig von ihm distanzieren, ihn verurteilen und in die rassistische Ecke stellen, sonst riskierten sie, zu seinesgleichen gezählt zu werden.

Wenn ein Mensch einen anderen Menschen als Rassisten bezeichnet, handelt es sich bezüglich der Gefühlsebene mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen berechtigten Vorwurf – und eine Ablenkung vom eigenen Problem. Anders formuliert: Wenn Rassisten Rassisten Rassisten nennen, kämpfen sie gegen die eigenen bösen Bauchgefühle.

*

Gebe ich die genannte Prämisse vom evolutionär bedingten Rassismus unserer Bauchregion und tiefer liegender Bereiche nicht auf, wäre keine Hoffnung mehr, auch nur einen Gerechten in Sodom zu finden. Aber es muss doch einen geben! Wenigstens einen, zum Beispiel – mich?

So sage ich mir: Die Gefühls- und Affektebene ist die eine, dunkle Seite des Menschen. Wir sind aber Menschen und haben eine helle Seite, nämlich die des bewussten Handelns. Nur danach können und sollten wir urteilen, was ein Mensch ist, ob er Rassist oder eben keiner ist. Folglich: Wenn mein Reden und Handeln die Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott bezeugt, kann mir keiner den Vorwurf rassistischen Verhaltens machen.

Ich fange auch gleich an damit, indem ich laut sage: Alle Menschen haben die gleichen Rechte, zum Beispiel auf Land, auf Wasser, auf Bildung, auf Zukunft, auf Hoffnung, folglich müssen die vorhandenen Ressourcen gleichmäßig verteilt werden!

Dummerweise kommt meine Rede nicht gut an: Es ist zwar allen prinzipiell klar, was ich meine und irgendwie klingt es ja auch ganz logisch, aber ich habe etwas übersehen: Den Glauben!

*

Die einen glauben, sie hätten ein zeitloses und unanfechtbares Anrecht auf ihr Land, weil sie schon immer da siedelten. Die anderen glauben, sie könnten ohnehin nur ein Segen für das vorgefundene, unterentwickelte Land und ihre Bewohner sein und müssten es daher zwangläufig und zum Vorteil aller in ihren Besitz nehmen und ein wenig kultivieren… Die dritten glauben, das Land gehöre ihnen, weil Gott es ihnen versprochen habe.

Glaube – vor allem die Mehrzahl davon – führt also offenbar zur Interessenskollision. Und die gebiert fatale Aktivitäten: Jeder Mensch glaubt, seinen Glauben mit anderen vergleichen zu können, mit dem Ziel, eine „Rangfolge der Glauben“ hervor klauben zu können!

Man könnte denken, dass Menschen so dumm gar nicht sein können. Leider sind sie es, man sehe sich die Begründungen für die Versuche der „Glaubens-Rangfolgebildung“ an. Die einen berufen sich bei der Verteidigung und Höherstellung ihres Glaubens – der natürlich wesentlich von ihrem eigenen Wertgefühl und ihren Erwartungen und Ansprüchen bestimmt wird –, auf ihre Ahnen; die nächsten auf ihre Propheten und Märtyrer, die übernächsten auf ihre Märchendichter und die ganz besonders Ausgefuchsten gar auf Gott.

Die Berufung auf Gott ist nun ein Trick, der so durchschaubar wie unwiderlegbar ist. Wer seine Ahnen anführt oder Propheten, Sterndeuter, Dichter oder ein Gewohnheitsrecht, ist anfechtbar: Ahnen waren meist auch nur lobbyistisch veranlagte Menschen, hauptsächlich geleitet vom Interesse an der Zahl und dem Wohlergehen ihrer Nachkommen und dem Einfluss ihrer Clans und Familien; Propheten sind bekanntermaßen windige Existenzen, ein bisschen verrückt oder auch völlig durchgeknallt, mit dem Hang zur Einsiedelei in staubigen Wüsten und feuchten Höhlen, obendrein mit ungesund-einseitiger Ernährung aus wildem Honig und Heuschrecken. Sterndeuter verrenkten sich öfter den Nacken, folgten sie dem Lauf der Gestirne, und waren dann auf Massagen, Stützkissen und diverse Schlangengiftsalben angewiesen; Dichtern traut man sowieso nicht so recht, die können ja in der Regel nur überleben, wenn sie in Auftragswerken ihrer Fantasie freien Lauf lassen dürfen, und das Gewohnheitsrecht ist sowieso eine unzuverlässige Referenzgröße, meist wurde aus lauter Gewohnheit der nötige Notartermin immer weiter aufgeschoben und zum Schluss ganz vergessen.

Wer sich auf Gott oder sonstige apodiktisch-unanfechtbare Herrlichkeiten im Himmel beruft, hat zwar keine Beweise, kann aber auch nicht widerlegt werden. Höchstens zweifeln darf man an ihm und der Gottesbehauptung. Wer aber an Gott zweifelt, zweifelt an Grundsätzlichem: an der Ewigkeit, dem Sinn des Lebens, dem Schicksal, dem Kaiser, dem letzten Parlamentsbeschluss, der Landwirtschaftsministerin und dem ganzen Rest und macht sich nicht nur zum Ungläubigen, sondern auch zum Relativisten. Obwohl alles relativ sein soll, begibt sich der Relativist auf schwankenden Boden und verschwindet meist schnell in der Bedeutungslosigkeit und im Nichts…

Er katapultiert sich damit in eine besonders tiefstehende, von allen Gläubigen verachtete Riege von aussätzigen, haltlosen, an allem und also auch an sich selbst zweifelnden Kreaturen – oder wird von den Glaubensfesten dahin katapultiert.

Und das oft mit dem Vorwurf, er habe den Glauben und damit wesentliche Teile der Identität einer Ethnie verletzt, sich also eindeutig rassistisch verhalten!


Version vom 25. 06. 2019 11:39

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Tula
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Hallo anonym

quote:
Doch es ließ mir keine Ruhe, und so begann ich, mich selbst zu beobachten. Dabei musste ich feststellen, dass sich auch bei mir, trotz aller Aufklärung, trotz allen guten Willens zu Freundschaft, Toleranz und Völkerverständigung, trotz aller vermeintlichen Bejahung universeller Werte, bestimmte Voreingenommenheiten gegen Menschen finden, die anders sind, anderen Völkern angehören, andere Sitten und Bräuche haben.


Für mich die entscheidende Stelle, der ich soweit zustimme, aber auch einen Schwachpunkt in der Argumentation darstellt. D.h. irgendwie wird im Text der Aspekt der Kultur übergangen und die Ablehnung anderer Sitten und Lebensweisen mit Rassissmus gleichgestellt. Oder besser: Fremdenhass als eine weitergreifende Form des Rassissmus, der in seinem Ursprung eher auf körperliche Merkmale, und überhaupt die Hautfarbe, ausgerichtet ist. So kann z.B. ein weißer US-Amerikaner seinen schwarzen Nachbarn hassen, obwohl der mehr oder weniger genauso lebt wie er selbst.

Dann finde ich ist die völlig normale Ablehnung kulturell bedingter Gepflogenheiten anderer nicht mit Hass gleichzusetzen. Das beginnt mit der Geringschätzung der Frau in anderen Kulturkreisen in einer Art und Weise, die von uns allgemein als abstoßend empfunden wird. Das macht uns nun nicht zu Rassissten, ganz im Gegenteil.

Ich las vor Jahren ein sehr interessantes Buch von Carl Sagan "shadows of forgotten ancestors" in welchem er Verhaltensweisen der modernen Zivilisation aus evolutionistischer Sicht behandelt. Auch die Ablehnung des Fremden hat Wurzeln, die tief in die Entwicklungsgeschichte des Menschen zurückgreifen. Das ist keine Befürwortung von Hass, lediglich ein Aspekt, der bei der Analyse dieses Phänomens nicht vergessen werden sollte.
Hass ist somit selbst Teil der Kultur, erwächst aber ebenso aus einem uralten Instinkt der Angst vor dem Fremden.

LG
Tula

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Anonymous
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Hallo Tula und Patrick,

ich muss Euch leider widersprechen: Wer es schafft, sich einmal unvoreingenommen mit den "Augen eines Außenstehenden" zu beobachten, wird irgendwann die Muster erkennen, die seine Gefühle und Gedanken steuern, und gegen die er in der Regel ankämpft. Anders formuliert: Das "Es" in uns ist die evolutionär bedingte rassistisch-biologistisch agierende "dunkle" Kraft, die von einem möglichst zivilisierten, kulturell geformten "Ich" im Griff gehalten werden muss...

Heute morgen las ich eine Äußerung von Maria Furtwängler, siehe

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Die gute Maria muss wohl zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen sein, wenn sie locker formuliert, wir alle seien sexistisch, rassistisch, homophob.

In meinem Essay geht es jedoch um mehr als um die Feststellung unserer "dunklen" Triebe, die im Übrigen nicht nur bei der Begegnung mit Menschen anderer Hautfarbe oder Physiognomie aktiviert werden, sondern grundsätzlich wirken, wenn wir Menschen bewerten und einschätzen - wenn wir also mit ihnen zu tun haben. Es geht vielmehr um den Missbrauch dieser grundmenschlichen Eigenschaften und ihre böswillige, verleumderische Auslegung. Rassismus in all seinen Spielarten - die Nennung der bekanntesten spare ich mir hier - war immer eine Waffe im Kampf von Menschen gegen Menschen und wird es immer bleiben; der in uns allen angelegte, evolutionär ererbte Rassismus bestimmt auch heute die Auseinandersetzungen um Staaten, Territorien, Ressourcen. Er wird dabei unsäglich verzerrt und verbogen - durch aufgesetzte und konstruierte, scheinbar korrekte Sprachregelungen. Das führt dann dazu, dass den Menschen, die sich der Differenz von "Es" und "Ich" und der Notwendigkeit, höhere moralische Werte (der Gleichheit der Menschen, z.B.) zu praktizieren, ein Rassismus-Vorwurf angedichtet wird.

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Tula
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Hallo anonym

So richtig widersprochen habe ich doch gar nicht. Die 'dunkle Kraft' sind unsere Instinkte, sagen wir mal 'in den tieferen Etagen'. Diese werden über die Kultur mehr oder weniger gesteuert, nicht immer glücklich, leider. So kann man auch das Phänomen des Populismus besser begreifen: es ist leichter instinktiv in der Tiefe schlummernde Ängste zu schüren, als auf Verstand und konstruktiven Dialog zu setzen.

Das Spiel zwischen Instinkt und Erziehung/Kultur ist sicherlich komplex und die genaue Grenze zwischen beiden - so es eine gibt, nicht eindeutig.
Das Buch von Carl Sagen und seiner Gefährtin bleibt meine Leseempfehlung zu diesem Thema. Ich hab's damals begeistert gelesen, doch dann verborgt und sah es nie wieder. So wurde ich Opfer meiner altruistischen Instinkte

LG
Tula

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Anonymous
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eins steht für das andere

Hallo Tula,

einverstanden: Die "in der Tiefe" schlummernden Instinkte werden von Populisten geschickt genutzt, da stimme ich Dir völlig zu. Das Paradox ist trotzdem, dass in den heutigen öffentlichen Auseinandersetzungen jeder des Rassismus beschuldigt werden kann, selbst wenn er genau diesen Eindruck vermeiden will. Der Rassismus-Vorwurf ist zu einem universellen Instrument geworden, die Ursache liegt in der gewollten Vermengung von Politik, Glaube und Ethnie: eins steht für das andere. Wer politische Prozesse kritisiert, kann als Kritiker einer Ethnie und damit als Rassist diffamiert werden.

Danke für die Leseempfehlung!

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Anonymous
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Patrick, ich bin sehr gespannt auf Deine Überlegungen. Ich glaube, das Thema lohnt die Diskussion, ich entdecke selbst immer wieder paradoxe Momente und Widersprüche darin und bin an einer Klärung interessiert!

Ich darf in dem Zusammenhang vielleicht noch auf einen Essay von Kassandro hinweisen, in dem er von einer "gewollten Begriffsverwirrung" spricht. Er ist wohl zu ähnlichen Schlüssen gekommen.

Schöne Grüße

A.

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