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Leselupe.de > Gereimtes
Wenn die Schwäne leise weinen
Eingestellt am 18. 11. 2007 19:28


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viktor
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

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Wenn die Schwäne leise weinen

Wenn die Schwäne leise weinen
und die Enten traurig sind
und die Sonne will nicht scheinen:
dann vermiss ich dich, mein Kind.

Wenn mein Auge in den Träumen
dich noch immer nahe meint,
weht der kalte Wind in Bäumen,
die der Wald nicht mehr vereint.

Wir sind nur die bunten Scherben
einer gnadenlosen Zeit.
Jede Unschuld strebt zum Sterben
im Triumph der Einsamkeit.

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Bernd
Foren-Redakteur
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Registriert: Aug 2000

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Ein interessantes Bild, wenn die Bäume vereinzelt werden, weil die Wälder verschwinden. Einzelne Bäume bleiben, einsam trotzen sie dem Wind.

Der Schwan als Symbol aus dem Märchen, das Gedicht ist märchenhaft, weint. Auch die Enten weinen. Die Tränen wirken im Auge wie ein Vergrößerungsglas, das die Entfernung zu verringern scheint, aber der Schwan ist schon fortgeflogen. In früheren Zeiten wäre der Held losgezogen und hätte sieben Schuhe durchgelaufen und am Ende, nachdem er die Baba Jaga überlistet und nachdem er einen Drachen besiegt hat, den Schwan erlöst und seine Braut heimgeführt.

Heute aber gibt er auf und trauert und läuft mit zerschnittenen Füßen über Scherben.

Das Lied zeigt keine Hoffnung mehr, nur das Ende.

Und man richtet sich ein. Sie ist eigentlich wunderbar, die Einsamkeit, in der ich mich freuen kann, sie zu haben, denn die Einsamkeit bleibt, und die Kälte bleibt, sie vergrößert sich sogar.

Über allem ein Gewebe von Wehmut, da ich natürlich gerne auf Schwanensuche gegangen wäre, wie die Ritter auf die Suche nach dem heiligen Gral.

Und auch ich werde verwandelt, bin die Scherbe, die mir den Fuß zerschneidet.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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viktor
Routinierter Autor
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danke für eure aufmerksamkeit!

nach meiner vorstellung von betonung der zeilen ist die metrik
mit verlaub perfekt!
XxXxXxXx
XxXxXxX
XxXxXxXx
XxXxXxX - das ist durchgängig so!

ich hatte noch eine vierte strophe, die ich dann allerdings gelöscht habe:

Abschied kennt nun kein Erbarmen,
aber Abschied muss auch sein.
Essen wir das Brot der Armen,
eine Zeit lang ganz allein.

liebe grüße
norbert

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Ecki schrieb:

quote:
... Allgemein: Pronome gehen immer in Verbindung eines Satzes den schwächeren Teil ein, also stehen sie im unbetonten Auftakt. ...

Hallo, Ecki, ich denke, das ist nicht allgemeingültig. Im Gegenteil: Die Betonung gibt an, was im Satz besonders wichtig ist.

Man kann den Text so lesen, wie Du es geschrieben hast, dann wird er im Rahmen des Gedichtes falsch. Ich denke aber nicht, dass er so gemeint war. In einem rhytmisch gebundenen Gedicht gibt das Gedicht selbst Interpretationshilfen. In Prosatexten ist das nicht der Fall, dort können Betonungsvarianten sogar zu groben Missverständnissen führen.
quote:
...
So ist das Pronomen wohl das geringfügigste Glied in einer Satzbaukette....
Ich denke, es gibt kein "geringfügigstes Glied". In einem Gedicht ist jede Silbe und jeder Punkt, jedes Satzzeichen wichtig und bedeutsam - selbst wenn ein Satzzeichen weggelassen wird, hat das eine Bedeutung. Allerdings könnte man eine Poetik auf diesen anderen Prinzipien aufbauen. Unmöglich wäre das nicht.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Hella
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2004

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Hallo Viktor,

finde den Text vor allem zum Schluss hin wirklich stark. Meines Erachtens ziehen ihn die dritte und vierte Zeile der ersten Strophe aber total runter --- Allgemeinplätze, tausendmal gelesen, banal wie ein Kindervers --- falls das in dieser Simplizität irgendwie Absicht ist, funktioniert's meines Erachtens nicht. Mein Votum: Bitte dritte und vierte Zeile neu durchdenken und mit unbenutzten Worten füllen, welche die Tiefe der letzten zwei Strophen erreicht.

Gruß, Hella

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viktor
Routinierter Autor
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...ich möchte bernd zustimmen: eine "wertigkeit" der wortarten sehe ich nur sehr bedingt.
zum stil: es geht ja in dem text um den verlust eines kindes.
die erste strophe benutzt eine kindliche sprache, s2 u. 3 die sprache des l.i.
liebe grüße
norbert

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