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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wer bin ich
Eingestellt am 18. 09. 2001 20:56


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Ludowika
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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Wer bin ich?
Gestatten, mein Name ist? Ach, ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich, ich bin 75 cm groß, habe eine prima Locke auf dem Kopf, kann aber deshalb leider keinen Hut tragen. Ich wurde aus Papier und Leim geformt und bekam durch grĂŒnschwarze Farben ein fröhliches Gesicht und ein schönes Aussehen. Ich stehe zwischen Schrank und Schreibtisch. Nebenbei bemerkt, es ist ein sehr schöner Platz. Von hier aus sehe ich jeden Besucher, der hereinkommt. Mal mit Blumen, mal ohne. Dann mache ich mich ganz steif, hebe meinen rechten Arm, der eigentlich kein Arm ist, sondern eine Flosse, mit der ich mir KĂŒhlung zufĂ€cheln kann oder mich auch fortbewegen. Den linken Arm strecke ich weit von mir, um eine gewisse Distanz zu halten. Ansonsten bin ich ganz normal. Am meisten freue ich mich, wenn Kinder hereinkommen, denn die bestaunen mich. Manche kleine Hand streicht zĂ€rtlich ĂŒber meinen Bauch. Aah, das tut gut. Dann nehmen sie mich auf den Arm zu einem Rundgang durch die Wohnung.
Ich trĂ€ume mich oft in die Welt hinaus, und bei einem solchen Traumgang war ich plötzlich in einem bunten Blumenmeer. Rote, gelbe, sogar lila Rosen umgaben mich. Fresien, Tulpen und Primeln blĂŒhten in den schönsten Farben. Ich wußte gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Plötzlich hörte ich Stimmen. Ich nahm schnell meine gewohnte hĂ€usliche Stellung ein. Steif wie ein Brett stand ich zwischen den Blumen, als ich einen Mann mit einer Frau sprechen hörte.
„Morgen ist Valentinstag, da muß ich Blumen fĂŒr meine Frau haben. Etwas ganz besonders Schönes muß es sein, sonst wĂŒrde sie nicht merken, daß Valentin ist.“
Nun wußte ich, diese Pracht um mich herum gehört zu einem Blumenladen. Die VerkĂ€uferin zeigte in meine Richtung, auf die Rosen, die hinter mir zu sehen waren. Aber der Mann hatte keinen Blick fĂŒr die Blumen. Mich wollte er haben.
„Was ist das fĂŒr eine schöne Pflanze? fragte er und kam schnellen Schrittes auf mich zu.
„Das sind Rosen.“ antwortete die VerkĂ€uferin.
„Nein, nicht die Rosen, das grĂŒnweiße Gesteck! Das will ich haben, sonst nichts.“ sagte er sehr bestimmend.
Ich war vor lauter Aufregung umgefallen, und meine Flosse war die Rettung. Mit ein paar Bewegungen konnte ich mich durch die Blumen davonmachen.
„TrĂ€ume ich? Bin ich verrĂŒckt?“ hörte ich den Mann fragen.
Die VerkĂ€uferin, die ihn fĂŒr einen schrulligen Kunden hielt, versuchte ihn zu beschwichtigen. Mit einer wunderschönen Rose ging sie auf ihn zu.
„Das ist eine ganz besonders schöne Rosenart, die nur fĂŒr den Valentinstag gezĂŒchtet wird.
Was er antwortete, verstehe ich nicht mehr. Ich bin heilfroh aus seiner Reichweite zu sein und wieder an meinem gewohnten Platz zu stehen. Hier schaue ich mich nachdenklich um. Alles weiß ich, daß ich ein Geschenk des Enkels bin, daß ich aus Papier und Leim geformt wurde, daß ich mit grĂŒner und schwarzer Farbe angemalt wurde, nur eins weiß ich nicht:
>Meinen Namen!<
Ach, bin ich mĂŒde, ich lehne mich jetzt an den Schrank und ruhe mich aus. Meine Augen fallen mir gleich zu. Aber, was ist das fĂŒr eine Stimme, die mich nicht schlafen lĂ€ĂŸt? Aus weiter Ferne höre ich sie noch sagen:
„Valentin, warum bleibst du nicht gerade stehen. Immer muß ich dich wieder aufrichten.“









































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Morgana
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2001

Werke: 19
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Eine nette Geschichte...

irgendwie ein RĂ€tsel. ich hab ein ganzes Weilchen nachgedacht wie der "Held" aussehen mĂŒĂŸte. So ganz ist es mir nicht gelungen. Vielleicht könntest du die Beschreibung etwas deutlicher ausarbeiten?
Was mir nicht ganz schlĂŒssig erschien ist, wie der Pappkamerad in den Blumenladen kam und dann noch fĂŒr ein Gesteck gehalten werden konnte.
Dein Schreibstil gefĂ€llt mir sehr gut. Es ließt sich leicht und angenehm. Werde auf jeden Fall drauf achten wenn Du wieder was postest. *lĂ€chel*

Bright Blessings

Morgana
__________________
Man kann nicht wissen ob man etwas kann oder nicht, bevor man es nicht versucht hat...

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Ludowika
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

Werke: 37
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Wer bin ich

Liebe Morgana,
Du hast recht, wenn Du fragst, wie kommt der Pappkamerad in einen Blumenladen. ZunĂ€chst wurde er von meinem Enkel aus Pappmaschee fĂŒr mich gebastelt und er steht in meinem Arbeitszimmer. Als zweites sollte ich eine Geschichte zum Valentinstag schreiben und da ließ ich ihn einfach auf die Reise gehen. Er ist schwarz, grĂŒn und weiß angemalt und sieht recht hĂŒbsch aus. Und der REst ist dichterische Freiheit, die ich mir genommen habe.
Ich hoffe, Du bist jetzt ein bißchen weiter gekommen und grĂŒĂŸe Dich
Ludowika

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