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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wenn die Wellen schweigen
Eingestellt am 19. 10. 2015 15:28


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Skarvaan
Wird mal Schriftsteller
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Leise schlagen die schwachen Wellen gegen mein kleines Boot, das in der Mitte des Sees treibt. Der Mond strahlt auf die Wasseroberfläche und taucht alles in ein mattes Licht. Der umliegende Wald ist völlig verstummt und fast scheint es, dass mit ihrer Stimme auch alle anderen Geräusche vom Wasser verschluckt wurden. Ich richte mich auf und betrachte das weit entfernte Ufer, dessen Umrisse mit dem schwarz der Nacht verschwimmen. Jetzt, in den tiefen Abendstunden, ist es menschenleer und es wirkt fast schon verloren, ragen doch die riesigen Bäume direkt dahinter in den grenzenlosen Himmel. Diese beruhigende Sicht ließ mein Herz ein wenig erwärmen, denn am Strand hat damals alles begonnen.

Dort am Ufer hatte ich sie zum ersten Mal gesehen. Ihre Augen spiegelten sich im See und gruben sich in die Meinen. Ihr rotes Haar flatterte im Wind und raubte mir jeglichen Atem. Wir sp√ľrten sofort, dass es etwas ganz besonderes war, was uns verband. Niemals werde ich ihr L√§cheln vergessen, das sie stets trug, wenn wir uns trafen. Gemeinsam entflohen wir den Menschenmassen und ruderten hinaus, um ungest√∂rt die Zweisamkeit zu genie√üen. Oft versteckten wir uns auch vor unserem Alltag. Nur hier konnten wir wirklich frei sein. Der See sog alle Sorgen einfach auf.
Und so tat er es auch heute.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Stunden ich schon im Boot sitze, um einfach nur in den Himmel zu starren, doch die Stille lässt meine Sorgen einfach verschwinden und gibt sie den Wellen mit. Sie tanzen zu einer mir unbekannten Melodie und tragen alles fort. Ich habe vergessen wie friedlich und unbeschreiblich schön es hier doch ist, vor allem bei Nacht. Es ist richtig gewesen heraus zu kommen.

Es war noch hell, als wir uns auf den Weg gemacht hatten, unseren See noch ein letztes Mal zu besuchen. Behutsam half ich ihr in das schwankende Boot und ber√ľhrte ihre Haut. Ihre H√§nde waren noch warm, w√§hrend ich am ganzen K√∂rper zitterte. Vorsichtig nahm ich das Ruder in die Hand und schwamm los. Sie sagte kein Wort, bis wir die Mitte des Sees erreicht hatten und selbst danach verstummten die Worte in ihrem Mund. Sie starrte mich einfach nur an. Kein Muskel regte sich in ihrem Gesicht und so sa√üen wir stundenlang einfach nur stumm da und schauten uns an, w√§hrend die Sonne langsam hinter den B√§umen verschwand. Niemand verlor auch nur einen Satz √ľber die Lage, doch ein Gef√ľhl von Akzeptanz machte sich breit. Die Nacht brach herein und der Vollmond stieg empor. Sein Licht schimmerte auf dem schwarzen Wasser, als wollte er noch ein letztes Mal versuchen die Trennung zu vermeiden. Das Mondlicht funkelte in ihren Augen und gab mir die Hoffnung, die mich auch schon beim ersten Treffen √ľberkam. Die Hoffnung auf eine gl√ľckliche Zukunft. Ihre Augen, ihre Haare, ihre Lippen ‚Äď einfach alles an ihr schien noch einmal viel bezaubernder zu wirken.
Doch dieser Gedanke blieb nicht lange bestehen und so trafen sich unsere Lippen ein letztes Mal und ein letztes Mal sp√ľrte ich ihre N√§he. Dann ging sie fort, hinein in die Dunkelheit.

Nun sitze ich alleine auf einem See voller Erinnerungen. Unter mir liegt alles verborgen, was ich jemals geliebt habe. Wie ein schwarzer Schleier haben sich die Wellen √ľber meine Hoffnungen gelegt. Es ist vorbei und ich kann es nicht mehr r√ľckg√§ngig machen. Sie ist aus meinem Leben verschwunden und so muss ich mein Leben nun weiter leben.
Langsam tauchen die Ruder ins Wasser ein und w√ľhlen den See auf, w√§hrend sich das Boot ganz behutsam dem Ufer n√§hert.
Nun sind die Wellen und Fische deine neuen Begleiter. Ich w√ľnschte, du h√§ttest mich nicht dazu getrieben, doch letztendlich blieb mir keine andere Wahl! Ruhe in Frieden, meine Meerjungfrau!

Version vom 19. 10. 2015 15:28

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hi skarvan,

du beschreibst Landschaft um Stimmung zu erzeugen. Weniger ist mehr. Und aufpassen: die Logik stellt sich oft quer. Beispiel:

quote:
Leise schlagen die schwachen Wellen gegen mein kleines Boot, das ruhig auf dem See treibt. Der Mond strahlt sein mattes Licht aufs Wasser herab und lässt die Wellen (Wiederholung) schillern (?), während sie sich vom Boot lösen(Schlagen nun die Welle an das Bot oder lösen sie sich vom Bot?). Der umliegende Wald ist völlig verstummt und fast scheint es, dass mit ihrer Stimme auch alle anderen Geräusche vom Wasser (Wiederholung) verschluckt wurden. ... Die einzigen Bewegungen, die am Ufer zu sehen sind, sind die Wellen, die mein Boot verursacht.
Zum einen kann man in der Nacht auch beim hellsten Mondschein am weit entfernten Ufer keine Wellen ausmachen - zumal es ja nur kleine Wellen sein k√∂nnen... Zum anderen kann ein treibendes Bot keine Wellen verursachen. Das Bild stimmt nicht. Und so w√ľrde ich den Text nochmals bearbeiten, bei jedem Adjektiv √ľberlegen: brauch ich dich f√ľr meinen Text?

Gr√ľ√üe von wipfel

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Skarvaan
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Hallo Wipfel,

Es waren einige hilfreiche Tipps dabei, die ich auch versuchen werde umzusetzen und daf√ľr danke ich.
Gerade die Logikfehler werde ich noch einmal √ľberarbeiten.
Ebenso werde ich die Adjektive noch einmal √ľberpr√ľfen, wobei ich nicht alle radikal entfernen werde. Ein Text braucht eine gewisse Spannung bzw. ich denke, dass dieser Text schon einige beschreibende S√§tze braucht, um eine gewisse Stimmung aufzubauen. Eine Art Kontrast zwischen dem Beschriebenen und den Dingen, die eigentlich geschehen.

Wellen können vom Boot erzeugt werden, auch wenn es nur auf dem Wasser treibt, da sich eine Person im Boot befindet und diese sich bewegt. Leichte Wellen in der Mitte des Sees können so am Strand dann sichtbar sein (auch wenn man es vom Boot aus - wie du es erwähnt hast - nicht sehen kann). Andersherum können aber auch Wellen an das Boot schlagen, wenn Tiere, der Wind selbst oder andere Dinge das Wasser in Bewegung bringen. Ein See ist schließlich nicht einfach nur flach.

Gr√ľ√üe,
Skarvaan

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