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Leselupe.de > Gereimtes
Wenn man Euch lässt
Eingestellt am 21. 03. 2010 16:15


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Walther
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Wenn man euch lässt


Die Nacht: Sie strahlt im wilden Sterngefunkel,
Die Kälte setzt sich in den Haaren fest.
Im Hintergrund tost eisig schwarzes Dunkel:
Ihr müsstet Herren sein, wenn man euch lässt.

Behindert durch ein ständiges Geplänkel,
Das Leben sei ein immerlautes Fest,
Sagt ihr und schlagt euch auf die schlaffen Schenkel:
Ihr könntet Sieger sein, wenn man euch lässt.

Die Sonne überstrahlt den ganzen Dünkel,
Mit dem ihr euch behängt, und auch den Rest
Bescheint sie hell bis in den letzten Winkel:
Ihr dürftet Götter sein, wenn man euch lässt.

Er überhaucht das irdische Gemunkel,
Der fahle Mond, weil ihr das gern vergesst:
Gefährlich unnütz seid ihr wie Furunkel
Und würdet Mörder sein, wenn man euch lässt.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 21. 03. 2010 16:15
Version vom 22. 03. 2010 15:13
Version vom 22. 03. 2010 16:00

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Rhea_Gift
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Hammer!

Aber: Zweimal kalt (bzw. Kälte/kalt)direkt hintereinander...? Bewußt (daher kein mäkeln, sondern Frage)?
Vielleicht statt schwarzes kaltes Dunkel: eisig schwarzes Dunkel?

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Walther
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Lb. Rhea_Gift,

danke für Deinen Eintrag. Den Vorschlag habe ich gerne umgesetzt, da Dein Hinweis mehr als berechtigt ist!

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Rhea_Gift
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Liebe Marlene,

hier ist keine grammatikalische Unglätte - man kann sagen: Ihr seid Mörder, wenn man euch lässt oder wäret Mörder/würdet Mörder sein, wenn man euch ließe (hier ist der Autor überzeugt davon, dass es so ist, wenn Fall X eintritt bzw. eintreten würde/einträte), man kann aber auch weniger bedingend, also konjunktiver, sagen, ihr wäret Mörder bzw. würdet (elliptisch: vielleicht? oder bestimmt? fürchte ich? wahrscheinlich?)Mörder sein, wenn man euch lässt.

Solch Feinheiten im Unterton gehen in der deutschen Sprache ja gottseidank auch

Walther: ein Hoch auf den Hoffnungsschimmer bzw. doch kleinen Zweifel an Fall X im Konjunktiv
Egal, ob von dir bewußt oder unbewußt gesetzt oder bloß dem Reim geschuldet - so isser jedenfalls nunmal drin im Gedicht

LG, Rhea
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...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Marlene M.
Guest
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natürlich geht das, liebe rhea, aber nicht in verbindung mit Konjunktiv "müsstet" im Vorsatz.
LG von Marlene

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Rhea_Gift
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doch - da ähnlich - sie müssen keine Herren sein - sie müssten (aber), so denkt der Autor - im Sinne von sollten/müssten eigentlich (aber uneigentlich würden sie wohl eher - siehe Ende!), wenn man sie lässt - so versteh ich es jedenfalls...

LG, Rhea
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presque_rien
???
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Lieber Walther,

das ist wirklich ein großartiger, tiefgründiger Text und, glaube ich, das Beste, was ich von dir seit einiger Zeit gelesen habe. Leider unterbewertet, aber eine 6 habe ich für dich schon mal ausgemerzt .

Für mich passt das "lässt" auch gut, weil es eine umgangssprachliche Variante ist, und ich die Verse 4, 8 und 12 als Wiedergabe direkter Rede lese. "Ich könnte doch ein Sieger sein, wenn man mich nur lässt!" Ich glaube, in der gesprochenen Sprache würde nur eine Minderheit hier "ließe" verwenden.

Ich lese das Gedicht als eine Abrechnung mit menschlicher Arroganz, sich als Herren der Schöpfung zu betrachten, was gerade zu Unfähig- und sogar Gefährlichkeit führt. Sehr schön finde ich die Atmosphäre, die du aufbaust, z.B. in der ersten Strophe, wo das "wilde Sterngefunkel" und das "tosende Dunkel" bekannte Vorstellungen von der Nacht umkehren und ihnen etwas unheimliches verleihen. Und als Fan von Wiederholungen liebe ich natürlich die jeweils letzten Verse. Meine Lieblingsstrophe ist die zweite: Sie finde ich am tragischsten.

LG,
presque

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