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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Wenn die Liebe überschattet wird
Eingestellt am 13. 11. 2011 17:03


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Winfried Stanzick
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Rezension zu:

Ulrike Borst, Wenn die Liebe überschattet wird, Patmos 2011, ISBN 978-3-8436-088-0

Immer mehr Menschen, darunter zunehmend Männer aller Altersstufen, werden in den letzten Jahrfe von einer Krankheit getroffen, die wegen ihres für die Betroffenen oft unklaren Ursprungs für sie unberechenbar ist. Ich kenne Menschen, die während der tiefsten Phase ihrer Depression, als sie in der Klinik waren und auch diese oft intensive Behandlung nicht zu einer Besserung ihres Zustandes führte, mit jedem zum Tod verurteilten Krebskranken sofort getauscht hätten. Denn die Umwelt begegnet einem an Depression Erkrankten oft mit Unverständnis, und Ratschläge wie „Reiß dich doch zusammen!“ bringen den Erkrankten keinen Schritt weiter.

Das vorliegende sehr empfehlenswerte Buch beschreibt unter anderem das Umfeld des Kranken. Denn unter einer Depression leidet nicht nur der Betroffene selbst, sondern in extremem Maße auch seine Familienangehörigen. Nicht nur müssen sie damit umgehen, dass ein zuvor starker Vater oder eine Allroundmutter nun schwach und hilflos ist, sondern sie müssen nicht selten feststellen, dass sie auf den zuvor geliebten und geachteten Menschen eine extreme Wut haben und mit einer tiefen Verachtung für ihn kämpfen müssen. Nicht selten drohen sie unter der psychischen Belastung, die das Leben mit einem depressiven Familienangehörigen mit sich bringt, selbst zusammenzubrechen. Oft wirkt die Unkenntnis daran mit, man weiß nichts Genaues über die Krankheit und fühlt sich selbst hilflos im Umgang damit.

Dieses Buch will Abhilfe schaffen und konkrete Hilfen anbieten für ein „Leben mit einem depressiven Partner“.
„Wenn die Liebe überschattet wird“ gibt zunächst eine sehr verständliche und anschauliche Einführung in den Charakter und die Symptome der Krankheit, bevor es in kleinen Schritten zeigt, wie der eine Partner mit der Depression des anderen umzugehen lernen kann.
Besonders wichtig fand ich den letzten Teil des Buches, wo Ulrike Borst beschreibt, wie die bisherige Qualität einer Beziehung sich auswirkt auf den Umgang miteinander, wenn einer von beiden an Depression erkrankt. Eine vorher belastete und unglückliche Beziehung macht den Kranken oft noch kränker und nicht selten ist für beide eine endgültige Trennung oder Scheidung die einzige Überlebenschance.

Doch es gibt Abhilfe. Oft ist es nicht zu spät, in die Beziehung in investieren. Ulrike Borst gibt den von der Depression eines Partners betroffenen Frauen und Männern viele hilfreiche Ratschläge, die sie am Ende des Buches zusammenfasst unter dem Titel: „Die 10 wichtigsten Tipps für Paare, die von Depression betroffen sind“. Lesen Sie diese Zusammenfassung zuerst. Sie macht Mut für die Lektüre eines Buches, das ich nur empfehlen kann



Version vom 13. 11. 2011 17:03

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jon
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quote:
Es sind in den letzten Jahren immer mehr Menschen, darunter zunehmend Männer aller Altersstufen, die von einer Krankheit getroffen werden, die wegen ihres für die Betroffenen oft unklaren Ursprungs für sie unberechenbar ist. Ich kenne Menschen, die während der tiefsten Phase ihrer Depression, als sie in der Klinik waren und auch diese oft intensive Behandlung nicht zu einer Besserung ihres Zustandes führte, mit jedem zum Tod verurteilten Krebskranken sofort getauscht hätten. Denn die Umwelt begegnet einem an Depression erkrankten oft mit Unverständnis, und Ratschläge wie „Reiß dich doch zusammen!“ bringen den Erkrankten keinen Schritt weiter.
Die Sätze sind mir noch etwas zu kompliziert gebaut, um wirklich eindrücklich zu sein.
Erkrankten

quote:
Oft wirkt die Unkenntnis daran mit, man weiß nichts Genaues über die Krankheit und ist selbst total hilflos im Umgang damit.

Das Wort "total" ist immer riskant, in diesem Zusammenhang hier sogar doppelt. Denn die Angehörigen sind (meist) nicht (wirklich) hilflos (erst recht nicht total), sondern sie fühlen sich so. Das Buch soll ja – wenn ich das recht verstehe – zeigen, dass sie es nicht sind, dass sie es „nur“ entdecken müssen. Ok, das mag gekrümelkäst sein (wer die Mittel nicht kennt, ist wohl doch hilflos), aber in diesem Zusammenhang kann schon die Rezi den positiven Ton anschlagen, den das Buch zu vermitteln versucht. Oder?


quote:
„Wenn die Liebe überschattet wird“ gibt zunächst eine sehr verständliche und anschauliche Einführung in das Verständnis der Krankheit, bevor es in kleinen Schritten zeigt, wie der eine Partner mit der Depression des anderen umzugehen lernt.
Es gibt eine Einführung in das Verständnis? Es gibt eine Einführung in Charakter/Symptome/… der Krankheit und weckt (hoffentlich) damit Verständnis.
Es zeigt, wie der Partner es lernen kann. Wie es der konkrete Mensch lernt, ist ganz sicher sehr individuell.


Der "Anhang" mit den anderen Büchern stört. Erstens fragt man sich automatisch, warum diese anderen Bücher wohl empfohlen werden (das erste taugt wohl doch nichts?), zum anderen erfahre ich nicht, warum diese Bücher "besser" (oder wenigstens genauso gut) sein sollen.
Solche Tipps sind im Zusammenhang mit "Fachartikeln"/"populärwissenschaftlichen Artikeln" angebracht (als vertiefende oder weiterführende Lektüre, aber nicht bei der Rezi zu einem anderen Buch. Es sei denn, man vergleicht direkt (sowas wie "Das ist allerdings ein Irrtum des Autors. Wie da und dort ganz richtig vermerkt, gilt das und jenes.").

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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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