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Leselupe.de > Humor und Satire
Wenn seine Hüllen fallen
Eingestellt am 25. 01. 2002 17:01


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salome
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2002

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... oder: Ein Exkurs in das Entkleiden

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Es herrscht erregende Dämmernis im Boudoir der Holden. Die sich vermeintlich in Kürze Liebenden stehen einander gegenüber. Eine leichte Gänsehaut bahnt sich ihren Weg vom Hals bis zu den Zehen hinunter. Ein flüchtiger Kuß steigert sich in fieberhafte Leidenschaft. Die Lenden beginnen zu beben.
Eine Rakete wird in Startposition gebracht.
Langsam gleiten seine Hände aus den meinen und bahnen sich ihren Weg unter mein Top und entblößen bald meinen schmalen Leib von der darüber liegenden Textilität. Die Fortsetzung des Ganzen folgt wenige Augenblicke später, und nur wenige Zentimeter unterhalb meines niedlichen Bauchnabels.
Die Rakete wird gezündet.
Nach und nach wird Madame nun wie eine lieblich duftende Blüte entblättert, bis sie ganz in ihrer köstlichen Nacktheit dasteht und eine gedankliche Rakete dem Firmament heiß flirrend entgegenschießt.

ZAU-BER-HAFT!!!

Kinners, kann es wohl etwas Schöneres geben als das eigentliche Liebesspiel mit der knisternden Erotik des Entblätterns zu beginnen? Mal ehrlich: Da tritt der Akt an sich doch fast schon in den Hintergrund, weil der Höhepunkt bereits durch das Entkleiden des Partners erreicht ist.
Mit dem Ausziehen verhält es sich ebenso wie mit der Verhackstückung eines Überraschungsei´s: Der Inhalt ist lecker und man kann damit gelegentlich auch spielen, aber die größte Freude verspürt man in der Spannungsphase vor dem Auspacken.
Und jeder Liebhaber will fachgerecht ausgepackt sein. Jaha, und weiß der Himmel - es gibt so raffinierte Stückchen, die man anziehen kann, um sie danach wieder auszuziehen.
Und mit der richtigen Auswahl des Outfits kann es fast ein Leichtes sein, die glühende Hitze der Leidenschaft bereits im Vorfelde des Eigentlichen zu schüren und einen Mann in ein Faß Schießpulver zu verwandeln.

Mir ist es ja immer wieder ein Vergnügen, meinen zarten Leib in schrille Hüllen zu kleiden und damit die Straße oder ein gut situiertes Lokal zu betreten. Mein Aufzug trifft nicht immer den richtigen Ton, doch ich sach´ immer: Wer´s tragen kann, der soll!

Woher mein reichhaltiges Repertoire an Miederwaren stammt, ist schnell erzählt:
Jedesmal, wenn es mit einem Kerl nicht klappt, steigert sich Madame in einen Kaufrausch, der damit endet, daß ein weiteres entzückendes Dessous Madame´s Kleiderschrank ziert. Durch die Kompensation des Frustes via Kaufrausch lasse ich mir etwas Gutes angedeihen, strampele mich gleichfalls aus dem morastigen Sumpf meiner elendig leidenden Psyche *hach* und bringe dadurch außerdem meine Wäschekommode regelmäßig zum Stöhnen. Anders ausgedrückt: Meine Schublade birgt in Gänze die "Kummerwaren meiner Liebe".
Tja, unlängst gab es Zeiten, da war mein Leben aus jenem Grunde nahezu exorbitant teuer!!!

Und was sich da alles in meinem Wäscheschrank stapelt (... mein Schrank war sonst immer ein Ort, der allein zum Verstecken von Liebhabern diente und ein Brutplatz für Kleiderbügel war, die dort lauerten und sich in kürzester Zeit zu Hunderten vermehrten hoppsa wowarich? Ach ja, was sich dort alles im Schrank stapelt ...): Transparentes, Tigerwäsche und Bauchnabelfreies, Flitzerwäsche aus Frottee, Lack und Leder, Rüschen und Blüschen und Glitzerndes - quasi alles, was mein Herz oder mein Verehrer begehrt.
Dabei ist es ganz und gar unnütz, es zu sagen: Kommt DER ganz besondere Tag, hat man natürlich wieder GAR NICHTS anzuziehen!!!

Doch viel interessanter sind für mich natürlich die modischen Pretiosen, die meine Angehimmelten tragen. Und da ich mich für den Mann an sich interessiere, ist es nicht immer eine einfache Sache, ein Exemplar der Gattung Schweifträger zu finden, das sich zu kleiden versteht. Schon gar nicht jemanden, der sich erotisch kleidet!!! Wer dies nicht einsieht, der denke einfach nur mal an seine männlichen Physiklehrkörper aus der Schulzeit. Man stellte sich schon damals zu Recht die Frage: Sind das nun subversive Modeterroristen oder einfach nur unbedarft einher wandelnde Altkleidertonnen, bei deren Anblick unsere Lippen dazu veranlaßt wurden, lautlos die Worte "Tschüß Erotik!" zu formen?
In jedem Fall waren sie allesamt modische Pflegefälle. Das ist mal sicher!
Nun, wie auch immer.

Hat man nun den richtigen Mann gefunden, und ist er auch noch so gekleidet, daß man sich nicht schämen muß, am hellichten Tage an seiner Seite auf der Straße gesehen zu werden, dann ist man schon ein gutes Stück fein raus und der sinnlichen Raketenabschußbasis ein beträchtliches Quentchen näher.
Wenn man ebenso anziehend wirkt, wobei die Wäsche keine gar unbedeutende Rolle spielt (das wette ich), dann hat man ihn mit ein bißchen Glück bald dort, wo man ihn haben will: Im Boudoir der Dame.
Ein Schlücksken Wein, ein Teelöffel Honig, ein sanfter Schimmer von Kerzenlicht, auf dem Flokati ein ruhiges Tänzchen (Tanzen ist ja auch nur der vertikale Ausdruck von horizontalem Verlangen) - und die Stunde ist herangenaht!

Nun geht es darum, sich seiner Wäsche zu entledigen. Wie das bei mir geht, habe ich ja bereits zu Anfang geschildert.
Jetzt ist der Moment gekommen, auch meinen Widerpart aus dem Kokon zu schälen. Doch das nimmt leider einen Schwierigkeitsgrad an wie ... sagen wir mal ... als würde ich versuchen, ein Kondom über einen Zeppelin zu streifen - nur eben anders herum.
Wie sagte unser´ Omma selig immer: Selbst der schönste Himmel ist nicht ohne Wolken!

Das Problem beginnt schon beim ersten Handgriff, wenn man mit zitternden Händen versucht, seine Krawatte zu lösen - und ihn dabei fast stranguliert!
Himmel, wer hat diese modische Unsitte eigentlich erfunden? Und wofür ist so ein Schlips eigentlich gut? Soll er vom Gesicht, dem ersten Blickfang eines Mannes (!), den Weg zum zweiten Blickfang weisen? Also, die Männerbegehrenden wissen doch auch so, an welcher Stelle sie suchen müssen. Meine ich jedenfalls. Oder bin ich etwa nur eine weise Eingeweihte? Da ist doch wirklich kein ... äh, wie soll ich´s sagen ..."Verkehrshinweis" ... nötig!
Oder soll die Länge und Breite der Krawatte suggerieren, daß dort unten ein ähnliches Kaliber im Format der Krawattengröße mitschwingt? Quasi wie "großer Porsche gleich großes Gehänge" (obwohl diesem Vorurteil wohl eher das Gegenteil nachgesagt wird), also auch "große Krawatte gleich großer Siewissenschon"? Hat mann darüber schon mal nachgedacht?
Oder ist es ein Überbleibsel aus Amazonenzeiten, als die Kerle von ihren Herrinnen am Halsband zum Sklavenmarkt gezogen wurden? Wer hat sich so etwas nur ausgedacht? Nur weil Männer keine Handtaschen tragen und auch sonst für jegliche Art von Accessoires unempfänglich sind, muß man doch nicht gleich mit ganz und gar unnötigem Tinnef wie Krawatten anrücken, Herrschaftszeiten! Die sind nicht nur häßlich, sondern in gewissen Momenten sogar lebensgefährlich, hat der Mann vorm Losbinden nicht vorher noch tief Luft geholt.

Wie dem auch sei ... schließlich fällt die Krawatte, ebenso das Hemd. Sollten die Knöpfe haken - ich habe immer eine Nagelschere griffbereit neben dem Bett liegen, um sämtliche Hemdknöpfe auf ganz flinke Weise zu lösen. Gut, das Hemdchen bedarf danach einer dringenden Reparatur, aber was ist wohl wichtiger: Am nächsten Morgen schnieke das Haus zu verlassen oder morgens zerrüttet-zerkleidet die Straße zu betreten, davon träumend, zuvor eine hemmungslose Nacht mit mir erlebt zu haben? Sehn´se!
Und es ist ja auch nicht mein Problem, daß der Kerl nach dem Akt nicht mehr auf die Straße gehen kann, weil kein Kleidungsstück mehr so ist, wie es vorher war. Ich kann mich schließlich nicht um alles kümmern!

Doch weiter ...
Der Gürtel ist meist schon die zweite große Hürde. Wo ist denn bitte schön der gute alte Ledergürtel mit den aufeinanderfolgenden Löchern und EINEM Bügel zum Festzurren des Lederriemens geblieben? Wie? Manchmal bekommt man ja noch nicht einmal den Schnallendeckel geöffnet, der das dahinter liegende Sicherheitsschloß verbirgt. Hosenriemen sind heutzutage zu modernen Keuschheitsgürteln geworden, wenn Ihr mich fragt. Beim Versuch, diese "Ketten" zu sprengen, sind bereits Fingernägel zu Dutzenden gebrochen, Haare haben sich darin verheddert, und ein Zahn ließ sein Leben bei dem Versuch, mit brachialer Gewalt und Bissigkeit diesen fiesen Keuschheitsbund zu besiegen. Einmal half allerdings nur ein Sprengsatz. Der männliche Sprengsatz mußte danach leider entfallen, denn wo keine Munition, da auch kein "puff"!
Wobei man ja sogar von Glück sprechen kann, wenn überhaupt ein Gürtel vorhanden ist. Meist fehlt derartiges Accessoire, so daß der Hosenbund erstens furchtbar langweilig wirkt, und zweitens die Hose dort sitzt, wo man eigentlich die Kniekehlen des Mannes vermutet - ein ganz und gar qualvoller Anblick! Die Leute sehen dann immer aus wie gerade beim Wichsen erwischt. Unerträglich! Doch auf welche Weise die Hürde in Form eines Gürtels auch fallen mag - sie fällt irgendwann.

Die Hose sinkt, das Mieder schwillt - doch noch immer ist ER eingehüllt!

Jaha, da denkt man, der Kerl hat ein T-Shirt an, das man ihm einfach über den Kopf streifen kann - doch Pustekuchen! Der Kerl trägt einen Body, der nur im Ganzen zu entfernen ist. Und jetzt verrate mir mal jemand im Halbdunkel, mit welchem dieser raffinierten Modelle man es da zu tun hat!!!
Himmel nee!
Unangenehm sind ja diese Bodys, die nicht partiell, sondern nur in einem Stück zu öffnen sind. Ich frage mich ernsthaft, wie Männer mit diesen Dingern ans Pissoir treten können, um ein Geschäft zu verrichten, für das eigentlich eine bestimmte Stelle freiliegen müßte, die aber nicht freiliegen kann, weil der Unterwäschestoff eben diese gewisse Stelle hermetisch abriegelt.

Doch wie der komplett abgedichtete Kerl seine Stange Wasser in die Ecke stellt, soll nicht mein Problem sein. Vielmehr geht es um Folgendes:

Bodys sind herrlich anzusehen - doch eine Qual für die Zugehfrau!
Die einen lassen sich durch das Öffnen von Knöpfen in der Hosenbundregion in zwei Teile zerlegen, andere besitzen vorn, hinten oder seitlich einen Reißverschluß (Vorsicht! Das kann ziepen, wenn man zu schnell hantiert und gewisse Partien einzwackt!) Wieder andere haben inwendig, also im bzw. unterm Schritt, ein Gewust aus Ösen und Haken, die die Reizmaschen zusammenhalten.
Auch hier reißt so mancher Nagel ... mal ganz davon abgesehen, daß auch die Lustmaschen Schaden nehmen können, denn es kommt einer Herkulesarbeit nahe, Stoffart und Typ des Bodys im Dämmerlicht zu identifizieren und selbigen zu besiegen. Ich will mich an der griechischen Mythologie nicht gotteslästernd vergehen, aber hätte Herkules persönlich vor dieser Arbeit gestanden - er wäre sicherlich schon vorzeitig in ein Schwein verwandelt worden! Oder war´s Odysseus, der da durch den Koben grunzte?

Wie auch immer ...
In jedem Falle gibt es komplizierte Reizwäsche, was besonders für Bodys gilt. Mal ganz im Ernst: Ich hatte bereits einen Body in Händen, in den inwendig eine Gebrauchsanweisung eingenäht war, die stark einer Mischung aus Diagramm und architektonischer Zeichnung ähnelte. Doch der Mob sei getröstet: Selbst in diesem prekären Fall wußte ich nach ein paar multiplikativen Vereinigungen, wie man dieses gräßliche Stück Tüll vom Körper des Angehimmelten abgefrickelt bekommt.

Diese Teile bedeuten aber in jedem Fall, daß man eine nicht ganz unbeträchtliche Wegstrecke zurückzulegen hat, um an das männliche Gehirnfleisch heranzunahen.

Gruselig wird es allerdings, wenn der Mann extraordinäre Unterhosen trägt. Ich bin ja einiges gewöhnt, doch muß ich mir immer lachtränend auf die Lippen beißen, wenn ein Herr einen Slip in Form eines Elefantenkopfes trägt. Es mutet spanisch - oder besser: afrikanisch - an, wenn einem nach dem Fall der Hose ein plüschiges Elefantengesicht entgegenstiert! Welchen Körperteil der Rüssel verbirgt, brauche ich wohl nicht genauer zu erörtern. Ihr seid sicher im Bilde! Aber wie enttäuschend doch: Der Rüssel hat bisher nicht einmal trompetet!

Auch Push-Up-Slips können verwirren, denn geographisch sitzt alles irgendwie eine Etage höher. Und damit meine ich nicht den Hintern! Einfach qualvoll ... was vermutlich auch das verzerrte Gesicht des Partners erklärt, wenn man ihn an jener Stelle leicht an den stramm gespannten Stoff tippt.
Andererseits: Immer noch besser als weißer Feinripp mit Eingriff! Oder grob gehäkelte Unterhosen, die so große Maschen besitzen, daß sie eigentlich nichts halten können, sondern eher alles durchbaumeln lassen. Kein Witz, ich hab´s gesehen! Niemals werde ich dieses braune, wollene Machwerk vergessen, daß vermutlich nicht mal in schweren Kriegszeiten von gichtigen Mütterchen als Nebenerwerbsquelle hätte gehäkelt werden können. So etwas bringen wirklich nur Designer zustande. Der Häkelmann sah wie ein Clown aus! Allerdings, sehen wir es mal positiv: In einer Zirkusfamilie wäre er vermutlich das Lieblingskind gewesen.

Besonders enttäuschend wird es allerdings, wenn der Kerl entzückende Reizwäsche trägt, sich diese aber SOFORT vom Körper reißt, sobald er das Schlafzimmer betritt, so daß der ganze Aufwand des Antüdelns und die volle Erregbarkeitswirkung binnen einer Minute verpufft.
Vom Anbehalten der Socken wollen wir mal gar nicht erst anfangen.

Bin ich nun deswegen desillusioniert?
Oh nein, denn es ist immer wieder eine Herausforderung, dem großen und dem kleinen Männlein die Freiheit zu schenken, indem man beide findig aus dem goldenen Käfig befreit. Und wie auch immer das Spektakel des Abtakelns enden mag - es ist immer wieder ein Abenteuer und ein Hochgenuß, so es denn gelingt.
Also Mannen, niemals aufgeben, Euch in flotte Schalen zu werfen, denn ein Abenteuer ist es für beide Seiten ... immer und immer wieder.

Das meint die versierte Miederfachverkäuferin
Salome.

PS:
Ich entschuldige mich schon jetzt mit den Worten Arthur Koestlers, der einst sagte: "Der Maler hat gelernt, seine Komposition der Größe seiner Leinwand anzupassen, während ein Schreiberling bedauerlicherweise über Unmengen von Papier verfügen kann." *ggg*

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Bruno Bansen
Guest
Registriert: Not Yet

Wahnsinn!!!

Gibt es denn sowas??? Da wird der größte schlechtgereimte...na, verkneif ich mir mal, -zigfach aufgerufen und wie auch immer, kommentiert und dieses Ding kippt schon auf die hinteren Seiten ohne irgendeine Reaktion von einem Lupianer und gehört doch mit zum witzigsten, was jemals hier stand!!! Ich versteh die Welt nicht mehr! Auch wenn dieser Text ein wenig länger ist, so ist er doch viel zu kurz!!! Das möchte ich lesen bis zum Abwinken! bis mir die Linsen rotieren! Hier hätte der selige Arthur seinen Papierrestriktionswunsch umgedreht in eine völlige Freigebe, denn von sowas kann es nicht genug geben, Mistiges haben wir reichlich!!!

Salome - toll gemacht! Wenn jetzt die Damen und Herren, die glauben witziges zu schreiben, nicht dies hier sich zu Gemüte führen, dann sind wir beide hier verkehrt, dann stimmt die Bezeichnung Humor und Satire nicht!

Ich bin begeistert. Grüße von Bruno

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