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Leselupe.de > Ungereimtes
Wer?
Eingestellt am 01. 12. 2004 09:45


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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

Werke: 73
Kommentare: 43
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Wer?

Ist es die Ersch├Âpfung
die nach mir greift
mir ewige Trauer verhei├čt?
Ich habe solch ein Rei├čen in der Brust.
Vielleicht ist es der Schlaf
der nach mir verlangt
meine Haltlosigkeit anprangert;
doch ich sp├╝r es, ich falle, falle...

Und ich st├╝rze und ich rase
tiefer hinab;
und noch immer ist kein Boden
der mich f├Ąngt
auf dem ich zerschelle
der mich bremst.
Wie lang noch muss ich fallen?
Wie weit?
Und wer wird mich noch kennen
wo ich sein werde?
Was bleibt von mir
zu k├╝nden
dem Menschen
der einst war?
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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scarda
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Cara,

es hat irgendwas, dein Werk, das mich nachdenken macht, das mich fesselt und mich in die Details gehen l├Ąsst ÔÇô auch wenn ich mich dort nicht so wohl f├╝hle.
Die ├ťberschrift fragt nach einer Person, das Gedicht erz├Ąhlt aber von einem verzweifelten lyrischen Ich. Dieses beginnt in der Art einer tagebuchartigen Reflektion zu erz├Ąhlen. Das ÔÇ×dochÔÇť in der letzten Zeile des ersten Abschnitts bringt einen Bruch. Wieso das ÔÇ×dochÔÇť ?
In dem zweiten Abschnitt st├Âren mich die Spr├╝nge und Gegens├Ątze: wenn man st├╝rzt und immer tiefer rast, dann f├Ąngt der Boden nicht mehr, dann zerschellt er, dann bremst er nicht wie ein Fahrstuhl im Fallen anf├Ąngt zu bremsen. Andererseits hat das Fallen auch was von fliegen, einer Spur Schwerelosigkeit. Vollends verwirrt mich die letzte Zeile, in der die Zeitspr├╝nge ins extrem getrieben werden. das ÔÇ×einstÔÇť mit dem vorhergegangen ÔÇ×k├╝ndenÔÇť will mich in die Zukunft f├╝hren, das ÔÇ×warÔÇť bewirkt dann eine Umkehr des Zeitstrahls, dem ich nicht mehr folgen kann.

Was bei mir letztendlich ankommt ist ein Eindruck, dass da nochmals daran gearbeitet werden sollte.

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rosste
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2004

Werke: 85
Kommentare: 606
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Hallo cara !
Dein Gedicht hat was, meine auch ich.
Das "doch" in der ersten Strophe gef├Ąllt mir auch nicht.
"Wie lang noch muss ich fallen?" - schon wieder "fallen".
(Wie lang soll das noch so gehen? vielleicht)
"Und wer wird mich noch kennen
wo ich sein werde?" -
Und wer wird mich noch kennen
danach - vielleicht.
"Was bleibt von mir
zu k├╝nden
dem Menschen
der einst war?" -
entweder willst du die Ver├Ąnderung oder nicht. (Du bleibst sowieso derselbe/dieselbe -im positiven Sinne).
"wer wird mich noch kennen" - Wer? ist das Risiko, das du eingehst, wenn du dich fallen l├Ąsst.
Auf jeden Fall wirst du es selber sein, der dich besser kennt... und sicher noch ein paar andere gute Leute.
meint Stephan

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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

Werke: 73
Kommentare: 43
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Hallo ihr! :-)

Hallo scarda, hallo Stefan!

Erstmal vielen Dank, dass ihr euch so
eingehend mit meinem vielleicht etwas
wirr wirkenden Gedicht auseinander
gesetzt habt. Ihr hab nat├╝rlich beide
Recht, dieses Gedicht br├╝llt seine
Gegens├Ątzlichkeit geradezu heraus. Und
genau dieses Gef├╝hl wollte ich vermitteln.

Es sind diese ganzen konfligierenden Dinge,
man selbst ist im Flu├č (was wirklich sehr
gut ist, versteht mich da nicht falsch), was
ungeheuer anstrengend ist - und wo ist da
Geborgenheit zu finden?

Dieses "doch", welches euch beiden nicht
gef├Ąllt, ist auch Ausdruck dessen. Sich selbst
versuchen, eine tr├╝gerische Geborgenheit zu
schaffen (vielleicht bin ich nur ersch├Âpft,
vielleicht muss ich nur mal schlafen; sonst ist
alles wie gehabt, ich wei├č genau, wer ich bin etc.)

Dann der Titel; ich denke, er passt doch. Das lyrische
Ich einerseits: bin ich, wer ich zu sein glaube, wei├č
ich ├╝berhaupt, wer ich bin - und dann das "wer" zum
Schluss, das Bed├╝rfnis danach, gekannt zu werden.

Und der letzte Abschnitt, zwischen hoffen und bangen,
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft ineinander verschachtelt,
nicht aufl├Âsbar - und klar bleibt man immer irgendwie die Person,
die man war, aber kann man das auch immer so sehen?

Achja, und der Boden, nat├╝rlich f├Ąngt und bremst er einen
nicht, aber ist es nicht das, was man sich w├╝nschen w├╝rde?
Ich w├╝rde es mir w├╝nschen. Das Zerschellen dabei ist die
Gefahr und die Furcht und die Chance... und so
wahrscheinlich.

Das "fallen", Stefan... Ich bin mir der Wiederholung
bewusst. Und so oft kommt das Wort ja nun auch wieder
nicht vor in dem Gedicht, ich habe nur keines (und
keine Formulierung) gefunden, die den Gef├╝hlsinhalt so
gut trifft...

Und scarda: Ich f├╝hle mich auch nicht wohl, wenn ich in
dieses Gedicht gehe, daher kann ich das gut nachvollziehen.
Dort kann ich mich gar nicht wohlf├╝hlen. Es ist tats├Ąchlich
ein Verzweiflungsgedicht...

Hmm, nunja, ich wei├č, ich hab meinen Kommentar wieder lang
werden lassen, bitte entschuldigt. Aber ich hab mich diesmal
echt bem├╝ht, mich k├╝rzer zu fassen. Ist mir nicht so gut
gelungen, wie man sieht. Sollte trotzdem noch was unklar
geblieben sein ob der K├╝rze *ironischgrins*, f├╝hlt euch
frei zu fragen, ich w├╝rd mich freuen. :-)

Danke euch nochmal!
Ganz liebe Gr├╝├če,
cara
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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