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Leselupe.de > Gereimtes
Wer?
Eingestellt am 09. 02. 2009 16:03


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viktor
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Wer?

Wer nahm den V├Ątern ihre W├Ąlder
und deckte ihre G├Ąrten mit Asphalt?
Wer nahm dem eignen Brot die Felder
und wer der Sehnsucht ihren letzten Halt?

Wer schuf den Schmerz in tausend Wunden
und all das Blut, das durch die Zeiten rinnt,
die Einsamkeit der kalten Stunden,
eh endlich unser letzter Tag beginnt?

Wer gab der Mutter das Vertrauen,
als sie in gro├čer Not das Kind gebar?
Kein Vogel sang im Morgengrauen
und niemand wusste, wo der Vater war.

Version vom 09. 02. 2009 16:03

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Sta.tor
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viktor, in allen Krisenzeiten wurden Kinder geboren, und ich glaube nicht, dass den M├╝ttern im Augenblick der Geburt jemals das Vertrauen in die Zukunft des jeweiligen politischen Systems wichtig war.
Fortpflanzung ist v├Âllig unabh├Ąngig vom Zustand der Welt und ich glaube, selbst in der letzten Minute der Menschheit und ohne jede Aussicht auf Rettung wird irgendwo auf diesem Planeten trotzdem noch ein Kind geboren.

Aber vielleicht wolltest Du ja gerade das sagen.

Vg Sta.tor
__________________
schlimmer geht immer

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Lieber Viktor,

jetzt, nach der ├ťberarbeitung, ist Dir wieder ein Text gelungen, in der die Sprache billiant den eigentlich traurigen Inhalt ├╝berscheint und dadurch ertr├Ąglich macht. Vier- und f├╝nfhebigen Jamben wechseln sich ab und schaffen so den schwanken Widerfall der Trauer: Die Wut, der Zorn ├╝ber den Verlust wechseln sich mit dem Sichdreinfinden ab.

In der deutschen Sprache nimmt mit der Zahl der Silben in einem Vers das Getragene eines Textes zu. Dennoch ist die Silbenzahl der Verse nur um eine untersch├şedlich, weil die 4- und 5-hebigen Verse sich zugleich weiblich und m├Ąnnlich reimen.

Der Inhalt selbst ist von der Bearbeitung der Vergeblichkeit des Seins durchzogen. Es ist selten so gut gelungen, dies indirekt zu tun, ganz ohne auf die Pauke zu hauen. Das ist schon gro├če Kunst, wenn man das hinbekommt. Es bedarf auch einer gewissen Lebenserfahrung, solche starken Gef├╝hle so gekommt in Bilder zu bringen, die nicht mehr offensiv, sondern fast behutsam das Thema Verlust und Ende darstellen.

Vielen Dank f├╝r dieses Lesevergn├╝gen.

Bester Gru├č W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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viktor
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

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danke f├╝r eure beitr├Ąge!
stator, du hast recht, es werden immer kinder geboren werden, der fortpflanzungstrieb ist halt - neben dem trieb, das leben als solches zu erhalten - der zweitst├Ąrkste trieb, der ja im
plan der natur auch sinnvoll ist. dennoch ist un├╝bersehbar, dass in den zivilisierten l├Ąndern immer weniger kinder bewusst gezeugt werden - die menschen haben einfach das vertrauen in einesolidarische, br├╝der-/schwesterliche gemeinschaft verloren...
bluefin, ├╝ber den "selbstmord eines wals" habe ich - ebenfalls als metapher - auch vor einiger zeit
ein gedicht geschrieben...
walter, zu dir ├Ąu├čere icgh mich an anderer stelle...
das gedicht meinem vetter gewidmet, der vor ein paar tagen starb. mit ihm hatte ich w├Ąhrend meiner kindheit und jugend sehr viel zu tun, sehr viel unbeschwertes, auch oder gerade darum, weil das zertr├╝mmerte k├Âln eine interessante "spielwiese" war.
da nicht nur die v├Ąter, sondern auch die m├╝tter geschwister waren, war die verwandtschaft doppelt eng. unsere v├Ąter waren beide vom krieg "gezeichnet", mein vater kriegte dann die kurve, seiner jedoch nicht, sodass ich im gegensatz zu ihm relativ abgesichert aufwachsen konnte
- er hatte keinen schutz vom vater bekommen, er hatte diesen schon fr├╝h sch├╝tzen m├╝ssen, eine verh├Ąngnisvolle ├╝berforderung...(und ein hinweis auf die "v├Ąter" in dem text...)
sein weg war dann auch viel m├╝hsamer, aber er schafte ihn ├╝ber etliche umwege und mit einer selbstdisziplin, zu der ich wohl garnicht f├Ąhig gewesen w├Ąre - hatte dann auch eine wichtige position in der deutschen kulturlandschaft, zeitungen und funk haben ├╝ber seinen tod berichtet.
gestern ist er in k├Âln beerdigt worden.
liebe gr├╝├če
norbert

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